Rußschneegimpel

Art der Gattung Schneegimpel (Leucosticte) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Rußschneegimpel (Leucosticte atrata) ist eine in Nordamerika vorkommende Singvogelart aus der Unterfamilie der Stieglitzartigen (Carduelinae).

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Rußschneegimpel

Rußschneegimpel (Leucosticte atrata)

Systematik
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Finken (Fringillidae)
Unterfamilie: Stieglitzartige (Carduelinae)
Tribus: Pyrrhulini
Gattung: Schneegimpel (Leucosticte)
Art: Rußschneegimpel
Wissenschaftlicher Name
Leucosticte atrata
Ridgway, 1874
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Rußschneegimpel in den Sandia Mountains
Verbreitungsgebiet des Rußschneegimpels

Merkmale

Rußschneegimpel erreichen eine Größe von ca. 16 Zentimetern.[1] Männchen und Weibchen unterscheiden sich leicht in der Gefiederfärbung. Das Männchen ist einheitlich dunkelbraun-schwarz an Rücken, Brust, Hals und Gesicht unterhalb des Auges. Die Federn an Bauch, Bürzel, Ober- und Unterschwanzdecken sowie am Flügelbogen sind rosa gesäumt und wirken schuppig, der Schwanz ist gekerbt. Der schwarze Vorderkopf ist mit einem weißen bis silbergrauen Band um den Hinterkopf versehen. Die Weibchen ähneln den Männchen, ihr Gefieder ist jedoch heller graubraun und der Rücken stärker gestreift. Das Rosa im Gefieder ist reduziert oder fehlt zuweilen. Das Silbergrau am Hinterkopf ist stark reduziert. Der kräftige, kegelförmige Schnabel ist während der Brutzeit gelb, im Winter grau bis schwarz, die Iris ist schwarz, Beine und Füße sind dunkelgrau.

Ähnliche Arten

Die Art ähnelt im Aussehen dem Coloradoschneegimpel (Leucosticte australis) und dem Schwarzstirn-Schneegimpel (Leucosticte tephrocotis). Der Rußschneegimpel ist jedoch insgesamt dunkler gefärbt.

Verbreitung, Unterarten und Lebensraum

Der Rußschneegimpel kommt in Hochlagen von Gebirgen in überwiegend nordwestlichen Regionen der Vereinigten Staaten vor. Er ist dort auf felsigen Almwiesen oberhalb der Wald- und Baumgrenze in Höhenlagen zwischen 2600 und 3600 Metern zu finden.[2] Unterarten werden nicht geführt.

Lebensweise

Rußschneegimpel leben und brüten oberhalb der Baumgrenze und nisten zumeist in Felsspalten und -höhlen, oft in der Nähe von Schneefeldern und Gletschern in den höchsten Gebirgszügen. Sie suchen auf Schneewehen und an deren schlammigen, schmelzenden Rändern nach Insekten und Samen. Dort sind alte Nahrungsreste zu finden und neue werden durch die Schneeschmelze freigelegt, auch keimen dort die Samen. Zusätzlich zum Kropf besitzen Rußschneegimpel spezielle, paarig angelegte Säcke unter dem Schnabelboden. Diese ermöglichen es den Altvögeln, bei jedem Flug zu den Jungen zusätzliche Nahrung mitzunehmen. Die erhöhte Zuladung macht längere Flüge rentabel und erlaubt es den Eltern, in dieser mitunter kargen Umgebung ein größeres Gebiet von bis zu vier Kilometern Entfernung vom Nest nach Nahrung abzusuchen. Da die alpine Brutsaison kurz ist, muss die Brutaktivität so früh wie möglich beginnen, um den Brutzyklus abzuschließen, bevor extreme Wetterbedingungen die Vögel in die tieferen Lagen vertreiben. So lässt sich der Rußschneegimpel im April im Hochgebirge nieder, wenn der Boden noch tief gefroren und mit Schnee bedeckt ist und verweilt dort, um die erste Wetterbesserung auszunutzen. Die Männchen verjagen aggressiv andere Männchen, die ihrem Brutplatz und ihren Weibchen zu nahe kommen. Rußschneegimpel gehören zu den am wenigsten erforschten Vögeln Nordamerikas, da ihr alpiner Lebensraum im Allgemeinen und ihre Nistplätze an Felswänden im Besonderen schwer zugänglich sind. Details zum Brutverhalten der Art müssen deshalb noch erforscht werden.[3]

Im Winter zieht der Rußschneegimpel in Einöden, Nationalparks und Täler, die oft nur dünn oder zeitweise schneebedeckt sind. Dort sucht er auf kahlen Stellen nach Nahrung. Vom Menschen angelegte Futterstellen werden bereitwillig angenommen.[4] Er zieht in großen Schwärmen abrupt umher. An wärmeren Tagen fliegen die Vögel auch in höhere Lagen, um dort zu fressen, wo der Wind die Tundra vom Schnee befreit hat. Nachts übernachten sie in großen Gemeinschaftsschlafplätzen in Höhlen, Bergwerksschächten oder unter Dachsparren.[3]

Bestand und Gefährdung

Die Populationen des Rußschneegimpels sind im Rückgang begriffen. Die Art wird deshalb von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als „endangered = stark gefährdet“ geführt.[2]

Literatur

  • Richard E. Johnson: Black Rosy-Finch (Leucosticte atrata), version 1.0. In Birds of the World (A. F. Poole und F. B. Gill, Editors), Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, 2020

Einzelnachweise

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