Urnordische Sprache
Sprache
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Die urnordische Sprache (dänisch usw.: urnordisk usw.; engl.: Proto-Norse) gilt weiterhin vielen Sprachwissenschaftlern – insbesondere in den nordischen Ländern – als angemessene Bezeichnung für einen Teil der germanischen Sprachentwicklung ab dem 2. Jahrhundert n. u. Z.[1]
| Urnordisch | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Skandinavien | |
| Sprecher | keine (wurde vom Altnordischen abgelöst) | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache in | (ausgestorben) | |
Sowohl Bezeichnung als auch zeitliche Bestimmung sind in den letzten Jahrzehnten[2] allerdings in Kritik geraten. In zeitlicher Hinsicht wurde eingewandt, dass die typisch nordgermanischen / nordischen (Sprach-)Merkmale erst nach 500 feststellbar seien, sodass es sich davor allenfalls um eine Vorstufe des Nordgermanischen gehandelt habe.[3]
In terminologischer Hinsicht wird eingewandt, dass Ur- bzw. Proto-Sprachen per definitionem (ausschließlich) rekonstruierte Sprachen seien. Die als „urnordisch“ bezeichnete Sprache ist aber in Form (früher) Runeninschriften unstrittig überliefert.[4]
Unabhängig von dem Bezeichnungs- und Datierungsstreit lässt sich jedenfalls Folgendes sagen: Die fragliche Sprache – oder die fraglichen Sprachen, wenn der entscheidende Einschnitt um das Jahr 500 angesetzt wird[5] – wurde vermutlich vom 2./3. bis ins 8. Jahrhundert[6] im heutigen Dänemark, Schweden und Norwegen sowie dem Norden des heutigen Schleswig-Holsteins[7] gesprochen bzw. in Runen geschrieben. Sie folgte nach Auffassung einiger Wissenschaftler auf das Nordwestgermanische[8] (1./2. Jahrhundert n. Chr.) und war Vorläuferin des Altnordischen und damit auch des Norwegischen, Schwedischen, Dänischen, Färöischen und Isländischen.
Das Urnordische ist vor allem durch zahlreiche meist kurze Runeninschriften aus der Zeit seit dem 2. Jahrhundert teilweise belegt.
Entstehung des Urnordischen / Perioden
Bei der Auflösung der urgermanischen Spracheinheit etwa im 2./1. Jahrhundert v. Chr. ging zunächst das Ostgermanische eigene Wege.[9] Die verbliebene germanische Dialektgruppe in Skandinavien und dem heutigen Norddeutschland entwickelte sich zunächst noch gemeinsam weiter[10] und wird von einem Teil der neueren Forschung als (Proto-)Nordwestgermanisch bezeichnet[11].
„Die Verbindung [des Nordgermanischen] mit dem Got. brach früh, schon im 2. Jh., ab (→ Nordgermanische Sprachen § 2). Die Verbindung mit dem Westgerm., v. a. dem Nordseegerm. (→ Ingwäonisch), bestand erheblich länger. Diese nord.-westgem. Sprachstufe ist als Vorstufe des Nord. und des Westgerm. aufzufassen.“
Das Nordwestgermanische wird überwiegend auf circa das erste Jahrhundert n. Chr. datiert[12], mit einem Übergang zum frühen Urnordischen im 2. Jahrhundert n. Chr. – Antonsen (1975, 27) bezieht dagegen die Zeit bis 500 noch in das Nordwestgermanische mit ein:
„If the archeological datings are approximately correct, it will be seen that EG and WG are distinct from NwG already at 200 A.D., while NwG continues on until approximately 550. This chronology might seem to be a contradiction in terms. It might be argued that if NwG is a parent of (Ingv.) WG, then the two could not coexist from 200-550. Such an assumption is clearly faulty, since it would mean that Dutch no longer exists, since Afrikaans has now become a distinct linguistic entity. NwG underwent a restriction in its geographic distribution after the splitting off of Ingv. WG, but the linguistic features of that part of the NwG area which did not undergo the WG changes remained essentially the same and the language lived on. Therefore, even though Ingv. WG split off by 200 A.D., it is still possible to say that the language of later NwG inscriptions reflect a parent stage of Ingv. WG.“[13]
Wird dagegen von „Urnordisch“ gesprochen, so wird dieses häufig in zwei Perioden unterschieden:
- älteres Urnordisch, ungefähr von 200 bis 500
- jüngeres Urnordisch (Synkopezeit), ungefähr von 500 bis 700.[14]
Dabei ist der spezifisch nordische Charakter der ersten Phase umstritten[15] und der der zweiten Phase allgemein anerkannt.
