Rudolf Mayreder

österreichischer Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Rudolf Mayreder (* 5. März 1864 in Wien; † 30. Mai 1937 ebenda[1]) war Bauingenieur und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[2]

Leben

Rudolf Mayreder war Sohn des Hoteliers Leopold Mayreder († 1892). Er besuchte von 1876 bis 1881 das Stiftsgymnasium Kremsmünster und von 1881 bis 1883 ein Gymnasium in Wiener Neustadt. Zwischen 1883 und 1887 studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Wien und von 1884 bis 1890 Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule Wien. Im Jahr 1888 promovierte er zum Dr. iur. in Wien. Er wurde zunächst sechs Jahre Ingenieur im Eisenbahnbau der Wiener Baufirma „Peter Kraus & Comp.“ und 1897 Zivilingenieur für Bauwesen und Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen in Wien. Ab 1903 war er vor allem für die Projektierung von Eisenbahnstrecken zuständig. 1905 wurde er Direktor und Prokurist der Union-Baugesellschaft und 1906 selbständiger Baumeister in Wien. 1907 wurde er Gesellschafter der Firma „Bauunternehmung Peter Kraus“, die ab 1910 „Ingenieure Mayreder, Kraus & Co. Ges.m.b.H.“ hieß (eine führende Gesellschaft im Bahn-, Brücken- und Tunnelbau, sowie der Donauregulierung und beim Bau der II. Wiener Hochquellenleitung).

Mayreder war von 1913 bis 1918 Präsident und bis 1922 Vizepräsident der Niederösterreichischen Ingenieurkammer. Er entwarf die Bahnstrecke Jesenice–Triest (die sogenannte Karstbahn) und die Donauuferbahn entlang der Donau bei der Wachau.

Er starb am 30. Mai 1937 im Alter von 73 Jahren in der Allgemeinen Poliklinik Wien laut Sterbebuch an einer eitrigen Blasen- und Nierenentzündung.

Er war römisch-katholisch und ab 1901 verheiratet mit Marianne Gleich, mit der er aber keine Kinder hatte. Seine Brüder waren die beiden Architekten Karl (1856–1935) und Julius Mayreder (1860–1911). Die Frauenrechtlerin Rosa Mayreder (1858–1938) war seine Schwägerin.

Politik

Von 1895 bis 1904 war er Gemeinderat und von 1896 bis 1901 Stadtrat von Wien. Während seiner Amtszeit wurden die Straßenbahnen elektrifiziert, ein Gaswerk und ein Kraftwerk errichtet, die Wienfluss-Wasserläufe reguliert und ein Wasserversorgungssystem gebaut.

Rudolf Mayreder war vom 27. März 1897 bis zum 30. Januar 1907 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (IX. und X. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Städte 4 (Wien IV. und X. Bezirk) zuständig. Anfangs ab 1897 Mitglied im Verband der Deutschen Volkspartei war er ab 1901 fraktionslos.

Literatur

Einzelnachweise

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