Rüdiger Meichsner
deutscher Kameramann
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Rüdiger Meichsner (* 5. August 1940 in Gräfelfing; † 21. Juli 2026) war ein deutscher Kameramann.
Die frühen Jahre
Der Sohn des Produktions- und Herstellungsleiters Eberhard Meichsner stieß über den Veteran-Kameramann Georg Bruckbauer zur Filmbranche. Bruckbauer gab ihm den Tipp, sich bei der Kamera-Firma ARRI zu bewerben. Meichsner durchlief bei ARRI eine dreieinhalb Jahre dauernde Lehrzeit (und im Rahmen der Rundumausbildung auch eine Feinmechanikerlehre). Darüber hinaus begann er praktische Erfahrungen als Kameraassistent von Willy Winterstein zu sammeln.
Nach Jahren als Kameraassistent (u. a. 1961 bei Die Stunde, die du glücklich bist, 1963 bei Die schwarze Kobra und im darauffolgenden Winter bei Rudolf Jugerts letztem Kinofilm, dem Kriegsdrama Kennwort: Reiher) gab er 1963 seinen Einstand als Kameramann bei dem Krimi Piccadilly null Uhr zwölf unter Chefkameramann Hans Jura. 1967/68 wirkte er als Ko-Kameramann des erfahrenen italienischen Kollegen Francesco Izzarelli bei den Kommissar-X-Filmen Kommissar X – Drei blaue Panther und Kommissar X – Drei goldene Schlangen mit.
1968 begann er eine Tätigkeit als Chefkameramann für das Kino bei Roger Fritz’ Gesellschaftsmelodram Häschen in der Grube. Rüdiger Meichsner stand fortan sowohl bei einigen ZDF-Krimis aus der Feder Herbert Reineckers (11 Uhr 20, Der Kommissar) als auch bei drei „Käfer“-Komödien um das VW-Wunderauto Dudu aus der Hand Rudolf Zehetgrubers hinter der Kamera.
Er war Mitglied im Bundesverband Kamera und zu Beginn der 1980er Jahre im Vorstand tätig.[1]
Zum Jahresbeginn 2007 zog sich Rüdiger Meichsner ins Privatleben zurück. Im Juli 2026 starb er zwei Wochen vor Vollendung seines 86. Lebensjahres.[2]
Zusammenarbeit mit Klaus Lemke
In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre begann er eine bis ins neue Jahrtausend anhaltende, enge Kooperation mit dem Münchner Filmemacher Klaus Lemke; die erste gemeinsame, 1976 ausgestrahlte Produktion wurde die kauzige Komödie Idole um zwei Frauen auf der Suche nach dem idealen Mann, mit der Lemke seinen nachmaligen Hausstar Cleo Kretschmer groß herausstellte.[3] 1978 drehte er, ebenfalls mit Lemke und Kretschmer, die Großmarktkomödie Amore.[4]
Vor allem die improvisationsfreudigen Lemke-Inszenierungen Arabische Nächte und Ein komischer Heiliger mit Kretschmer in der weiblichen Hauptrolle wurden nicht nur vor der Kritik als urwüchsiges, authentisch-pralles Kino mit bajuwarischem, halbdokumentarischen Anstrich gefeiert, sondern waren überdies große Publikumserfolge. Der Filmkritiker Hans-Christoph Blumenberg beschreibt die Kameraarbeit in den Lemke-Filmen als zufällig, sie habe sich durch einen „Mangel an Stil“ ausgezeichnet, was direkt der Arbeitsmethode Lemkes geschuldet gewesen sei. „Seine Inszenierung“ habe „in der oft spontanen Reaktion auf vorgefundene Realität“ bestanden, sie habe sich an die Situation angepasst und sei so „notwendig unvollkommen“ geblieben, „durchlässig für die wunderbaren Überraschungen des Alltäglichen“. Lemke und Meichsner hätten dafür „einiges in Kauf“ genommen.[4]
Bereits seit Beginn der 80er Jahre konnte Meichsner, der sich in der Zwischenzeit mit Lemke zerstritten hatte,[5] nur noch sporadisch Aufträge von Film und Fernsehen erhalten und er begann, sich auf die Fotografie (und gelegentlich auch Inszenierung) von Industrie-, Werbe- und Lehrfilmen (wie z. B. die TV-Auftragsproduktion über moderne Technologie Morgen ist schon gestern) zu konzentrieren. Bei dem SAT.1-Publikumserfolg Der Bergdoktor stand Rüdiger Meichsner gleichfalls hinter der Kamera.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends arbeitete er erneut mit Klaus Lemke an einigen seiner Kino- (Running Out of Cool und Never Go to Goa) und Fernsehinszenierungen (2000 Die Leopoldstraße Kills Me, 2003 Last Minute Jamaika).
Filmografie (Auswahl)
- 1968: Häschen in der Grube
- 1972: Ein Käfer gibt Vollgas
- 1973: Ein Käfer auf Extratour
- 1975: Das verrückteste Auto der Welt
- 1976: Idole (Fernsehfilm)
- 1977: Die Sweethearts
- 1977: Der ganz faire Prozeß des Marcel G., Regie: Hans-Peter Meier
- 1978: Ein komischer Heiliger
- 1978: Amore (WDR)
- 1979: Arabische Nächte, Regie: Klaus Lemke (ZDF)
- 1980: Trauer um einen verlorenen Sohn, Regie: Thomas Engel (BR)
- 1980: Keiner hat das Pferd geküßt
- 1980: Flitterwochen
- 1981: Zurück an den Absender, Regie: Thomas Engel (ZDF)
- 1981: Neonstadt
- 1982: mit Petrus Schloemp Am Ufer der Dämmerung, Regie: Jochen Richter (BR)
- 1983: Der Eimer und die Mona Lisa, Regie: Joachim Roering (ZDF)
- 1984: Nessie – das verrückteste Monster der Welt
- 1985: Abschied von der Hinterbank, Regie: Joachim Roering (ZDF)
- 2000: Running Out of Cool
- 2001: Never Go to Goa (Dokumentarfilm, Schauspieler)
Literatur
- Achim Klünder (Hrsg.): Lexikon der Fernsehspiele. Encyclopedia of television plays in German speaking Europe. 1978/87. Band I. Saur, München 1991, ISBN 978-3-598-10836-5.
Weblinks
- Meichsner, Rüdiger. In: Deutsche Biographie (Index-Eintrag).
- Rüdiger Meichsner bei IMDb
- Rüdiger Meichsner bei filmportal.de
- Rüdiger Meichsner bei Crew United, abgerufen am 2. August 2026.
- Rüdiger Meichsner bei Filmdienst