Quellen und Hauptmittel der Rekonstruktion des Urnordischen
Die urnordische Sprache ist – neben den schon erwähnten Runeninschriften als Hauptquelle – in Form von Orts- und Personennamen bei antiken Autoren und Lehnwörtern (im Ostseefinnischen sowie Samischen) fragmentarisch überliefert.[16] Darüber hinaus dienen spätere Sprachen (das anschließende Altnordische sowie andere germanische Sprachen) als Mittel der Rekonstruktion des Urnordischen.[17]
Zu beachten sind also:
Runen-Inschriften
Die Runeninschriften sind laut Seip/Saltveit (1971, 5; vgl. auf Norw.: Seip 19552, 7) die „wichtigste Quelle unserer Kenntnis der urnord. Sprache“; sie befinden auf Steindenkmälern (auf Norwegisch bautasteinar), Schmuck, Waffen und Gebrauchsgegenständen, die in Gräbern gefunden wurden.[18] Ein wichtiges Beispiel sind die Goldhörner von Gallehus.
Nielsen (2000, 31 f.) nennt folgende Zahlen zu den überlieferten Inschriften:
“The script used for carving the older runic inscriptions was the 24-letter (older) futhark. Out of a total of about 350 legends written in this runic alphabet between ca. AD 200 and 700, 70 stem from the Continent, dating back primarily to the sixth and seventh centuries (Neumann et al. 1995:ii). The remaining 280 are of Scandinavian provenance”
Schulte (2018, 16 f.) schreibt:
„In der Kieler Datenbank[19] finden sich insgesamt mehr als 440 Inschriftenobjekte der Zeit vor 700. Wenn man alle Inschriften deren Echtheit fraglich ist (ca. 15) oder deren runischer Charakter umstritten ist (ca. 70), abzieht, erhält man einen Minimalwert von 350 urnordischen Runeninschriften im älteren Fuƿark [= Futhark]; hinzu kommen noch ungefähr 100 südgermanische und 100 anglo-friesische Inschriften (zum Corpus der südgermanischen Inschriften vgl. Nedoma 2015b,[20] Düwel, Nedoma & Oehrl 20##;[21] zum Corpus der anglo-friesischen Inschriften bis ca. 600/650 n. Chr. siehe Page 1999,[22] Parsons 1999[23]). Desweiteren bestimmen wir eine Gruppe von mindestens 10 Inschriften ostgermanischer Provenienz (siehe Nedoma 2010b[24]). […]. Obschon die Runeninschriften im älteren Fuƿark im allgemeinen formelhaft und lakonisch sind, umfasst das Lexikon beim heutigen Stand mit allen Neufunden mehr als 250 Lexeme (einschließlich aller Wortarten und Personennamen), wobei aber zahlreiche Unsicherheitsfaktoren und Deutungsprobleme einzukalkulieren sind (siehe Teil 5).“
Germanische Lehnwörter in den ostseefinischen und der samischen Sprache
Stellenwert
Im Finnischen und Samischen gibt es ein paar Hundert germanische Lehnwörter, die aber – wie ihr (spät)urgermanischer bzw. nordwestgermanischer Lautstand zeigt – größernteils noch vor der urnordischen Zeit entlehnt wurden.[25] Die Entlehnungen in die Sami-Sprachen haben sich danach zusammen mit diesen Sprachen oft deutlich weiter verändert. Dagegen hat sich das Finnische in den zurückliegenden 2000 Jahren lautlich nur wenig verändert, weshalb auch die alten Lehnwörter gut erhalten geblieben sind. Einige zeigen bis heute einen Lautstand, der älter ist als der urnordische und direkt dem urgermanischen Sprachzustand entspricht.
Fast alle der folgenden Begriffe können – wie bereits gesagt – nicht erst in urnordischer Zeit ins Finnische entlehnt worden sein, weil der Lautstand dort eine Entlehnung bereits in urgermanischer (bis 2. Jh. v. Chr.) oder in nordwestgermanischer Zeit (ca. 1. Jh. v. bis 2. Jh. n. Chr.) voraussetzt. So ist das Finnische Lehnwort vaate „Kleidungsstück“ wahrscheinlich in nordwestgermanischer Zeit entlehnt worden, weil in der Stammsilbe bereits der charakteristische Wandel urg. ē [ɛː] > NW-germ. ā[26] vollzogen ist.
Beispiele
Bekannte Beispiele für frühe Entlehnungen (noch vor der urnordischen Zeit) ins Finnische sind:
- Estnisch/finnisch kuningas „König“ < urg. *kuningaz „König“, neben altnordisch kunungr, konungr aus. urn. *kuningaR
- Finn. ruhtinas „Prinz“ < urg. *druhtinaz „Herr“, neben altnordisch dróttinn aus urn. *druhtinaR
- Finn. sairas „krank“ < urg. *sairaz „wund“ (vgl. dt. versehrt), neben altnord. sárr
- Estn. juust, finn. juusto „Käse“ < urg. *justaz „Käse“, neben altnord. ostr < urn. *justaR
- Estn./finn. lammas „Schaf“ < urg. *lambaz „Lamm“, neben altnord. lamb < urn. *lambaR
- Finn. hurskas „fromm“ < urg. *hurskaz „weise, klug, intelligent“, neben altnord. horskr < urn. *hurskaR
- Finn. runo „Gedicht, Rune“ < urg. *rūnō „Geheimnis, Rune“, neben altnord. rún < urn. *rūno < urg. *rūnō[27]
- Finn. vaate „Kleidungsstück“ < proto-nordwestgerm. *wādiz < urg. *wēdiz „Kleidungsstück“, neben altnord. váð < urn. *wāduR (u-Stamm) < proto-nordwestgerm. *wādiz
- Finn. viisas „weise“ < *wīsaz, vgl. altnord. víss.
