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Rosenwunder

Legende um die heilige Elisabeth von Thüringen From Wikipedia, the free encyclopedia

In den Legenden um Rosenwunder wird die Mildtätigkeit und Heiligkeit Elisabeths von Thüringen (1207–1231) und ihre Zuwendung zu den Armen und zur Armut gegenüber kritischen Kontrollen ihrer Umgebung legitimiert: In vielen Versionen werden Speisen zu Rosen, und darauf gehen zahlreiche bildliche Darstellungen Elisabeths zurück.

Andachtsstelle bei der Armenruhe im Eisenacher Mariental

In einer anonymen Vita Elisabeths, verfasst von einem polnischen oder ungarischen Franziskaner um 1300, geschieht dieses Rosenwunder noch in ihrer Kindheit – wohl am ungarischen Königshof. Ihr Vater, der König, überrascht sie vor der Küche bei ihrer Tätigkeit, den Armen Speisen zu bringen.[1]

In der Version eines franziskanischen Breviers von 1332 wird Elisabeth von ihrem Mann, Landgraf Ludwig, vor der Küche überrascht. In einer späteren Version von Johannes Rothe (ca. 1360–1424) begegnet er ihr auf dem Weg von der Wartburg nach Eisenach.[1][2]

Derartige Wunderlegenden gelten als Wanderlegenden, denn aus der Mitte des 16. Jahrhunderts gibt es erste schriftliche Quellen, die ähnliche Rosenwunder Elisabeth von Portugal (ca. 1271–1336, Enkelin einer Halbschwester Elisabeths von Thüringen, nach der sie benannt wurde) und auch Casilda von Toledo (ca. 950–1050) zuschreiben[3]. In einer weiteren Version, die auch Elisabeth von Portugal zugeschrieben wird, werden die Rosen zu Geld.[3]

Rosenwunder werden auch von Nikolaus von Tolentino (ca. 1245–1305) berichtet und Wunder, in denen sich Speise für Arme bei Kontrollen verwandelt, werden auch von Verena von Zurzach (ca. 260–320, Wein verwandelt sich zu Wasser) und Notburga von Eben (ca. 1265–1313, Speisen verwandeln sich zu Holzscheiten) berichtet.[1]

Da andere Versionen die Legende auf Elisabeth von Portugal sowie auf Nikolaus von Tolentino beziehen und eine ihrem Gatten verheimlichte Mildtätigkeit Elisabeths historisch unwahrscheinlich ist, ist davon auszugehen, dass die Wanderlegende erst nach ihrer Heiligsprechung auf sie übertragen wurde.

Inhalt

Als Elisabeth eines Tages in die Stadt geht, um den Armen Brot zu geben, obwohl gerade dies ihr unter Strafe verboten ist, trifft sie die Mutter ihres Mannes (in anderen Versionen ihren Mann selbst), die ihre Barmherzigkeit nicht gutheißt und ihr eine Falle stellen will. Auf die Frage, was sie in dem Korb (andere Versionen: unter der Schürze) habe, den sie bei sich trägt, antwortet Elisabeth, es seien Rosen im Korb. Ihre Schwiegermutter bittet sie, das Tuch zu heben, um die wunderbaren Rosen sehen zu können. Widerwillig hebt Elisabeth das Tuch, und im Korb sieht die Schwiegermutter nur Rosen.

Darstellungen in der Kunst

Tafelbild aus dem 16. Jh. in der Pfarrkirche von Mariahof

Eine andere Bedeutung bekommt das Rosenwunder beim Hildesheimer Rosenstock.

Literatur

  • Michael N. Ebertz: „Das Rosenwunder der heiligen Elisabeth erscheint uns sinnvoll“. Zauber und Wunder in der Soziologie. In: Werner H. Ritter (Hrsg.): Zeichen und Wunder. Interdisziplinäre Zugänge (Biblisch-theologische Schwerpunkte; 31). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-61604-8, S. 185–202.
  • Michael Overdick: Zwischen Almosenspende und Rosenwunder. Zur Darstellung der heiligen Elisabeth in der populären Druckgraphik des 19. Jahrhunderts. In: Dieter Blume (Hrsg.): Elisabeth von Thüringen. Eine europäische Heilige. Verlag Imhof, Petersberg 2007, ISBN 978-3-86568-251-2, S. 539–545 (zugl. Katalog der gleichnamigen Ausstellung).

Einzelnachweise

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