Rusthof
Wohnanlage in den Niederlanden
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Der Rusthof ist ein Hofje in Den Haag, welcher 1831 von Betsy van der Hoop gegründet wurde. Er befindet sich in der Parkstraat 41–61, direkt neben der St.-Jakobs-Kirche.
Geschichte
Der Rusthof wurde 1831 von Elisabeth Groen van Prinsterer-van der Hoop, der Ehefrau von Guillaume Groen van Prinsterer, einem Politiker, Juristen und Historiker, gegründet.[1] Das Geld für die Gründung stammte aus dem Erbe ihres Schwiegervaters. Beide gehörten der Réveil-Bewegung an, einer protestantischen Bewegung, die ein positives christliches Zeugnis nicht nur in der Kirche, sondern auch im gesellschaftlichen und politischen Bereich etablieren wollte. So waren beide Ehepartner, aber vor allem Betsy van der Hoop, sozial und frauenpolitisch aktiv.[2]
Erste Häuser und Nähschule
Zunächst wurde ein Garten namens „Lustgarten“, der mit großen Obstbäumen bepflanzt war, gekauft. Auf dem Grundstück standen zwei Häuser und diese sollten ein kleines Armenhaus bilden, der „Rusthof“ (Ruhegarten), war für ältere, alleinstehende und mittellose Frauen gedacht. Die ursprüngliche Bestimmung, die sich noch in der heutigen Satzung findet, sah vor, dass sie „grundsätzlich für Frauen über 55 Jahre protestantischen Glaubens bestimmt, die durch gegenseitige Hilfe ‚einander in Liebe dienen‘ und alles vermeiden sollten, was anderen zur Last fallen könnte.“ Zumeist lebten dort vor allem Witwen und Dienstbotinnen, die kein Einkommen mehr hatten, nachdem sie in den Ruhestand getreten waren. Weitere Häuser wurden 1842 erbaut und 1846 zog die Nähschule von Betsy van der Hoop ebenfalls dort ein. Mit der Stiftung des Rusthofs wurden zwei Ziele verfolgt, die kostenlose Ausbildung im weiblichen Handwerk und die Bereitstellung von Wohnraum. Dieser war für die Mieterinnen kostenlos, oder sie zahlten eine sehr günstige Miete.[2]
Weiterer Ausbau
Ein zweiter Häuserblock wurde 1849 errichtet. Zudem gehörte Betsy van der Hoop 1870 zu den Gründerinnen eines Diakonissenhauses unter der Leitung von Sara Katharina de Bronovo. Im Diakonissenhaus sollten „Witwen und unverheiratete Frauen verschiedener Gesellschaftsschichten in der Krankenpflege ausgebildet werden“. Dem Diakonissenhaus wurden mehrere Häuser in der Kazernestraat zur Verfügung gestellt. Als dies nicht ausreichte, wurden Häuser des Rusthofs mit dem Diakonissenhaus verbunden. Der Rusthof wurde dann durch den Bau von acht weiteren Häusern erweitert.[2] Das Diakonissenhaus verließ dieses Gelände 1878 und zog in die Laan van Meerdervoort. Dadurch wurden auch die Gebäude wieder frei.
Spätere Entwicklung
Die Nähschule wurde 1930 geschlossen, da es inzwischen weitere Bildungsmöglichkeiten für Mädchen gab, waren die Schülerinnenzahlen stark gesunken. Zunächst wurde das Gebäude vermietet, dann dem Rusthof-Komplex wieder eingegliedert und zu einem Wohnhaus umgebaut.[2]
Umfassend saniert wurde die Anlage 1986 und 1987. Die Infrastruktur der Häuser wurden restauriert und an moderne Standards angepasst. Es entstanden 17 Wohnungen, jede mit Küche, Toilette und Bad. Zudem wurde der Garten neu gestaltet. Das Hausmeisterhaus und das Gästehaus wurden 2022 renoviert, das Gästehaus wurde in ein Wohnhaus umgewandelt.[2]