Germanische Namen in lateinischen Texte
Darüber hinaus findet sich eine kleine Zahl urnordischer bzw. germanischer Namen in lateinischen Texten:
«Det finnes også en god del nordiske ord og navn hos fremmede forfattere, som skrev på latin.»
„Nur spärliche Auskünfte geben Namen und Wörter in fremden Literaturen. Völkernamen wie kimbroi (vor 100 v. Chr.) und harudes bei Caesar deuten auf nordische Namen hin.“
Diese Angaben müssen freilich für den aktuellen Forschungsstand mit dem Lexikon över urnordiska personnamn von Lena Petersen (2004) verglichen werden, z. B. S. 16, s. v. Swābaharjaz für die ebenfalls u. a. von Caesar erwähnten Suēbī[29].
Das spätere Altnordische als Mittel der Rekonstruktion des Urnordischen
Hauptmittel für die Rekonstruktion des Urnordische sind aber die späteren altnordischen Texte. Ihre Überlieferung beginnt im 8. Jahrhundert wiederum mit Runeninschriften, ab dem 12. Jahrhundert ist das Altnordische außerdem in umfangreichen Texten in lateinischer Schrift überliefert. Anhand der älteren Runeninschriften und der Lehnworte ist es möglich, daraus den Sprachzustand des Urnordischen auch hinsichtlich seiner Formenlehre (Morphologie) zu rekonstruieren, die in den kurzen Runeninschriften nur zu einem kleinen Teil belegt ist.
Nicht-nordische, germanische Sprachen als Mittel der Rekonstruktion des Urnordischen
Eine weitere wichtige Quelle für das Urnordische ist schließlich der Vergleich mit den anderen, früh überlieferten germanischen Sprachen, insbesondere Gotisch, Altenglisch, Altniederdeutsch und Althochdeutsch.[30]
Bei weitem nicht alle urnordischen Wörter sind durch urnordische Texte, also Runeninschriften, direkt überliefert. Ein großer Teil des urnordischen Lexikons kann aber aus dem Altnordischen rekonstruiert werden. Die so erschlossenen Wörter werden in wissenschaftlichen Texten mit einem Sternchen (*) markiert.
Dialekte
Die urnordischen Runeninschriften zeigen nur wenige Dialektunterschiede. Ein möglicher Grund dafür ist, dass die Schreiber viele festgelegte Formeln benutzten. Ein anderer Grund kann sein, dass es eine starke Schreibtradition gab, die Dialektunterschiede überdeckte.[31] Als wenig wahrscheinlich gilt heute die früher oft vertretene Ansicht, dass das Urnordische noch keine dialektalen Unterschiede kannte, sondern sehr homogen war.
Das ältere Urnordisch
Das ältere Urnordisch stand dem späten Urgermanischen noch ziemlich nahe:
“The inscriptions date from the Proto-Nordic period (ca. 200-800 AD) and display a fairly homogeneous language (known as Proto-Nordic; Proto-, Primitive, or Runic Norse; or Proto- or Primitive Scandinavian) which, during the first half of this period at least, shows little deviation from Proto-Germanic, as reconstructed by comparison with the other Indo-European languages (see Runes).”
„Das Früh-U. (200–550 n. Chr.) zeigt in seiner Phonologie und Morphologie ggü. dem Urgermanischen nur wenige Unterschiede wie etwa a-Umlaut in horna < *hurnan.“
Als „(a-)Umlaut“ wird im hiesigen Kontext das Resultat des Einflusses, den ein Vokal (hier das a in germanisch *hurnan (= deutsch Horn) auf den vorstehenden Vokal (hier das u in demselben Wort) ausübt, bezeichnet.[33] Dieser Einfluss bewirkte, dass das germanischen u zu einem urnordischen (und auch westgermanischen; vgl. engl. horn usw.) o wurde.
Das a selbst blieb im (älteren) Urnodischen erhalten, während – es im Gotischen (d. h. ostgermanischen) haurn, aber auch Westgermanischen (Altenglisch, Althochdeutsch) weggefallen war.[34]
Die Form horna befand sich bereits auf einem der beiden Goldhörner von Gallehus, die überlicherweise auf vor 500 datiert werden; das Umlaut-Phänomen verallgemeinerte sich um nach 500 im jüngeren Urnordisch (siehe dazu unten).
