Rusty Kanokogi
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Rusty Kanokogi (* 30. Juli 1935 als Rena Glickman in New York; † 21. November 2009 ebenda) war eine US-amerikanische Judoka, Trainerin und Sportfunktionärin, die als eine Vorreiterin des Frauenjudo gilt.[1] Sie setzte sich für eine Teilnahme von Frauen an internationalen Wettkämpfen und den Olympischen Spielen ein, und wird deshalb auch als „Mutter des Frauenjudo“ bezeichnet.[2][3]
Leben
Kanokogi wuchs in schwierigen Verhältnissen nahe Coney Island auf, arbeitete bereits als Kind nach der Schule und fand im Sport zunächst vor allem über Hanteltraining und einen Boxsack ein Ventil für ihre Energie.[2][4] Mitte der 1950er-Jahre kam sie zum Judo, nachdem ihr ein Freund eine Technik gezeigt hatte; der Sport gab ihrem Leben Halt und Selbstkontrolle.[1][2] Im Jahr 1962 ging sie für ein intensiveres Judostudium nach Tokio und lernte dort Ryohei Kanokogi kennen, den sie später in New York heiratete.[1][2] Kurz vor ihrem Tod ehrte der YMCA sie 2009 in Brooklyn mit einer Goldmedaille für ihr Lebenswerk und erinnerte damit zugleich an die ihr Jahrzehnte zuvor aberkannte Auszeichnung; wenige Monate danach starb sie im Alter von 74 Jahren in Brooklyn.[1][5][6]
Wirken
Kanokogis Wirken begann 1959 mit einem Eklat, als sie bei den YMCA-Meisterschaften in Utica nach einem gewonnenen Kampf ihre Medaille zurückgeben musste, weil sie eine Frau war.[1][3][6] Aus dieser Erfahrung machte sie ihre Lebensaufgabe, dass keine Frau im Judo noch einmal auf diese Weise ausgeschlossen werden sollte.[1][6] In den folgenden Jahrzehnten organisierte sie Frauenturniere, trieb den internationalen Aufbau des Frauenjudo voran und half 1980 dabei, die erste Frauen-Weltmeisterschaft im Madison Square Garden zu ermöglichen, die sie sogar mit einer Hypothek auf ihr Haus mitfinanzierte.[2][5][6] Im Jahr 1988 trainierte sie das erste US-Frauenjudoteam bei den Olympischen Sommerspielen von Seoul und trug durch politischen und juristischen Druck zu einer olympischen Austragung des Frauenjudo bei.[3][5] 2008 erhielt sie den Orden der Aufgehenden Sonne, mit dem Japan ihre Verdienste würdigte.[2][5]