Rudolf von Seitz

deutscher Maler, Zeichner und Kunstgewerbler From Wikipedia, the free encyclopedia

Rudolf (von) Seitz (* 15. Juni 1842 in München; † 18. Juni 1910 ebenda) war ein deutscher Innenarchitekt, Maler, Zeichner und Kunstgewerbler.

Rudolf von Seitz, Aufnahme von Frank Eugene

Leben

Seitz war ein Sohn des Dekorationsmalers und Illustrators Franz von Seitz und dessen Ehefrau Wilhelmine von Seitz geborene Königer. Er wurde zunächst ein Schüler seines Vaters und trat 7. Januar 1857 für ein Studium der Malerei in die Antikenklasse der Akademie der Bildenden Künste München ein.[1] Hier erhielt er Unterricht von Hermann Anschütz und Carl Theodor von Piloty. Er begann mit Genrebildern (Peter Vischer zeigt den Bestellern das vollendete Sebaldusgrab, Noble Passionen) und wandte dann seine Tätigkeit vorzugsweise der Illustration, dem Kunstgewerbe und der dekorativen Malerei zu.

In Peter Vischer’s Gießhütte zu Nürnberg (Die Gartenlaube, 1867, S. 501)

Gemeinsam mit Ferdinand von Miller und Lorenz Gedon nahm er 1876 an der Kunst- und Industrieausstellung in München teil. Er gestaltete 1876 zudem die Ausstellung „Unserer Väter Werke“ und gründete im Jahr 1878 mit seinem Freund, dem Architekten Gabriel von Seidl die ersten Münchener Vereinigten Werkstätten für Inneneinrichtungen unter der gemeinsamen Firma Seitz & Seidl, wo bald auch Emanuel von Seidl tätig wurde und die Leitung des Ateliers für Innendekoration übernahm. Das erfolgreiche Unternehmen bestand bis 1898.[2] Von 1883 bis 1888 war er als Konservator am Bayerischen Nationalmuseum tätig und blieb mit dem Museum anschließend als Ehrenkonservator verbunden. 1888 nahm er an der Deutsch-Nationalen Kunstgewerbeausstellung teil und wurde er Professor an der Münchner Kunstakademie. Von Seitz bevorzugte den Stil der deutschen Spätrenaissance und des Rokoko. In seinen dekorativen Malereien (im Kunstgewerbemuseum und an den Fassaden von Münchener Gasthäusern), zeigte sich eine gewisse Manieriertheit. Seine Freskomalereien zeigen oftmals allegorische, historische und religiöse Motive. Neben wenigen Genre- und Industriebildern schuf er zahlreiche kunstgewerbliche Entwürfe und Illustrationen, wie beispielsweise die Ausschmückung des Gebetbuchs für König Ludwig II. mit Miniaturbildern.

Unter seinen Schülern waren Franz Xaver Dietrich, Otto Hupp und Richard Throll.

Familie

Grab von Franz und Rudolf von Seitz, Alter Südfriedhof

Von Seitz war seit dem 30. Mai 1869 Carolina Paulina (geborene Marotte de Montigny; * 1844) verheiratet, einer Tochter des belgischen Adligen Karl Marotte de Montigny († vor 1869), seit 1842 dem bayrischen Freiherrenstand angehörend. Die Vermählung fand im Kloster Seeon statt.

  • Hans von Seitz (um 1870 – nach 1910)

Heinrich Freiherr Marotte de Montigny, bayerischer Postoffizial in Bamberg, war sein Schwager.

Das Gemeinschaftsgrab von Rudolf von Seitz und seinem Vater Franz von Seitz befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 25 – Reihe 13 – Platz 36, Standort).

Ehrungen (Auswahl)

Werke (Auswahl)

Behälter für wohlriechendes Wasser
Apsisfresko in der Kirche St. Anna

Von Seitz lieferte unter anderem für eine Prachtausgabe von Schillers Glocke und Goethes Faust, deren Illustrationen von Liezen-Mayer herrühren, die ornamentalen Umrahmungen und Druckverzierungen im Rokokostil.

  • Thalia in der Sommerfrische (Holz, Rundbild 42 cm)
  • Geburt Christi (Miniaturmalerei, 21,5 ×, 16 cm) Bayerisches Nationalmuseum
  • Fünf Herrscherbildnisse (Heinrich III.; Friedrich I.; Rudolf von Habsburg; Ludwig der Bayer; Maximilian I [verloren]) für den Audienzsaal der Nürnberger Kaiserburg[4]
  • Gottvater als Weltenschöpfer Apsisfresko aus dem Jahr 1897 in der Kirche St. Anna in München
  • St. Onuphrius Fassadenmalerei am Onuphriushaus am Marienplatz in München (zerstört)
  • Hochzeit Herzog Georgs mit der Polnischen Königstochter Hedwig Wandgemälde 1882 im neugotischen Rathaussaal in Landshut

Kunstgewerbliche Arbeiten

  • Behälter für wohlriechendes Wasser
  • St. Florian Statuette aus Eisenguss

Literatur

Commons: Rudolf von Seitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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