Wegen der Nähe des ältere Urnordisch zum Urgermanischen weist es einige Archaismen auf, die selbst die gotische Sprache nicht bewahrt hat[35]. So blieben die germanischen Endsilben -az, -iz, -uz im Urnordischen erhalten, wobei ein [z] (stimmhaftes s) zu [r] oder einem ähnlichen Laut (geschrieben ᛉ bzw. z/R) wurde (vgl. urnordisch dagaR < (spät)urgermanisch *dagaz neben gotisch dags = „Tag“ und urn. gastiR < (spät)urg. *gastiz neben got. gasts = „Gast“).
In der frühen Zeit ist die Abgrenzung zum Nordwestgermanischen, der gemeinsamen Vorstufe der nord- und der westgermanischen Sprachen (um das 1./2. Jahrhundert nach Christus), oft schwierig. Zum einen, da Runeninschriften erst ab dem 2./3. Jahrhundert vorliegen und zum andern, weil die das Urnordische gegenüber dem Nordwestgermanischen definierenden Veränderungen nicht sehr groß sind und sich allmählich vollzogen.
Übergang zum Altnordischen / Synkopezeit
Synkope
Die Schwächung unbetonter Silben (Synkope) ist die wichtigste und auffälligste Veränderung des jüngeren Urnordisch. Infolgedessen sind kurze, unbetonte Vokale im Wortinneren und oft auch in Endsilben verschwunden. Nach dieser Entwicklung gab es nur noch Vokale, die entweder lang oder betont waren, außerdem wurden viele lange Vokale verkürzt. Insgesamt wurden infolge der Synkopa viele urnordische Wörter deutlich kürzer. So wurde der (männliche) Vorname HaþuwulfaR im Altnordischen zu Hálfr.[36]
Umlaut
Neben der Synkope war ein mehrfacher Umlaut die wichtigste Veränderung in dieser Zeit. Neben dem bekanntesten i-Umlaut, gibt es auch den a-Umlaut und den u-Umlaut. Sie alle führten zur Veränderung von Vokalen; die Bezeichnung (i-Umlaut usw.) richtet sich dabei – wie oben bereits gesagt – nach dem Vokal, der dere einen anderen Vokal beeinflusst (also nicht nach dem beeinflussten Vokal). Der Umlaut muss vor der Synkope geschehen sein, weil er die später weggefallenen Vokale in der unbetonten Folgesilbe voraussetzt. Beispiele für den Umlaut sind:
- i-Umlaut: Das rekonstruierte urnordische Wort *dōmian („urteilen“) wurde im Altwestnordischen zu dœma. Aus dem langen o wurde also ein ö-Laut, der im Altwestnordischen œ geschrieben wird. Der Grund für diese Veränderung ist der i-Umlaut, also der Einfluss des i, das später als Folge der Synkope wegfiel.[37]
- u-Umlaut: Das urnordische Wort *maguR („Junge“) erscheint im Altwestnordischen als mǫgr. Hier wurde das a ein o-artiger Laut, der im Altwestnordischen ǫ geschrieben wird. Diese Veränderung geschah wegen des u-Umlauts, also unter Einfluss des u, der als Folge der Synkope wegfiel.[38]
- a-Umlaut: Das urnordische Wort *wira- („Mann“) erscheint im Altwestnordischen als verr. Hier wurde das i zu einem e unter Einfluss des a in der folgenden Silbe (a-Umlaut).[39]
Brechung
Eine Sprachveränderung, die ebenfalls in der Synkopezeit stattfand, war die Brechung einiger Vokale. Die Brechung ist eine Form der Diphthongierung. Das e wandelte sich unter bestimmten Bedingungen in ein ja oder in ein jo / jǫ.[40] Bei der Brechung sieht man bereits Unterschiede zwischen den einzelnen urnordischen Dialekten[41] und dementsprechend auch zwischen den späteren nordgermanischen Sprachen (Schwedisch, Dänisch, Norwegisch (Isländisch, Färöisch)).
