Rose Kuhnlein
deutsche Malerin, Zeichnerin und Illustratorin von Kinderbüchern
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Rose Kuhnlein (* 23. Oktober 1920 bei Gotha; † 25. März 2013 in Nordhalben; nach Heirat Dauer)[1] war eine deutsche Malerin, Zeichnerin und Illustratorin von Kinderbüchern.
Werdegang
Rose Kuhnlein wurde 1920 bei Gotha geboren. Ihre Eltern stammten aus dem oberfränkischen Steinwiesen. Als sie 7 Jahre alt war, zog die Familie nach Weimar. Sie zeichnete und malte gern und trat nach der Schulzeit eine Anstellung in einer Werkstatt für Holzmalerei an. Als die Familie 1940 nach Oberfranken zurückkehrte und ihre Eltern eine alteingesessene Gastwirtschaft in Lichtenfels übernahmen, fand Rose Kuhnlein nur Arbeit in einer Bekleidungsfabrik. Da sie das Malen sehr vermisste, bat ihr Vater ohne ihr Wissen die Kunstschule in Weimar, seine Tochter aufzunehmen. Kurz nach ihrem 20. Geburtstag begann Rose Kuhnlein ihr Studium der Malerei und Werbegrafik an den Akademien von Weimar und Nürnberg,[2] konnte es aber wegen des Zweiten Weltkriegs nicht abschließen. Wie viele andere Studierende wurde sie zum Arbeitsdienst zwangsverpflichtet und musste in verschiedenen Betrieben arbeiten.[3]
Nach dem Krieg richtete sie sich in einem Nebenraum des elterlichen Gasthauses in Lichtenfels ein kleines Malatelier ein. Sie nahm Kontakt zu verschiedenen Verlagen auf und illustrierte zahlreiche Kinderbücher. Der Nürnberger Verlag, dessen Kinderbücher sie bebilderte, gab auch Jahreskalender mit ihren Arbeiten heraus. Anfang der 1950er Jahre arbeitete sie neben ihrer Tätigkeit als freie Illustratorin zudem als Porzellanmalerin für zwei Porzellanhersteller[3] der hiesigen Keramikindustrie.[2][4]
1954 heiratete Rose Kuhnlein, zog mit ihrem Mann Josef auf seinen kleinen Hof oberhalb der Ködeltalsperre in Ködelberg bei Nordhalben[2] und bekam eine Tochter. Sie gab das Illustrieren für Verlage auf und lebte recht zurückgezogen,[5] malte aber weiterhin. Rose Kuhnlein starb 2013 in Nordhalben.[1][3]
Werk
Rose Kuhnlein illustrierte in den 1940er Jahren bis Mitte der 1950er Jahre mehr als zwanzig Kinderbücher,[4] unter anderem für den Dr.-Karoline-Bernheim-Verlag und den Pestalozzi-Verlag.[1] Einige der von ihr illustrierten Titel blieben lange beliebt und erschienen noch bis in die 1960er Jahre.[3] Ihre Kinderbuchillustrationen zeichneten sich durch eine liebevolle und detailreiche Gestaltung aus.[2]
Daneben schuf Rose Kuhnlein verstärkt ab 1954 Zeichnungen, Naturstudien und Aquarelle.[3] Themen ihrer Werke waren Menschen, Gebäude und Landschaften ihrer jeweiliger Umgebung, wie etwa aus Mittel- und Unterfranken, aber auch aus Küps, Kronach und von den Nordhalbener Bauernhöfen.[4]
2023 zeigte die Ausstellung „Rose Kuhnlein. Vom Menschen, der Malerei und den Märchen“ im Künstlerhaus „Maxhaus“ in Nordhalben einen Querschnitt von Rose Kuhnleins Schaffen mit Kinderbuchillustrationen, Naturstudien und Aquarellen.[2]
Ehrungen
- Rose Kuhnlein wurde mit der Aufnahme in das Projekt FrauenOrte des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales ausgezeichnet, das Leben und Wirken von Frauen in Bayern sichtbar macht. Wie auch in anderen nationalen Projekten der Frauenorte werden Frauen in Deutschland und ihr Lebenswerk als historische Vorbilder geehrt.[3][6]
Illustrationen (Auswahl)
- Marianne Kühne: Aus Wald und Wiese, von Wolken und Wellen. Dr.-Karoline-Bernheim-Verlag, Fürth 1947, illustriert von Rose Kuhnlein
- Lieselotte Koops: Die Geschichte von Christoph im Kinderschiff. Dr.-Karoline-Bernheim-Verlag, Fürth 1947, mit Bildern von Rose Kuhnlein
- H. Rudert, J. Weiskirch, H. A. Braunstein, H. Ernst, von Wagner: Mein grosses Buch - Allerlei Geschichten. Pestalozzi, Erlangen 1947, bebildert von Rose Kuhnlein
- Richard Ernst Alfred Lehmann: Weihnacht im Walde: Ein Spiel in 3 Akten. Dr.-Karoline-Bernheim-Verlag, Fürth 1948, bebildert von Rose Kuhnlein
- Käte Hesse: Lass dir erzählen ... die Märchen. Dr.-Karoline-Bernheim-Verlag, Fürth 1948, mit Bildern von Rose Kuhnlein
- Helga Menzel-Tettenborn: Das Glück der Mutterschaft. Verlag von der Brüggen, Erlangen 1949, mit Zeichnungen von Rose Kuhnlein
Literatur
- Petra Zenkel-Schirmer: Dichtkunst, Malerei – und Porzellan. Erinnerung an Ingeborg Pacher-Gossel, Küps und an Rose Kuhnlein, Nordhalben. In: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach. Band 31, Kreisheimatpflege Kronach (Hrsg.), 2023, ISBN 978-3-9817764-4-7, S. 118–123
Weblinks
- Rose Kuhnlein in FrauenOrte in Bayern