Rue de Varenne
Straße in Paris, Frankreich
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Die Rue de Varenne ist eine Straße im 7. Arrondissement von Paris.
| Rue de Varenne | |
|---|---|
| Lage | |
| Arrondissement | 7. |
| Viertel | Invalides |
| Beginn | Rue de la Chaise |
| Ende | Boulevard des Invalides |
| Morphologie | |
| Länge | 930 m |
| Breite | 10 m |
| Geschichte | |
| Entstehung | Anf. 17. Jahrhundert |
| Benennung | 1850 |
| Ursprungsnamen | Rue du Plessis Rue de Garenne[1] |
| Koordinaten | |
| 48° 51′ N, 2° 19′ O | |
| Kodierung | |
| Paris | 9653[1] |
Commons: Rue de Varenne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien | |
Lage
Die 930 m lange Straße beginnt an der Rue de la Chaise, überquert den Boulevard Raspail und endet am Boulevard des Invalides.
In dieser Straße befinden sich mehrere Regierungsgebäude, wie zum Beispiel das Hôtel Matignon (Residenz und Büro des Premierministers), das Hôtel de Villeroy (Landwirtschaftsministerium), die italienische Botschaft und das Rodin-Museum an der Ecke zum Boulevard des Invalides.
Namensursprung
Die Herkunft des Straßennamens ist nicht ganz geklärt, könnte sich aber aus folgenden Überlegungen ergeben:
- Der ursprüngliche Namen für ein Jagdgebiet Garenne wird zu Varenne.[2] Dies lässt sich auch nachvollziehen, da eine Querstraße Rue de Bellechasse heißt.
- Die Vogtei und das Register von La Varenne waren eine Forstgerichtsbarkeit, die im Louvre ihren Sitz hatte, wo sich auch der Hauptsitz der Jagdhauptmannschaft Varenne du Louvre befand.
Geschichte

Die heutige Straße entstand 1850 durch Zusammenlegung der Rue de la Planche mit der Rue de Varenne.[1]
Am 15. Juli 1918, während des Ersten Weltkriegs, explodierte eine von der „Dicken Bertha“ abgefeuerte Granate in der Rue de Varenne Nr. 58.[3]
Sehenswürdigkeiten
In der Rue de Varenne stehen die meisten prächtigen Stadthäuser (französisch Hôtel) des 18. Jahrhunderts. Die meisten Häuser haben dekorative Fassaden.
- Nr. 19: Das Hôtel Chantérac, diente während des Ersten Weltkriegs als Luftschutzbunker. Hier versteckt sich heute die Secret Gallery.[4]
- N. 21: Das Hôtel Narbonne-Pelet stammt aus dem Jahr 1775. Alphonse-Hubert de Latier de Bayane wohnte hier. Eine Gedenktafel erinnert daran, dass Louis Veuillot am 8. April 1883 in diesem Haus starb, in dem er sich 1872 niedergelassen hatte. Hier ist der Hintereingang zur Privatschule Paul-Claudel-d’Hulst.[5]
- Nr. 28: Wohnung von Maurice Lacoin mit der Tochter Elisabeth Lacoin von 1908 bis 1927.
- Nr. 45: Hôtel de Jaucourt, auch bekannt als „Hôtel de Narbonne“ oder „Haus der Hugenotten“, wurde 1777 von Denis Antoine für Élisabeth de La Châtre erbaut. Später heiratete sie Graf Louis Pierre de Jaucourt, nach dem das Gebäude benannt wurde.
- Nr. 47–51: Hôtel de Boisgelin, auch Hôtel de La Rochefoucauld-Doudeauville genannt. Sitz der italienischen Botschaft in Frankreich.
- Nr. 48: Die Gräfin von Ségur und ihr Ehemann, Eugène de Ségur, lebten hier nach ihrer Heirat im Jahr 1819 im Zwischengeschoss, erster Stock.[6]
- Nr. 50: Hôtel de Galliffet, siège de l’Institut culturel italien de Paris. (Das Gelände kann auch über den Eingang Rue de Grenelle 73 erreicht werden.)
- Nr. 51: Eingang zur Cité de Varenne
- Nr. 54: Die Navigatorin Virginie Hériot wohnte in diesem Gebäude. Pierre Janet, ein französischer Philosoph, Psychologe und Arzt, lebte hier von 1907 bis zu seinem Tod im Jahr 1947. Gedenktafeln erinnern an beide.
- Nr. 57: Hôtel Matignon, offizielle Residenz des französischen Premierministers.
- Nr. 59: Hier wohnte der Komponist André Jolivet; eine Gedenktafel erinnert daran.
- Nr. 69: Das Hôtel de Clermont, eines der ältesten Privathäuser im Faubourg Saint-Germain, wurde von 1708 bis 1714 nach Plänen des Architekten Jean-Baptiste Alexandre Le Blond für die Marquise de Saissac, geborene Jeanne Pélagie d'Albert de Luynes, Ehefrau von Ludwig III. de Saissac, Graf von Clermont, erbaut.[7] Das Gebäude wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und beherbergt heute das Büro des Ministre chargé des Relations avec le Parlement.[8]
- Nr. 72: Hôtel de Castries stammt aus dem späten 17. und frühen 18. Jahrhundert und wurde zwischen 1843 und 1863 von Joseph-Antoine Froelicher und Clément Parent im Auftrag des Herzogs von Castries umfassend umgebaut.[9]
- Nr. 78: Hôtel de Villeroy aus dem 18. Jahrhundert wurde (unter einem anderen Namen) auf Initiative von Antoine Hogguer de Saint-Gall, Baron de Presles, für seine Geliebte, die Schauspielerin Charlotte Desmares, Société de la Comédie-Française, gebaut. Seit 1881 beherbergt es das französische Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung.
- Nr. 78: Hôtel de Villeroy, Innenhof
- Eingang bei Nr. 80
- Nr. 77: Hôtel Brion wurde ab 1728 von den Architekten Jean Aubert und Ange-Jacques Gabriel für den Finanzier Abraham Peyrenc de Moras, erbaut und auch zunächst Hôtel Peyrenc de Moras genannt. Heute ist hier das Musée Rodin untergebracht.[10]
- Musée Rodin Ecke Rrue de Varenne und boulevard des Invalides
- Ein Eingang Hôtel Biron.
- Sicht auf den Garten vor dem Musée Rodin
- Einige Tafeln in der Straße
- Nr. 21
- Nr. 53
- Nr. 54
- Nr. 54
- Nr. 56
- Nr. 59
- Nr. 86
Die Straße in Erzählungen
In seinem 1959 erschienenen Film Babette zieht in den Krieg, verlegt Regisseur Christian-Jaque einen Teil der Handlung in eine Wohnung in der Rue Varenne 42, wo die Familie Crécy-Lozère angeblich wohnt.
In der Serie Au plaisir de Dieu wohnen Marquis und Marquise de Plessis-Vaudreuil in der Rue de Varenne, wo sie ihren Neffen und den Sohn des Pächters sowie den Hauslehrer ihrer beiden jüngsten Söhne willkommen heißen, die so ihre Studien in Paris fortsetzen können. Die Marquise empfing dort die französische Intelligenzija und feierte den Dadaismus. Die Marquise, die durch die Krise von 1929 und den Selbstmord ihres Mannes ruiniert war, verkaufte das Herrenhaus in der Rue de Varenne, um sich eine Wohnung in der Avenue de Breteuil zu kaufen, wo nur „drei Bedienstete genügen“.
Diese Straße kommt in Balzacs Roman „Das Chagrinleder“ erwähnt. Der Protagonist, Raphaël de Valentin, kauft hier ein Haus.