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Rudolf Diem

polnischer Militärarzt und Widerstandskämpfer From Wikipedia, the free encyclopedia

Rudolf Diem (* 23. August 1896 in Hermanow (Kreis Sochaczew);[1] † 12. November 1986 in Warschau) war ein polnischer Militärarzt und Widerstandskämpfer, der Häftlingsarzt im KZ Auschwitz war.

Leben

Diem absolvierte an der Medizinischen Universität Warschau ein Medizinstudium und wurde 1925 promoviert. Er ließ sich zum Internisten weiterbilden. Nach dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 gehörte er als leitender Sanitätsoffizier der polnischen Armee dem Verteidigungskommando in Warschau an und wirkte nach der Kapitulation als Allgemeinmediziner. Infolge der Besetzung Polens beteiligte er sich Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Am 12. Januar 1941 wurde er durch die Gestapo festgenommen. Aus dem Gestapo-Gefängnis Pawiak in Warschau wurde er mit 592 Gefangenen in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 1941 in das KZ Auschwitz überstellt.[2]

In Auschwitz erhielt Diem die Häftlingsnummer 10.022. Er leistete zunächst Schwerstarbeit in verschiedenen Außenkommandos, wodurch er zunehmend an Entkräftung litt. Schließlich konnte er nach einer Erkrankung in der Ambulanz des Häftlingskrankenbaus im Stammlager zunächst als Pfleger und ab Mitte 1942 als Häftlingsarzt eingesetzt werden. Mitte August 1943 wurde er in das Zigeunerlager Auschwitz als Häftlingsarzt und später als Krankenbauältester verlegt. In dieser Funktion musste er auch dem berüchtigten Lagerarzt Josef Mengele zuarbeiten, indem er Häftlingen mit unterschiedlicher Irisfärbung Augentropfen verabreichen musste.[3] Auf Betreiben Mengeles wurde Diem im August 1944 in die Strafkompanie eingewiesen. Ende Januar 1945 erlebte Diem im Lager die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.[4]

Nachdem er sich von der Lagerhaft erholt hatte, wirkte er als Arzt in Warschau.[3] Im Zuge des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses wurde Diem als Zeuge vernommen.[5]

Diems Wirken im Lager wird von Auschwitzüberlebenden ambivalent beurteilt: Polnische Auschwitzüberlebende priesen ihn als Lebensretter.[3] Władysław Fejkiel nannte ihn einen „Vertrauensmann des Lagers“.[6] Diem gehörte in Auschwitz dem polnischen Lagerwiderstand an.[4] Andererseits wurde er von Hermann Langbein als „aktiver Antisemit“[7] bezeichnet und Tadeusz Hołuj attestierte ihm einen „Haß auf Juden“.[8] Tadeusz Joachimowski versicherte, dass Diem sich nach seiner Verlegung ins KZ Auschwitz-Birkenau der Weisung Mengeles verweigert habe, jüdische Häftlinge zu selektieren.[9]

Literatur

Einzelnachweise

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