Ruth Jakusch
deutsche Emigrantin zur Zeit des Nationalsozialismus, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau
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Ruth Jakusch, geborene Eisenberg (geboren 1914 in Frankfurt am Main; gestorben 1991 in München), eine deutsche Emigrantin zur Zeit des Nationalsozialismus, war von 1965 bis 1975 erste Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau.
Leben
Eisenberg emigrierte aufgrund der Judenverfolgung aus dem nationalsozialistischen Deutschland.[1] Sie kehrte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Gefolge der US-Armee nach Deutschland zurück, wo sie als Übersetzerin während der Dachauer Prozesse tätig wurde.[2] Währenddessen lernte sie den KZ-Überlebenden Hugo Jakusch kennen, den sie später heiratete. Jakusch war fast die gesamte Zeit des Nationalsozialismus als kommunistischer Häftling im KZ Dachau inhaftiert gewesen.[1][3]
Beauftragt vom Comité International de Dachau (CID) begann sie 1962 mit Recherchen zur Geschichte des KZ Dachau und wurde 1963 hauptamtliche Mitarbeiterin der zunächst provisorischen Gedenkstätte.[1][2] Im Rahmen einer Arbeitsgruppe bestehend aus ehemaligen Häftlingen und Fachberatern konzipierte sie eine Ausstellung zum KZ Dachau. Sie wurde 1965 erste Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau,[4] die sie bis 1975 leitete. Als Gedenkstättenleiterin folgte ihr Barbara Distel nach.[3]
Jakusch wurde nach ihrem Tod auf dem Waldfriedhof München beigesetzt.[5]