Beispiel:
- Das urnordische Wort *eka („ich“) wurde zu jak im Altostnordischen und ek im Altwestnordischen. In beiden Fällen verschwand das a als Folge der Synkope. Die gebrochene östliche Form, jak, ist der Vorläufer des schwedischen jag und des dänischen jeg. Die ungebrochene westliche Form entwickelte sich weiter zu norwegisch (Nynorsk) und färöisch eg sowie isländische ég.[42]
Folgen
Die Lautveränderungen in der Synkopezeit führten dazu, dass die Flexion (Beugung) einiger Wörter komplizierter wurde. Mehrere Vokale in den Endungen führten in der Nominalflexion zu unterschiedlichen Vokalen im Stamm einiger Wörter. Das folgende Beispiel zeigt, wie die Formen des urnordischen Wortes *wantuR („Handschuh“) durch i-Umlaut und u-Umlaut verändert werden. Das altwestnordische Wort vǫttr bekam auf diese Weise eine komplizierte Flexion, mit Wechsel von a, e und ǫ in der Stammsilbe.[43]
Sprachbeispiele
Goldhorn von Gallehus (Dänemark 5. Jahrhundert)
| Urnordisch | Deutsch | |
|---|---|---|
| ek hlewagastiR holtijaR horna tawido. | Ich, Leugast, Sohn des Holt // der Holte (?), machte (dieses) Horn. |
Brakteat von Tjurkö (Schweden 5. Jahrhundert)
| Urnordisch | Deutsch | |
|---|---|---|
| wurte runoR an walhakurne. HeldaR kunimu(n)diu | Ich fertigte die Runen auf „fremdem Korn“ (= Gold). Held für Kunimund. |
Runenstein von Kjølevik (Norwegen 1. Hälfte 5. Jahrhundert)
| Urnordisch | Deutsch | |
|---|---|---|
| hadulaikaR. Ek hagusta(l)daR hlaaiwido magu minimo | Hadulaik (liegt hier begraben). Ich Hagustald begrub meinen Sohn. |
Amulett von Lindholmen (6. Jahrhundert)
| Urnordisch | Deutsch | |
|---|---|---|
| ek erilaR sawilagaR ha(i)teka | Ich, der Runenmeister, der Schlaue heiße ich. |
Runenstein von Björketorp (8. Jahrhundert)
| Urnordisch | Deutsch | |
|---|---|---|
| uþarabaspa. sar þat barutR uti aR weladaude. HaeramalausR gunarunaR arageu falahak haderag, haidRuno ronu. | Unglücksprophezeiung! (Demjenigen), der dies bricht, ist tückischer Tod bevorstehend. Ohne Schaden habe ich die Großrunen der Hexerei eingegraben, (wie auch) die Reihe der Ehrenrunen. |
„Urnodisch“ und alternative Konzepte
Auch wenn das Konzept des Urnordischen in den letzten Jahrzehnten in Kritik geraten ist, so besteht keinesfalls Einigkeit, was an dessen Stelle treten sollte: „Die Ausgliederung des Germ[anischen] […] gehört zu den umstrittensten Fragen der germ. Sprachforsch.“ (Andersson 2002, 290; 2012, 224) Es folgt daher nebenstehend ein tabellarischer Überblick über die verschiedenen Bezeichnungs- und Abgrenzungsvorschläge.

Die Tabelle ist wie folgt zu lesen:
- In Zeile 1 (a und b):
- Skautrup (Zeile 1) bezeichnet (Spalte 2) die Sprache der Zeit von 200 bis 600 n. u. Z. (Spalte 3) als Ældere Urnordisk und die Sprache der Zeit von 600 bis 800 als Yungre Urnordisk.
- Folglich hat das Ældere Urnordisk (Zeile 1a / Spalte 2) nach Auffassung von Skautrup das Yungre Urnordisk als Nachfolger (Spalte 6); und das Yungre Urnordisk (Zeile 1b / Spalte 2) hat das Ældere Urnordisk als Vorgänger (Spalte 5).
- Das Yungre Urnordisk hat seinerseits – so wohl (daher das Fragezeichen) die Auffassung von Skautrup – das Gotonordische als Vorgänger (Spalte 5); und das Yungre Urnordisk (Zeile 1a / Spalte 2) hat seinerseits (unter anderem) das Olddansk (Runendansk) als Nachfolger, so Skautrup.
- Das Ældere Urnordisk und Yungre Urnordisk sind beide (zeitliche) Teilmengen des Urnordisk, das seinerseits nach Skautrups Auffassung eine Teilmenge der nordgermanischen Sprachen ist.
- In Zeile 9 (a und b):
- Nielsen (Zeile 9) bezeichnet (Spalte 2) die Sprache der Zeit von 200 bis 500 (Spalte 3) als Early Runic und die Sprache der anschließenden Zeit als Early North (North Germanic).
- Vorgängerin des Early Runic ist nach Auffassung von Nielsen das North-West Germanic.
- Das Early Runic weist nach Auffassung von Nielsen noch keine spezifisch nordischen/nordgermanische Merkmale auf – auch wenn es ausschließlich Vorgängerin-Sprache des Early North (North Germanic) ist –, sodass es noch nicht als nordgermanisch (sondern nur als Vorstufe des Nordgermanischen) zu klassifizieren ist, sodass das Early Runic nach Auffassung von Nielsen also keine Teilmenge der nordgermanischen Sprachen, sondern der Gesamtheit der nordgermanischen und nordseegermanischen Sprachen ist (siehe Nielsen 2000, 289: Gruppe II).
- usw.
