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Rudolf Freund (Wirtschaftswissenschaftler)

deutsch-US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Rudolf Ernst Freund (* 21. Mai 1901 in Pforzheim; † 19. Dezember 1955 in Raleigh, North Carolina)[1] war ein deutsch-US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer.[2]

Leben und Wirken

Rudolf Freund studierte Wirtschaftswissenschaft an der Universität Heidelberg und promovierte dort 1924 bei Edgar Salin. Von 1926 bis 1929 und von 1931 bis 1933 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Weltwirtschaft in Kiel in der von Adolf Löwe geleiteten Abteilung in der Arbeitsgruppe „Weltwirtschaft der organischen Produkte“. Hier entwickelte sich Freund zu einem Experten der Agrarökonomie. Von 1929 bis 1930 hielt er sich zu Forschungszwecken in den USA am „Bureau of Agricultural Economics“ in Washington, D.C. auf. Zu Beginn des Dritten Reiches wurde er bereits im April 1933 wegen des nationalsozialistischen Antisemitismus „vom Dienst beurlaubt“. Nach einer Zwischenstation in Berlin emigrierte er 1934 nach Schweden und arbeitete dort an der Handelshochschule Stockholm; er veröffentlichte in dieser Zeit auch in schwedischer Sprache. Im Jahre 1939 übersiedelte er in die USA und wurde dort zunächst Professor an der University of Virginia. Ab 1946 hatte er dann eine Professur am State College der University of North Carolina (Raleigh) inne. In seinen Veröffentlichungen beschäftigte sich Freund vor allem mit agrarwirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und den USA.

Sein Sohn war Rudolf Jakob Freund (1927–2014), der mit seiner Familie in die USA emigrierte und dort als Wirtschaftsstatistiker arbeitete.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die Genfer Protokolle. Ihre Geschichte und Bedeutung für das Staatsleben Deutsch-Österreichs. de Gruyter, Berlin 1924 (= Dissertation Universität Heidelberg).
  • Die polnische Agrarreform. In: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 24 (1926), S. 309–320.
  • Strukturwandlungen der internationalen Weizenwirtschaft. In: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 25 (1927), S. 1–27.
  • Internationale Tendenzen der Viehwirtschaft. In: Ebd., Bd. 26 (1927), S. 1–30 u. Bd. 27 (1928), S. 1–39.
  • Strukturwandlungen der internationalen Zuckerwirtschaft. In: Ebd., Bd. 28 (1928), S. 1–52.
  • (mit Louis Hamilton): Weizenwirtschaft und Agrarkrise in Kanada. In: Berichte über Landwirtschaft (Berlin), N.F., Bd. 19 (1934), H. 3, S. 411–441.
  • Farmpreisindizes in den Vereinigten Staaten von Amerika. In: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 31 (1930), S. 259–285.
  • Agrarwirtschaft. In: Der deutsche Außenhandel unter der Einwirkung weltwirtschaftlicher Strukturwandlungen. Halbband 2. Mittler, Berlin 1932, S. 9–261.
  • Internationale Probleme der agraren Handelspolitik. In: Fritz Beckmann (Hrsg.): Landwirtschaft und Agrarpolitik im Ausland. Hobbing, Berlin 1932, S. 3–24.
  • Die Agrarpolitik Roosevelts. In: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft, Bd. 58 (1934), S. 449–466.
  • Agrarpolitik und Krisentheorie in dne Vereinigten Staaten von Amerika. In: Berichte über Landwirtschaft (Berlin), N.F., Bd. 20 (1936), S. 624–654.
  • Verschuldung und Betriebsstruktur in der schwedischen Landwirtschaft. Statistische Studie. Lantbrukssällskapets Tidskriftsaktiebolag, Stockholm 1938.
  • Military bounty lands and the origin of public domain. In: Agricultural history, Bd. 20 (1946), S. 8–18.
  • Methods of financing the European Recovery Program. In: Southern Economic Journal, Bd. 15 (1949), S. 267–278.

Einzelnachweise

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