Rähm
Balken im Fachwerkbau
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Der[2] (auch: das[3]) Rähm (auch Wandpfette, Rahmholz[4], Rähmholz, Rähmbalken) ist im Fachwerkbau der obere waagerechte Abschluss der Fachwerkwand bzw. der Holzrahmenkonstruktion.[5] Ein Rähm dient in der Regel als Auflager für Balkenlagen, Kehlbalkenlagen oder Sparrenlagen.[5]

Ein Rähm der Fachwerkwand kann zugleich eine Pfette bilden, auf der sich als Fußpunkt die Sparren abstützen[6] (nicht zu verwechseln mit einer Mauerlatte).
Begriff
Der im historischen Holzbau verwendete Begriff Rähm kommt von Rahmen (m.), Rahme (m.), Rahm (f.) und bezeichnet das obere Rahmenholz einer Fachwerkwand.[7]
Aus dem Rähm leitete sich der mittlerweile veraltete[8] Begriff Rähmbau ab; vgl. Stockwerkbau (Fachwerk).
Beschreibung
Der Rähm hat verschiedene Aufgaben:[5]
- als Ringanker den Längsverband in der Konstruktion herzustellen,
- die horizontalen Schubkräfte über die Streben abzuleiten und
- die vertikalen Kräfte über die Pfosten, Stiele oder Ständer in die Schwellen bzw. das Fundament zu leiten.
Rähm wird auch der Längsbalken in historischen Dachwerken mit stehendem oder liegendem Stuhl genannt, der von Ständern bzw. Stuhlsäulen getragen wird; dieser Balken bildet somit auch den oberen Abschluss des Längsverbands.[9] Die Kehlbalken werden meist vom Rähm unterstützt, teilweise sind sie auch mit ihm verkämmt (d. h. Kehlbalken und Rähm sind gegen Ausweichen in Querrichtung fest miteinander verbunden).[10]



Literatur
- Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 10. Mai 2024), S. 383: Rähm.