Ruben Sargsjan

armenischer Komponist From Wikipedia, the free encyclopedia

Ruben Sureni Sargsjan (armenisch Ռուբեն Սուրենի Սարգսյան, wiss. Transliteration Ṙowben Sowreni Sargsyan; russisch Рубен Суренович Саркисян, Transkription Ruben Surenowitsch Sarkissjan, wiss. Transliteration Ruben Surenovič Sarkisjan, Schreibweise auch Sargsyan, Sarkisyan; geboren am 22. November 1945 in Jerewan, Armenische Sozialistische Sowjetrepublik; gestorben am 6. April 2013 ebenda, Armenien) war ein armenischer Komponist zeitgenössischer klassischer Musik und Hochschullehrer.

Ruben Sargsjan 2008

Leben

Ruben Sargsjan besuchte in Jerewan die Sayat-Nova-Musikschule und anschließend das Romanos-Melikjan-Musikkolleg. Bereits im zweiten Studienjahr dort wurde er in die Kompositionsabteilung des Staatlichen Konservatoriums Jerewan aufgenommen.[1] Sein Lehrer war der armenische Komponist und Schostakowitsch-Schüler Ghasaros (Lazarus) Sarjan.[2] 1972 schloss Sargsjan sein Studium ab.[3] Im selben Jahr wurde er Mitglied des sowjetischen Komponistenverbands, im armenischen Verband war er von 1979 bis 1990 Vorstandsmitglied.[4] Sargsjan wirkte zunächst von 1973 bis 1985 als Pädagoge an eine Jerewaner Musikschule, wo er Musiktheorie und Solfeggio unterrichtete.[3]

Von 1987 bis zu seinem Tod lehrte Sargsjan das Fach Komposition und hielt Vorlesungen am Staatlichen Konservatorium Jerewan zum Thema Technologie der modernen Komposition.[4] 2004 wurde ihm der Titel Professor verliehen.[1]

1994 gründete er gemeinsam mit weiteren armenischen Komponisten wie Lewon Tschauschjan, Wahram Babajan und Jerwand Jerkanjan die Nichtregierungsorganisation Armenian Musical Assembly,[5] in deren Leitung er ab 2002 tätig war.[3] Zum Zweck der weltweiten Förderung und Unterstützung moderner armenischer Musik knüpfte Armenian Musical Assembly Verbindungen zu internationalen Vereinigungen etwa in Großbritannien oder Belgien und realisierte Konzerte, Festivals und wissenschaftliche Tagungen. Darüber hinaus brachte die Vereinigung die Veröffentlichung von mehr als zwei Dutzend Partituren zeitgenössischer armenischer Werke sowie einiger CD-Anthologien auf den Weg.[5]

Sargsjan starb im Alter von 67 Jahren Anfang April 2013 in Jerewan.[6]

Schaffen

Er komponierte das Rock-Ballett Человек-невидимка (2000) nach dem Roman Der Unsichtbare von Herbert George Wells, zahlreiche Orchesterwerke, darunter vier Sinfonien (1984, 1986, 1989, 2003), zehn Instrumentalkonzerte für Violine (4), Violoncello (4), Viola und Klavier sowie Kammermusik, u. a. Streichquartette, ferner Oratorien, Kantaten, Vokalzyklen und Klavierwerke.[3] Stilistisch finden sich bei ihm sowohl Elemente der traditionellen armenischen Musik wie auch Kompositionstechniken der Moderne.[7]

Sargsjans Kompositionen wurden nicht nur in Armenien, der Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten aufgeführt, sondern auch u. a. in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, in Finnland, Argentinien und den USA. Zu den Interpreten seiner Werke zählen Swetlana Nawassardjan, Medea Abrahamjan, Waleri Gergijew, Emin Chatschaturjan und Ruben Aharonjan.[8]

Auszeichnungen

Sargsjan bekam 1978 den Republikpreis Bestes Werk des Jahres für sein erstes Cellokonzert. In postsowjetischer Zeit gewann er 1993 den Wettbewerb des Armenischen Zentrums für symphonische Musik mit Poem, einem Orchesterwerk, und erhielt 2007 den Staatspreis der Republik Armenien für den Kammerorchester-Zyklus Мой современник.[3]

Familie

Ruben Sargsjan war mit der Musikwissenschaftlerin Irina Leonidowna Solotowa (* 1947) verheiratet, die bis 2019 am Konservatorium Jerewan lehrte. Die gemeinsame Tochter Alisa Sargsjan (* 1981) wurde ebenfalls Komponistin.[9]

Literatur

  • Tatjana Porwoll: Schwingungen des Kosmos – Zeitgenössische Musik aus Armenien. In: MusikTexte. Band 32. Köln 1989, S. 21–23 (Online (Memento vom 24. Januar 2025 im Internet Archive) [abgerufen am 11. November 2025]).
Commons: Ruben_Sargsyan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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