Ruthenitz
Mittelalterliche Siedlung in Brandenburg
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Ruthenitz war ein mittelalterliches Dorf südwestlich von Jüterbog im heutigen Land Brandenburg, das im Spätmittelalter wüst fiel und später vollständig in der Feldmark von Rohrbeck aufging. Die genaue Lage der Siedlung ist unbekannt.[1]
Geografische Lage
Ruthenitz lag südwestlich von Jüterbog. Aufgrund fehlender Geländespuren lässt sich der genaue Standort nicht mehr bestimmen. Die Wüstung wird in den Flurunterlagen von 1936/1937 unter den Wenddörfern geführt und erscheint dort als Bestandteil der Feldmark Rohrbeck. In älteren Quellen wird Ruthenitz auf der Wendemark am Ruhlsgraben bzw. Ruthesgraben lokalisiert, dessen Name vom Ort abgeleitet sein soll.[1]
Geschichte und Etymologie
Urkundlich erscheint der Ort in mehreren Varianten: 1161/1174 als Ruthnizze, 1173/1180 als Ruttinize, 1183 als Rutenize sowie 1301 als Rutnicae. Die Belege stammen überwiegend aus den Beständen des Klosters Gottesgnaden, der Marienkirche Jüterbog sowie weiteren regionalen kirchlichen Archiven. Der Name leitet sich von einer Person namens Rüdnitz ab.[2] Zwischen 1174 und 1183 wird Ruthenitz ausdrücklich als Dorf (villa) bezeichnet, muss jedoch im weiteren Verlauf des Mittelalters wüst gefallen sein. Das Dorf und später seine Wüstungsflur gehörte bis 1817 der Vogtei beziehungsweise dem Amt Jüterbog, danach bis 1872 dem Amt Zinna. Kirchlich war Ruthenitz dem Archidiakonat Jüterbog im Erzbistum Magdeburg zugeordnet. Bereits 1161/1174 ist die Kirche St. Maria in Kloster Zinna als zehntberechtigt belegt; deren Kirchenpatronat wurde vom Erzbischof an das Stift Gottesgnaden bei Calbe (Saale) übertragen. Um 1173/1180 erhielt der Bischof von Brandenburg ein Drittel des Zehnten der Kirche. Nach dem Wüstfallen wurde die Feldmark vollständig von Rohrbeck übernommen. Eine Besonderheit besteht darin, dass in Rohrbeck über Jahrhunderte zwei Schulzen genannt werden. Dieser Umstand könnte auf eine frühe enge Verbindung zwischen beiden Orten oder auf die Verwaltungsfortführung der Ruthenitzer Gemarkung hindeuten.[1]
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 456.