Run Me Wild
deutscher Coming‑of‑Age‑Spielfilm von Catharina Lott
From Wikipedia, the free encyclopedia
Run Me Wild ist ein deutscher Coming‑of‑Age‑Spielfilm von Catharina Lott. Der Film entstand 2025/26 als Langfilmdebüt und Abschlussfilm der Regisseurin; produziert wurde er von Apollonia Film GmbH und Narrative Way GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk.[1] Er erzählt die Geschichte der 19‑jährigen Toni, die nach einem sexuellen Übergriff ihre traumatischen Erinnerungen zu bewältigen versucht. Die Hauptrollen spielen Luna Jordan und Renée Gerschke.
| Film | |
| Titel | Run Me Wild |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 86 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Apollonia Film GmbH, Narrative Way GmbH, Bayerischer Rundfunk, Hochschule für Fernsehen und Film München |
| Stab | |
| Regie | Catharina Lott |
| Drehbuch | Madeleine Hartung |
| Produktion | Friedemann Goez, Paul Beck, Jörg Balzer, Marius Beck |
| Musik | Raphael Lott |
| Kamera | Lea Dähne |
| Schnitt | Catharina Lott, Jonas Riedinger |
| Besetzung | |
| |
Der Film wurde unter anderem mit Mitteln des FilmFernsehFonds Bayern (FFF Bayern) und der nordmedia – Film‑ und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen finanziert.[2] Run Me Wild wurde am 20. Januar 2026 beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken uraufgeführt[3] und lief dort im Wettbewerb Spielfilm.[4]
Handlung
Die 19‑jährige Toni Wurm lebt mit ihren Eltern Viktor und Petra und arbeitet in der Gärtnerei der Familie. Nach einem sexuellen Übergriff schweigt sie über das Geschehene und sucht Ablenkung im exzessiven Training im Fitnessstudio und in der Arbeit. Als Toni die abenteuerlustige Anna kennenlernt, entsteht zwischen den beiden zunächst eine Freundschaft, aus der sich allmählich eine romantische Beziehung entwickelt. Toni wird jedoch immer wieder von traumatischen Erinnerungen eingeholt; in ihrem Umfeld kursiert zudem das Gerücht, ein Tiger sei aus dem Zoo entkommen, der sich in ihre Träume schleicht. Mit Annas Hilfe versucht Toni, ihrem Körper wieder zu vertrauen und das Erlebte zu verarbeiten.[4][5]
Produktion
Entwicklung und Finanzierung
Run Me Wild ist der Debütspielfilm und Abschlussfilm der Regisseurin Catharina Lott. Das Drehbuch stammt von Madeleine Hartung. Der Spielfilm wurde von den Produktionsfirmen Apollonia Film GmbH und Narrative Way GmbH hergestellt; als Koproduzent wirkte der Bayerische Rundfunk und die Hochschule für Fernsehen und Film München mit. Als Produzenten fungierten Friedemann Goez, Paul Beck, Jörg Balzer und Marius Beck.[1] Die Finanzierung erfolgte unter anderem durch Fördermittel des FilmFernsehFonds Bayern, der nordmedia – Film‑ und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen und der Young Talent Foundation Berlin.[2]
Dreharbeiten
Die Dreharbeiten fanden vom 15. Mai bis zum 15. Juni 2025 in München und Umgebung sowie in Hannover statt; insgesamt wurde an 25 Drehtagen gedreht.[2] Lea Dähne verantwortete die Kameraarbeit, Jonas Riedinger schnitt den Film gemeinsam mit Catharina Lott, und die Filmmusik stammt von Raphael Lott.[1]
Besetzung
Die nachfolgende Tabelle zeigt die wichtigsten Darstellerinnen und Darsteller des Films sowie ihre Rollen:
| Schauspieler | Rolle |
|---|---|
| Luna Jordan | Toni |
| Renée Gerschke | Anna |
| Johanna Wokalek | Petra |
| Thomas Loibl | Viktor |
| Sina Wilke | Frau Mahler |
| Markus Wiedemann | Andi |
| Lisa Bitter | Polizistin |
| Dionne Wudu | Britt |
| Linda Berthold | Kira |
| Hannah Werner | Studentin |
Veröffentlichung
Rezeption
Kritiken
Der Film erhielt auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis erste Kritiken. Das feministische Filmmagazin Filmlöwin betonte, dass Run Me Wild die Nachwirkungen eines sexuellen Übergriffs in den Vordergrund stellt, ohne die Gewalt selbst zu zeigen. Die Rezension hob hervor, dass der Film unterbewusste Prozesse wie das Unbehagen im eigenen Körper und die Unfähigkeit, das Erlebte zu benennen, in eine eindrückliche Atmosphäre übersetzt; Hauptdarstellerin Luna Jordan verbinde Stärke und Verletzlichkeit und zeichne damit ein komplexes Bild einer Überlebenden.[6]
Queer.de hob hervor, dass sich zwischen Toni und Anna mehr als Freundschaft entwickelt und dass die Geschichte zeigt, wie die Protagonistin lernt, ihrem Körper wieder zu vertrauen.[5]
Das Online‑Magazin The Spot bescheinigte Catharina Lott einen sensiblen Umgang mit dem Thema Missbrauch. Die Rezensentin Lea Morgenstern betonte, dass der Film den Übergriff nie explizit zeigt, sondern die Folgen durch Tonis ambivalentes Verhalten gegenüber Anna verdeutlicht. Tonis intensives Training und ihr muskulöser Körper stünden in starkem Kontrast zu ihrer inneren Fragilität. Die Autorin hob außerdem den leitmotivischen Tiger hervor, der als Symbol für Tonis Trauma fungiert; wenn Toni dem Raubtier am Ende gegenübersteht, steht dies für die Konfrontation mit ihrer Vergangenheit. Run Me Wild biete daher ein ernsthaftes Coming‑of‑Age‑Drama, das keine einfache Auflösung präsentiere, sondern den Beginn eines langwierigen Heilungsprozesses betone.[7]
Auszeichnungen
Run Me Wild feierte seine Premiere im Spielfilmwettbewerb des 46. Filmfestival Max-Ophüls-Preis im Januar 2026. Im selben Jahr erhielt der Film zudem eine Nominierung für den Deutscher Kamerapreis in der Kategorie Bester Schnitt (Nachwuchs).[8]
| Auszeichnung | Kategorie | Resultat | Preisträger |
|---|---|---|---|
| Filmfestival Max-Ophüls-Preis | Spielfilmwettbewerb | nominiert | Catharina Lott |
| Deutscher Kamerapreis | Bester Schnitt (Nachwuchs) | nominiert | Catharina Lott
Jonas Riedinger |
Weblinks
- FFMOP-Programmseite zum Film (abgerufen am 25. Januar 2026)
- filmportal.de-Eintrag (abgerufen am 25. Januar 2026)