Die Tabelle beginnt mit den drei schon in der Tabelle von Einar Haugen (1984, 116 f.) genannten Autoren Skautrug, Wesseén und Seip und setzt dann mit den ziemlich ähnlichen Auffassungen von Odd Einar Haugen sowie Torp/Vikør fort. Dann geht es mit der Begrifflichkeit von Einar Haugen und anderen Autoren, die die Bezeichnung „Urnordisch“ vermeiden, weiter (Zeile 6–9) und fast am Ende (Zeile 10, 11 und 12) sind zunächst (Zeile 10 & 11) zwei neuere Veröffentlichungen genannt, die zwar die Bezeichnung „Urnordisch“ verwenden, aber trotzdem von einer nordwestgermanischen Phase ausgehen. Des Weiteren ist noch (in Zeile 12) eine Veröffentlichung von 2012 erwähnt, die ebenfalls die Bezeichnung „Urnordisch“ beibehält, eine nordwerstgermanische Phase nicht erwähnt und die dem Urnordischen nachfolgende Phase in Altdänisch, Altschwedisch und Altnordwestnordisch aufgliedert. Schließlich – Zeile 13, die die Auffassung von Andersson (2006, 562) darstellt, der die Bezeichnung „Urnordisch“ für die Zeit bis ca. 500 reservieren und die Sprache der Zeit von ca. 500 bis ca. 800 „Gemeinnordisch“ nennen möchte.
Literatur
Wörterbücher und Wortlisten
Mit urnordischen Stichwörtern
- Lena Peterson: Lexikon över urnordiska personnamn. [Institutet för spräk ach folkminnen: Uppsala], 2004 https://www.isof.se/utforska/publikationer/publikationer/2004-10-10-lexikon-over-urnordiska-personnamn / https://www.isof.se/download/18.7854edc917c1170935619ca3/1633884603245/urnordiska-personnamn.pdf (58 Seiten; ca. 570 KB; schwedisch).
Das unten genannte Buch von Antonsen (2002; engl.) enthält auf S. 371–374 einen Index of runic words und das untengenannte Buch von Nieslen (2000; engl.) enthält auf S. 421–445 einen Index, in dem die transliterierten runic entries fett hervorgehoben sind[44].
Mit Stichwörtern in anderen Sprachen
- Lena Peterson: Nordiskt runnamnslexikon. Institutet för spräk ach folkminnen: Uppsala, 20075; https://www.isof.se/utforska/publikationer/publikationer/2007-01-01-nordiskt-runnamnslexikon (der dort wiederum vorhandene Link zur .pdf-Datei funktioniert zurzeit nicht; siehe statt dessen: https://web.archive.org/web/20220706193625/https://isof.diva-portal.org/smash/get/diva2:1108274/FULLTEXT01.pdf) (356 digitale Seiten[45], 180 MB; schwedisch; das Wörterbuch bezieht sich auf die [altnordische] Wikingerzeit,[46] enthält aber teilweise auch etymologische Informationen zum Urnordischen[47])
- A[ndries] D[irk] Kylstra / Sirkka-Liisa Hahmo / Tette Hofstra / Osmo Nikkilä: Lexikon der älteren germanischen Lehnwörter in den ostseefinnischen Sprachen. Rodopi:
- Bd. I: A – J, Amsterdam / Atlanta (Georgia, USA) 1991
- Bd. II: K – 0, Amsterdam / Atlanta (Georgia, USA) 1996
- Bd. III: P – Ä, Amsterdam / New York 2012
(als Stichwörter dienen Wörter des Finnischen oder anderer ostseefinnischer Sprachen[48]; „Nach 500 nach Christi Geburt entlehnte Worter werden nur ausnahmsweise berücksichtigt, zum Beispiel dann, wenn in der Forschung mit früherer Entlehnung gerechnet worden ist.“ [Bd. I, S. XXIIV]. „Das Tilde-Zeichen verbindet die urfinnische Rekonstruktion mit dem germanischen Wortmaterial; es bedeutet nicht, daß das ihm folgende Material die Quelle des ostseefinnischen Lexems sein muß, sondem mit diesem Lexem verbunden worden oder aber zu verbinden ist. Dem belegten germanischen Vergleichsmaterial gehen urgermanische und urnordische Rekonstruktionen voraus. Wenn ein urnordisches Wort in Runeninschriften belegt ist, wird statt einer Rekonstruktion das belegte Wort erwähnt.“ [S. XXVIII] „Am Ende eines jeden Wortartikels wird angegeben, ob das behandelte Wort nach dem Dafürhalten der Bearbeiter des vorliegenden Werkes ein germanisches Lehnwort ist.“ [S. XXIX]).
- Guus Kroonen: Etymological Dictionary of Proto-Germanic. Brill, Leiden/Boston 2013 (nimmt keine besondere Rücksicht auf das Urnordische, erschließt aber – ausgehend von rekonstruierten proto-germanischen Formen – einzelsprachliche [einschl. altnordische] Verwandte; die verschiedenen Register am Ende des Buches ermöglichen, auch ausgehend von Wörtern moderner Sprachen nach rekonstruierten proto-germanischen Formen zu suchen).
Weitere Literatur
Das Literaturverzeichnis ist im folgenden nach Sprachen gegliedert und innerhalb der Sprachen von neu nach alt sortiert.
Auf Deutsch
- Elvira Glaser: Urgermanisch. In: Glück/Rödel 2024, S. 703–704.
- Felicitas Kleber / Bernd Pompino-Marschall: Umlaut. In: Glück/Rödel 2024, S. 697.
- Ludwig Rübekeil: Urnodisch. In: Glück/Rödel 2024, S. 704.
- Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Metzler, Berlin 20246.
- Wolfram Euler: Das Westgermanische. Von der Herausbildung im 3. bis zur Aufgliederung im 7. Jahrhundert – Analyse und Rekonstruktion. Verlag Inspiration Unlimited: Berlin, 20131, 20222. erw. u. verb., ISBN 978-3-945127-41-4 (v. a. S. 16–39, 58 f. und 69 f.).
- Michael Schulte: Urnordisch. Eine Einführung. Praesens Verlag, Wien 2018, ISBN 978-3-7069-0951-8.
- Katharina Baier, Werner Schäfke: Altnordisch. Eine Einführung. Narr Francke Attempto, Tübingen, 2012 [Achtung! Das Buch beschäftigt sich v. a. mit dem Alt- (nicht: Ur-)nodischen, enthält aber auch Informationen zum Urnordischen.]
- Thorsten Andersson: Der nordgermanische Sprachzweig. In: Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer (Hrsg.): Altertumskunde – Altertumswissenschaft – Kulturwissenschaft. Erträge und Perspektiven nach 40 Jahren Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. de Gruyter, Berlin/Boston 2012, S. 215–244.
- Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft, Kröner: Stuttgart, 20084.
- Elmar Seebold: Westgermanische Sprachen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 33. de Gruyter, Berlin / New York 20062, S. 530–536.
- Thorsten Andersson: Urnordische Sprache. In: ebd., Band 31. 20062, 559–562.
- ders.: Nordgermanische Sprachen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Einundzwanzigster Band. de Gruyter, Berlin / New York 20022, 289–306.
- Ottar Grønvik: Untersuchungen zur älteren nordischen und germanischen Sprachgeschichte. Peter Lang, Frankfurt am Main / Berlin / Bern / New York / Paris / Wien 1998.
- Herbert Penzl: Runengermanisch. Zur Geschichte einer ‚Trümmersprache‘. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 1995, S. 369–380 (doi:10.1515/bgsl.1995.1995.117.369).
- Hanne Neumann, S. Nowak, Klaus Düwel: Katalog zur Ausstellung Schmuck und Waffen mit Inschriften aus dem ersten Jahrtausend (7.8.1995–6.9. 1995). Kunstsammlung der Universität, Göttingen 1995.[49]
- Thomas Klein: Zu horna und zur sprachlichen Einordnung der Gallehus-Inschrift. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 1992, S. 212–226.
- Herbert Penzl: Die Gallehusinschrift: Trümmer der nordisch-westgermanisch Ursprache. In: Heinrich Beck (Hrsg.): Germanische Rest- und Trümmersprachen. de Gruyter, Berlin / New York 1989, 87–96 (doi:10.1515/9783110864717.87).
- ders: Zur gotischen Urheimat und Ausgliederung der germanischen Dialekte. In: Indogermanische Forschungen 1985, S. 147–167.
- Einar Haugen, Die skandinavischen Sprache. Eine Einführung in ihre Geschichte. Buske, Hamburg 1984 (überarbeitete Fassung von: Haugen 1976 [engl.][50])
- Wolfgang Krause: Die Sprache der urnordischen Runeninschriften. Winter, Heidelberg 1971, ISBN 3-533-02178-5.
- Didrik Arup Seip: Norwegische Sprachgeschichte. Bearbeitet und erweitert [und anscheinend auch übersetzt] von Laurots Saltveit (= Grundriß der germanischen Philologie. Bd. 19). de Gruyter: Berlin / New York, 1971 (vgl. Seip 1955 [dän.]).
- Elias Wessén: Schwedische Sprachgeschichte. Band I: Laut- und Flexionslehre (= Grundriß der germanischen Philologie. Bd. 18.1). de Gruyter, Berlin 1970 (vgl. Wessén 1965 [schwed.]).
- Hans Kuhn: Kleine Schriften. Aufsätze und Rezensionen aus den Gebieten der germanischen und nordischen Sprach-, Literatur- und Kulturgeschichte. Band 1: Sprachgeschichte, Verskunst, de Gruyter: Berlin, 1969.
- ders.: Zur Gliederung der germanischen Sprachen. In: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 86 (1955/56), Bd. 1–47[51] (= Kuhn 1969, 246–290; doi:10.1515/9783110817348.246).
- ders.: [Rezension zu: Ernst Schwarz: Goten, Nordgermanen, Angelsachsen. Francke, Bern und Lehnen, München 1951.] In: Anzeiger für deutsches Altertum und deutsche Literatur[52] 66 (1952/53), S. 45–521 (= Kuhn 1969, 196–204; doi:10.1515/9783110817348.196).
- Siegfried Gutenbrunner: Historische Laut- und Formenlehre des Altisländischen. Zugleich eine Einführung in das Urnordische. Winter, Heidelberg 1951.
- Hans Kuhn: [Rezension zu: Friedrich Maurer: Nordgermanen und Alemannen. Hünenburg, Straßburg 1943.] In: Anzeiger für deutsches Altertum und deutsche Literatur 63 [1944], S. 4–13.
