Rudolf Ruschel (Musiker)
österreichischer Posaunist, Komponist und Musikpädagoge
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Rudolf Ruschel (* 27. März 1956 in Wiener Neustadt; † 4. Dezember 2025) war ein österreichischer Posaunist, Komponist[1] und Musikpädagoge.[2]
Leben und Wirken
Ruschel erhielt zunächst privat Klavierunterricht. Mit der Gründung der Jugendblaskapelle 1971 begann er an der städtischen Musikschule in Wiener Neustadt Trompete zu lernen[3] sowie später Posaune.[2] Zu seinen Lehrern zählte unter anderem der Posaunist Hans Pöttler.
Er war mehrere Jahre als Musiker im Bruckner Orchester Linz tätig. Neben seiner Tätigkeit als Orchestermusiker konzertierte Ruschel auch im Bereich der Renaissance- und Barockmusik, unter anderem mit dem Concentus Musicus und Musica instrumentalis.[4] Ab 1988 unterrichtete er am Josef-Matthias-Hauer-Konservatorium in Wiener Neustadt, wo er 1991 die Leitung der Abteilung für Blechblasinstrumente übernahm.[2]
Neben seiner pädagogischen Tätigkeit war Ruschel über Jahrzehnte hinweg in der österreichischen Jazz- und Avantgardeszene aktiv. Er arbeitete mit dem Trompeter Franz Koglmann zusammen und war mit diesem und Raoul Herget 1986 Begründer des „Pipe Trio“.[5] Weiters wirkte er als Posaunist in Fritz Novotnys reformARTorchestra[6] und im Franz Koglmann Pipetet mit.[7][8]
Konzertreisen führten ihn unter anderem nach Deutschland und Belgien.[2] 1995 trat das Pipe Trio mit Lee Konitz bei Festivals in Toronto, Vancouver und Quebec sowie in der New Yorker Knitting Factory auf.[9]
Ruschel trat regelmäßig im Wiener Jazzclub Porgy & Bess auf[10] und war in der Alten Schmiede (Wien) als Komponist und Interpret wiederholt zu hören.[11][12][13][14] Weiterhin war er Gründungsmitglied der Stadtmusikkapelle und der von Raoul Herget geleiteten Marching Band Mammut Horns; er spielte mit beiden Formationen zahlreiche Konzerte im In- und Ausland.[3]
Werk und Bedeutung
Ausgehend von seiner traditionellen Ausbildung als Konzertmusiker verband Ruschel in seinem kompositorischen Schaffen Einflüsse des Jazz und der Neuen Musik mit notierten und improvisatorischen Elementen.[4]
Als Komponist trat er auf Koglmanns Album „Orte der Geometrie“ (1989) mit dem Stück „Afterglow“ in Erscheinung.[15] Als Posaunist wirkte er zudem an der Uraufführung der Kantate „O Moon My Pin-Up“ von Franz Koglmann im Wiener Konzerthaus (1997) mit.[16]
Werke (Auswahl)
- Midnight (1983)[4]
- Afterglow (1985)[4]
- Clarivoyance (1985)[4]
- Piece for a Frozen Man (1985)[4]
- die oberfläche der vögel (1987)[4]
- Fernes Fenster (1989)[4]
- Lange Rhythmen (1989)[4]
- Welle der Nacht (1990)[4]
- am offenen mehr (1991)[4]
- Drei Stücke (1990–1994): Fernen – Selbdritt, Selbviert – Corona[4]
- A la nue accablante (1995)[4]
Diskografie (Mitwirkungen, Auswahl)
Mit Franz Koglmann
- Schlaf Schlemmer, Schlaf Magritte (Pipetet, 1985)
- Ich (1987)
- Orte der Geometrie (1989)
- We Thought About Duke (1995, mit Lee Konitz)
- Let’s Make Love
- O Moon My Pin-Up (1998)
- Near Blue: A Taste of Melancholy (2024)
Mit reformARTorchestra
- The Pannonian Suite (o. J.)
- Improcomposer Opera (2016)