Rosa Zifferer
österreichische Frauenrechtlerin, Vereinsfunktionärin und Philantropin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Rosa Zifferer, geborene Schüler (* 19. September 1851 in Paderborn; † 4. Februar 1911 in Wien), war eine deutsch-österreichische Philanthropin und Vereinsfunktionärin in Wien.[1] Sie leitete den Frauenwohltätigkeitsverein Frauenhort und trug maßgeblich zur Einrichtung des Kaiser-Franz-Josef-Arbeiterinnen-Erholungsheims bei.[2][1]

Leben
Zifferer entstammte einer jüdischen Familie aus Paderborn, wuchs nach ihrer frühen Kindheit in Berlin auf und war eine Cusine der Dichterin Else Lasker-Schüler.[2][1] Im Jahr 1872 heiratete sie den aus Mähren stammenden Baumeister und Unternehmer Donat Zifferer und zog nach Wien.[2] Das Ehepaar hatte drei Kinder und lebte in wohlhabenden Verhältnissen im Umfeld des heutigen Rooseveltplatzes.[2] Nachdem die Kinder älter geworden waren, wandte sich Zifferer verstärkt der organisierten Wohltätigkeit zu; sie verstarb 1911 in Wien an den Folgen einer Operation.[2]
Wirken
Zifferer wurde 1893 zur ersten Präsidentin des jüdischen Wohltätigkeitsvereins Frauenhort im Alsergrund gewählt und blieb bis zu ihrem Tod an dessen Spitze.[1] Der Verein unterstützte zunächst arme Wöchnerinnen, erwerbsunfähig gewordene Frauen und Schulkinder, weitete seine Tätigkeit später auf weitere Wiener Bezirke aus und zählte um 1905 rund 800 Mitglieder.[1] Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit waren Ferienkolonien für Arbeiterinnen, die 1909 durch den Erwerb eines Hauses in Sautern bei Seebenstein und die Eröffnung des Kaiser-Franz-Josef-Arbeiterinnen-Erholungsheims auf eine dauerhafte Grundlage gestellt wurden; das Heim galt als das erste seiner Art in Europa.[1][3] Überdies war Zifferer Mitinitiatorin und erste Vizepräsidentin des Verbands zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen, Mitglied des Kuratoriums der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen, Förderin des Bundes österreichischer Frauenvereine und Unterzeichnerin eines Aufrufs für das Frauenwahlrecht.[1] Für ihre wohltätige Arbeit erhielt sie den Elisabeth-Orden II. Klasse.[4][5]