Rote Sonne (Club)

Techno-Club in München From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Rote Sonne ist ein Techno-Club in München. Er befindet sich am Maximiliansplatz im Zentrum der Stadt und hat eine Kapazität von 300 bis 400 Gästen.

Die Rote Sonne im Jahr 2005

In den Jahren 2005, 2007 und 2008 und wurde die Rote Sonne vom Leserpool des Musikmagazins De:Bug zu einem der besten Clubs Europas gewählt.[1][2][3]

Geschichte

Tanzfläche der Roten Sonne (2013)

Die Rote Sonne befindet sich im Keller eines ehemaligen, bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg zerstörten und in der Nachkriegszeit überbauten Cafés. In den 1970er Jahren eröffnete hier der Club Why Not,[4][5] in welchem Donna Summer als Barkeeperin arbeitete und regelmäßig Stammgäste wie Giorgio Moroder oder Alfred Biolek verkehrten.[5][6] Nach dem Ende des Why Not Anfang der 1980er Jahre übernahm zunächst ein Club mit den Namen Open Gate sowie einige Jahre später die CB Dancehall die Location. Anfang der 1990er Jahre zog der Lesben- und Schwulenclub Fortuna in die Räumlichkeiten und etablierte sich als Afterhour-Club für die Technoszene.[5]

Der Club Rote Sonne wurde am 5. August 2005 in den umgebauten Kellerräumen des geschlossenen Fortuna eröffnet und ist nach dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1969 benannt.[7][8] Zusammen mit dem Harry Klein gilt er als inoffizieller Nachfolger des Ultraschall, da mit Peter Wacha und Dorothea Zenker zwei ehemalige Gründungsmitglieder und Inhaber des Ultraschall-Clubs an der Roten Sonne beteiligt sind.[9] Weitere Inhaber sind und waren Martin Gretschmann (The Notwist, Console), Richard Rieger (Annette Party, Pastamusik), der Architekt Bernd Bergmann und Sven Künast (Pimpernel).[10][11]

Im Jahr 2025 war der Club aufgrund einer Drogenrazzia mit mehr als 100 Beamten wochenlang in den Medien.[12][13][14] Anwesende Gäste und DJs berichteten von traumatischen Erlebnissen aufgrund von Leibesvisitationen, stundenlangen Kontrollen und rechtlicher Ungewissheit sowie dem Gefühl, dass es sich bei der Razzia um einen gezielten Angriff auf eine Subkultur handelte.[15][16]

Programm und Besonderheiten

Die Wolf Mountains spielen in der Roten Sonne (2019)

Das Programm umfasst am Wochenende überwiegend elektronische Musik. Dabei ist der Freitag hartem Techno gewidmet, samstags geht es oft etwas experimenteller zu mit Techno, Drum and Bass, House, Electro oder Dubstep.[17] Beim Booking von Künstlern profitierte der Club von Anfang an von den internationalen Kontakten, welche die Betreiber während der Ultraschall-Zeiten knüpfen konnten. Ein Anliegen des Clubs ist es, neben jungen Produzenten immer wieder auch Protagonisten der Ursprünge des Techno wie dem Detroit Techno einzuladen.[18]

Unter der Woche finden im Club auch regelmäßig Live-Konzerte statt. Auch gab und gibt es queere Partyreihen im Club, wie den „Candy Club“ (bis 2010)[10] oder das aus dem Harry Klein stammende „Garry Klein“ (seit 2023).[19] Zu besonderen Anlässen finden sogenannte „Weekender“ statt, an denen der Clubbetrieb das gesamte Wochenende durchläuft.[20]

Eine Besonderheit des Clubs die in der Tradition des Ultraschall steht ist der Tanzboden aus federnden Eichenholzplanken, welche die Vibrationen der Bässe in die Körper der Tanzenden übertragen, für eine wärmeren Sound sorgen und durch die Dämpfung die Gelenke schonen.[9][18][21] Viele Jahre lang wurden die alten Bässe des ehemaligen Ultraschall-Mainfloors auf diesem Tanzboden eingesetzt.[17]

Im Mai 2025 führte die Rote Sonne sogenannte „Community Nights“ mit einem unangekündigten Line-up ein, für welche die Gäste nach dem Prinzip „Give What You Can“ so viel Eintritt zahlen sollen, wie sie es finanziell können. Mit dieser Maßnahme wolle man in Zeiten steigender Mieten, der Inflation und des Clubsterbens den steigenden Eintrittspreisen für Clubbesuche entgegenwirken um für alle zugänglich zu bleiben, sowie lokale Künstler und Crews unterstützen und die Gemeinschaft stärken.[22][23]

Auszeichnungen

Literatur

  • Mirko Hecktor, Moritz von Uslar, Patti Smith, Andreas Neumeister: Mjunik Disco – von 1949 bis heute. Blumenbar Verlag, München 2008, ISBN 978-3-936738-47-6.
Commons: Rote Sonne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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