Auf Englisch
- Frederik Hartmann: Germanic Phylogeny (Oxford Studies in Diachronic and Historical Linguistics). Oxford University Press, Oxford 2023, ISBN 978-0-19-887273-3.
- Donald Ringe: The development and diversification of Northwest Germanic. In: ders. / Ann Taylor: The Development of Old English. Oxford University Press, Oxford 2014 (doi:10.1093/acprof:oso/9780199207848.001.0001), S. 10–40 (= Chapter 2).
- Elmer H. Antonsen: Runes and Germanic Linguistics. Mouton de Gruyter, Berlin / New York 2002 (doi:10.1515/9783110885521.17).
- Hans Frede Nielsen: Nordic-West Germanic relations. In: Bandle et al. 2002, S. 548–568 (doi:10.1515/9783110197051-064).
- ders.: Delimitation of Ancient Nordic from Common Germanic and Old Nordic. In: Bandle et al. 2002, S. 615–619 (doi:10.1515/9783110197051-070).
- Oskar Bandle et al. (Hrsg.): The Nordic Languages. An International Handbook of the History of the North Germanic Languages (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft. Bd. 22). de Gruyter, Berlin / New York 2002 (doi:10.1515/9783110197051 und doi:10.1515/9783110197068).
- Hans Frede Nielsen: The Early Runic Language of Scandinavia. Winter, Heidelberg 2000, ISBN 3-8253-1080-9.
- G. Thórhallsdóttir [d. h.: Guðrún Þórhallsdóttir[53] ]: Norse and Icelandic. In: R[oland] E. Asher: The Encyclopedia of Language and Linguistics. Bd. 5, Pergamon Press, Oxford / New York / Seoul / Tokyo 1994, S. 2835–2837.
- Frans Van Coetsem: The Vocalism of the Germanic Parent Language. Winter, Heidelberg 1994.
- Elmer H. Antonsen: The earliest attested Germanic language, revisited. In: NOWELE. North-Western European language evolution 1994, S. 41–68 (doi:10.1075/nowele.23.02ant); überarbeitet in: ders. 2002, 17–36.
- Einar Haugen: The Scandinavian Languages. An Introduction to their History. Faber & Faber, London 1976.
- Elmer H. Antonsen: A Concise Grammar of the Older Runic Inscriptions. Niemeyer, Tübingen 1975.
Auf Dänisch
- Ebba Hjorth (Hovedradaktør): Dansk Sproghistorie. Bind 2: Ord for ord for ord, Danske Sprog- og Litteraturselskab / Aarhus Universitetsforlag, København / Aarhus, 2018,
- Kapitel 5: Ortografi, darin:
- Michael Lerche Nielsen under medvirken af Marie Stoklund: Runetiden: S. 11–25;
- Kapitel 7: Udtale, darin:
- dies., Runetiden: S. 133–150
- Kapitel 5: Ortografi, darin:
- und
- Kapitel 8: Ordforråd, darin:
- Marita Akhøj Nielsen, Runedansk og gammeldansk: S. 293–301.
- Ebba Hjorth (Hovedradaktør): Dansk Sproghistorie. Bind 1: Dansk tager form. Danske Sprog- og Litteraturselskab / Aarhus Universitetsforlag, København / Aarhus 2016.
- Adam Hyllested: Sprogfamilien. In: Hjorth 2016, S. 125–155.
- Bent Jørgensen: Sproghistoriske perioder. In: Hjorth 2016, 79–83.
- Peter Skautrup: Det danske sprogs historie. Band 1: Fra Guldhornene til jyske lov. Gyldendal, København 1944.
Auf Norwegisch
- Odd Einar Haugen: Grunnbok i norrønt språk. Gyldendal, Oslo 19931 (304 S.), insb. 18–20 (Abschnitt 1.2 „Språkhistorisk inndeling“) und 21 [Abbildung „Det eldre runealfabetet (urnordisk tid)“]; 19952 (320 S.), ISBN 82-417-0506-9.
- Arne Torp, Lars S. Vikør: Hovuddrag i norsk språkhistorie. Gyldendal, [Oslo?] 1993.
- Ottar Grønvik: Runene på Tunesteinen. Alfabet – Språkform – Budskap. Universitetsforlaget: Oslo / Bergen / Tromsø, 1981.
- Didrik Arup Seip: Norsk språkhistorie til omkring 1370. Aschehoug (Naygaard), Oslo 19311, 19552.
- Hallfrid Christiansen:[54] Norske Dialekter.
- 1. Innføring i almen norsk fonologi og dialektologi (1946; 63 S.)
- 2. Fra indoeuropéisk grunnspråk til norske dialekter (1947; S. 67–128)
- 3. De viktigste målmerker og deres råderom (1948; S. 131–220)
Auf Schwedisch
- Elias Wessén: Svensk Språkhistoria. Band I: Ljudlära och ordböjningslära. Almqvist & Wiksell, Stockholm / Göteborg / Uppsala 19657.