Roth-Fleck
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Roth-Flecken (Englisch Roth’s spots) sind Einblutungen in die Netzhaut, die lange Zeit als pathognomonisch für bakteriell bedingte Entzündungen der Herzinnenhaut (Endokarditiden) galten. Im Falle dieser Endokarditiden entstehen sie durch Gefäßentzündungen (Vaskulitiden), die Immunkomplex-vermittelt im Rahmen dieser Erkrankung auftreten. Bei der Ophthalmoskopie erscheinen die Roth-Flecken als rote rundliche Punkte mit einem abgeblassten Zentrum. Dieses abgeblasste bis weiße Zentrum besteht aus Fibrin, das durch Endotheldefekte ausgetreten ist.
Roth-Flecken treten jedoch nicht nur bei bakteriell bedingten Endokarditiden auf, sondern auch bei anderen Erkrankungen, die mit einer erhöhten Kapillarfragilität einhergehen, zum Beispiel:
- andere infektiöse Endokarditiden
- Leukämien (Thrombozytopenie)
- Hypertonie
- ischämische Zustände
- Präeklampsie
- Diabetes mellitus
- AIDS (selten)
- mykotische Endophthalmitis
Roth-Flecken lassen sich per Ophthalmoskopie beobachten.[1]
Geschichte
Sie wurden ursprünglich 1872 vom Schweizer Pathologen Moritz Roth (1839–1914) beschrieben und wurden später nach diesem benannt. Moritz Litten beschrieb erstmals retinale Hämorrhagien mit zentraler Abblassung und brachte sie mit dem Namen Roth in Verbindung.[2]
Literatur
- Mark Dennis, William Talbot Bowen, Lucy Cho: Mechanisms of Clinical Signs. Elsevier Health Sciences, 2012, ISBN 978-0-7295-8075-5, S. 218.
- Robert L. Van Uitert, Gail E. Solomon: White-centered retinal hemorrhages: a sign of intracranial hemorrhage. In: Neurology. Band 29, Nr. 2, 1979, S. 236–239, doi:10.1212/WNL.29.2.236.