Ruth Ley

britische Entwicklungsbiologin und Mikrobiologin From Wikipedia, the free encyclopedia

Ruth E. Ley (* 1970) ist eine britische Mikrobiologin und mikrobielle Ökologin. Sie ist Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktorin der Abteilung für Mikrobiomforschung am Max-Planck-Institut für Biologie Tübingen. Ihre Forschung befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen Wirt und Mikrobiom sowie deren Bedeutung für Gesundheit und Evolution.

Werdegang

Ley studierte an der University of California, Berkeley Integrative Biologie (Bachelorabschluss) und promovierte an der University of Colorado Boulder im Bereich Mikrobiologie. Anschließend war sie als NASA-NRC Postdoctoral Research Fellow bei Norman R. Pace tätig. Im Jahr 2004 wechselte sie an die Washington University School of Medicine, wo sie mit Jeffrey I. Gordon zum Darmmikrobiom von Säugetieren forschte.

2005 wurde Ley zur Instructor an der Washington University School of Medicine ernannt, 2007 zur Research Assistant Professor. 2008 wechselte sie als Assistant Professor an die Cornell University. Dort wurde sie 2013 zur Associate Professor mit Tenure befördert. Seit 2016 ist sie Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktorin der Abteilung für Mikrobiomforschung am Max-Planck-Institut für Biologie in Tübingen. Von 2022 bis 2024 war sie Geschäftsführende Direktorin des Instituts. Seit 2019 ist sie stellvertretende Sprecherin des Exzellenzclusters „Controlling Microbes to Fight Infection“ (CMFI) im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern an der Universität Tübingen. Von 2020 bis 2023 war sie Mitglied des Wissenschaftlichen Rats des Institut Pasteur. Sie ist Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung.

Forschung

Ley wurde als Umweltmikrobenökologin ausgebildet.[1] Sie verband Ansätze der Umweltmikrobiologie mit der biomedizinischen Forschung und trug zur Etablierung molekular-phylogenetischer Methoden in der Untersuchung des Darmmikrobioms bei.Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Jeffrey I. Gordon zeigte sie, dass Adipositas mit Veränderungen der mikrobiellen Zusammensetzung des Darms einhergeht.[2][3] Weitere Arbeiten untersuchten die Rolle von Wirtsgenetik bei der Strukturierung des Darmmikrobioms.[4] Während ihrer Zeit an der Cornell University erforschte sie Veränderungen des Mikrobioms während der Schwangerschaft sowie genetische Einflüsse auf mikrobielle Gemeinschaften.[5][6][7] Zudem untersuchte sie die Rolle des angeborenen Immunrezeptors Toll-like-Rezeptor 5 (TLR5) in der Regulation des Mikrobioms.[8] Am Max-Planck-Institut für Biologie untersucht Ley die Evolution und Anpassung des menschlichen Darmmikrobioms. Ihre Arbeiten zur Kodiversifikation von Menschen und Mikroben zeigen, dass bestimmte mikrobielle Linien eng an ihre Wirte gebunden sind.[9] Weitere Studien befassen sich mit der Funktion bakterieller Flagelline und deren Interaktion mit dem Immunsystem.[10]

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

  • mit F. Bäckhed, J. Gordon u. a.: Obesity alters gut microbial ecology, Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA, Band 102, 2005, S. 11070–11075
  • mit F. Bäckhed, J. Gordon u. a.: Host-bacterial mutualism in the human intestine, Science, Band 307, 2005, S. 1915–1920
  • mit P. J. Turnbaugh, M. A. Mahowald, V. Magrini, E. R. Mardis, J. Gordon: An obesity-associated gut microbiome with increased capacity for energy harvest, Nature, Band 444, 2006, S. 1027
  • mit D. A. Peterson, J. Gordon: Ecological and evolutionary forces shaping microbial diversity in the human intestine, Cell, band 124, 2006, S. 837–848
  • mit P. J. Turnbaugh, S. Klein, J. Gordon: Microbial ecology: human gut microbes associated with obesity, Nature, Band 444, 2006, S. 1022
  • mit P. J. Turnbaugh u. a.: The human microbiome project, Nature, Band 449, 2007, S. 804
  • mit P. J. Turnbaugh u. a.: A core gut microbiome in obese and lean twins, Nature, Band 457, 2009, S. 480
  • mit M. Hamady u. a.: Evolution of mammals and their gut microbes, Science, Band 320, 2008, S. 1647–1651
  • mit L. Wen u. a.: Innate immunity and intestinal microbiota in the development of Type 1 diabetes, Nature, Band 455, 2008, S. 1109
  • mit M. Vijay-Kumar u. a.: Metabolic syndrome and altered gut microbiota in mice lacking Toll-like receptor 5, Science, Band 328, 2010, S. 228–231
  • mit A. Spor, O. Koren: Unraveling the effects of environment and host genotype on the gut microbiome. Nature Reviews Microbiology, Band 9, 2011, S. 279–290.
  • mit J. Walter: The human gut microbiome: ecology and recent evolutionary changes. Annual Reviews of Microbiology, Band 65, 2011, S. 411–429.
  • mit C. Huttenhower u. a.: Structure, function and diversity of the healthy human microbiome, Nature, Band 486, 2012, S. 207

Einzelnachweise

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