Rumen Getschew
bulgarischer Politiker
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Rumen Wassilew Getschew (bulgarisch Румен Василев Гечев, wiss. Transliteration Rumen Vasilev Gečev; * 4. Oktober 1956 in Tscherwen Brjag, Oblast Plewen) ist ein bulgarischer Ökonom und Politiker (BSP). Er war von 1995 bis 1997 stellvertretender Ministerpräsident und Minister für wirtschaftliche Entwicklung in der Regierung von Schan Widenow. Zudem gehörte er von 1994 bis 2001 und von 2013 bis 2024 der Nationalversammlung an.

Leben
Rumen Getschew schloss 1980 ein Studium der politischen Ökonomie am Hohen Wirtschaftsinstitut „Karl Marx“ (heute: Universität für National- und Weltwirtschaft) in Sofia ab. Er war als Assistent am Lehrstuhl „Politische Ökonomie und Militärökonomie“ tätig und wurde 1988 bei Stojadin Sawow (1931–2010) zum Kandidaten der Wirtschaftswissenschaften promoviert. Das Thema seiner Dissertation lautete Militärische Produktion und Wirtschaftswachstum in der NATO. Später wurde er stellvertretender Direktor der Hochschule für Manager und der Wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung, schließlich Dekan im Fachbereich „Magister-Programme“. 1991/92 hatte Getschew eine Gastprofessur an der Illinois State University inne, an der er bereits 1987/88 als Stipendiat des Fulbright-Programms[1] studiert hatte. 1993 folgten Auslandsaufenthalte an der University of Arizona und der Thames Valley University.[2]
Laut einem 2007 veröffentlichten Bericht des staatlichen „Komitees für die Offenlegung von Dokumenten und Bekanntgabe der Zugehörigkeit bulgarischer Bürger zur Staatssicherheit und den Geheimdiensten der Bulgarischen Volksarmee“ wurde Getschew in den Jahren 1987 bis 1991 unter dem Decknamen Ekonomow (bulgarisch Економов) als geheimer Mitarbeiter des Komitees für Staatssicherheit geführt.[3]
Getschew ist verheiratet und hat zwei Kinder (Stand 1995).[2]
Politik
Nachdem die Bulgarische Sozialistische Partei bei der Parlamentswahl im Dezember 1994, der zweiten nach Annahme der Verfassung der Republik Bulgarien, die absolute Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung gewonnen hatte, bildete der Parteivorsitzende Schan Widenow eine Regierung, der Getschew als einer von vier stellvertretenden Ministerpräsidenten und Minister für wirtschaftliche Entwicklung angehörte. Er galt bei Amtsantritt als Anhänger der Coupon-Privatisierung nach tschechischem Vorbild.[1]
Darüber hinaus war er Vorsitzender der 4. Sitzung der Kommission der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung von 1996 bis 1997.[4]
Schriften (Auswahl)
- Военно производство и икономически растеж в НАТО Woenno proiswodstwo i ikonomitscheski rastesch w NATO. Dissertation. Sofia 1988.
- Макроикономика Makroikonomika. Lehrbuch. Ljuren, Sofia 1994, ISBN 954-568-022-9.
- Sustainable Development. Economic Aspects. University of Indianapolis Press, Indianapolis 2005, ISBN 0-880938-60-9 (archive.org).
Literatur
- Rumen Getschew In: Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell. Nr. 27/1995 vom 26. Juni 1995, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar).
Weblinks
- Veröffentlichungen von und über Rumen Getschew auf dem Dokumentenserver Researchgate
- Rumen Vassilev Gechev in der Abgeordnetendatenbank der Nationalversammlung (englisch)
- Проф. д.ик.н. Румен Василев Гечев an der Universität für National- und Weltwirtschaft (bulgarisch)