SRF school

multimediales Bildungsangebot des Schweizer Radio und Fernsehen From Wikipedia, the free encyclopedia

SRF school ist ein multimediales Bildungsangebot des Schweizer Radio und Fernsehen. Auf der Webseite stehen Videos zur Verfügung, die für den Einsatz in der Schule konzipiert sind[2]. Zudem finden Lehrpersonen dort Unterrichtsmaterial in Form von Zusammenfassungen, Unterrichtseinheiten und Arbeitsvorschlägen.

TitelSRF school
OriginaltitelSchulfernsehen
ProduktionslandSchweiz
OriginalspracheDeutsch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Fernsehsendung
Titel SRF school
Originaltitel Schulfernsehen
Produktionsland Schweiz
Originalsprache Deutsch
Genre Bildungsfernsehen
Ausstrahlungs­turnus Jeden Samstag
Produktions­unternehmen Schweizer Radio und Fernsehen
Premiere 10. Juni 1964 auf [1]
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Inhalt

Die Beiträge richten sich an Schülerinnen und Schüler der Primar-, Sekundar- und Gymnasialstufe und decken lehrplanrelevante Themen ab. Beiträge, die für die Volksschule gedacht sind, orientieren sich am Lehrplan 21. Am Samstag werden diese Beiträge auf SRF 1 ausgestrahlt, jeweils von 10.30 bis 12 Uhr. Der überwiegende Teil der Beiträge ist deutschsprachig, vereinzelte Beiträge werden aber auch in den anderen Landessprachen der Schweiz - Französisch, Italienisch und Rätoromanisch - angeboten. Zudem gibt es für den Englischunterricht auch englischsprachige Videos.

Zahlreiche Beiträge beschäftigen sich mit dem Thema Medienkompetenz. Dabei werden Aspekte wie Datenschutz, Fake News, Soziale Medien, Videospiele, Programmiersprachen oder Sexting und Cybermobbing beleuchtet. Themen, welche die Lebenswelt der heutigen Jugend tangieren und auch im Lehrplan 21 vorkommen.

Geschichte des Schulfernsehens

Schulfunk als Vorreiter

Den Schulfunk als Radiosendung führte die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) bereits am 1. November 1931 ein, nachdem seit dem 28. Oktober 1929 erste Schulfunk-Versuchssendungen ausgestrahlt wurden. Zusammen mit den Lehrkräften entstanden pro Jahr etwa zwanzig Radiosendungen.[3] Jahre später, im Dezember 1944, informierte sich die Schulfunkkommission Beromünster über das Wesen und die Bedeutung des Fernsehens – lange vor dem Beginn des Schweizerischen Fernseh-Versuchsbetriebes. Bis sich das Schulfernsehen durchzusetzen vermochte, vergingen aber noch 20 Jahre.

Widerstände

Gegen die Idee eines Schulfernsehens machte sich reger Widerstand breit. Teile der Lehrerschaft lehnten die Einführung des Schulfernsehens ab. Sie sorgten sich um das «imaginative Vermögen des Kindes», das durch die Bilderflut einer «fragwürdigen Sache» – dem Fernsehen – gelähmt würde. Das Schulfernsehen werde die Menschen nicht zur Ruhe, zur Besinnlichkeit und zum Nachdenken führen – im Gegenteil. Auch wurde darauf hingewiesen, dass angesichts des engen Stundenplans für den Einsatz des Fernsehens in der Schule die Zeit fehle.[4]

Zahlreiche Politiker, unter anderem auch der damalige Bundesrat und Vorsteher des eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartements, Giuseppe Lepori, lehnten die Einführung des Schulfernsehens ab. Der Bundesrat wollte im Herbst 1956, als der Verfassungsartikel über das Radio und Fernsehen zur Diskussion stand, jeglichen Anschein einer offiziellen Propaganda für das Fernsehen vermeiden. Zudem seien Fernseh-Schulfunksendungen «gewiss nicht das Dringendste, auch nicht bei einer definitiven Einführung des Fernsehens».[5]

Trotz dieser Widerstände gelang es am 14. Juni 1961 der Schulfunkkommission dann doch, einen Schulfernseh-Versuch durchzuführen. Dabei wurden die Sendungen «Plankton»[6] mit Hans A. Traber und «Sonnenfinsternis» ausgestrahlt. Insgesamt sahen 225 Schulklassen diese Beiträge. Die teilnehmende Lehrerschaft wurde aufgefordert, den Versuch kritisch zu prüfen und im Anschluss einen Fragebogen auszufüllen.

Offizielle Versuchsreihe

Bei vielen Pädagogen fanden, trotz anfänglicher Skepsis, die Versuchssendungen eine überwiegend positive Zustimmung.[7] Dies ebnete den Weg für einen regelmässigen Schulfernsehbetrieb in der deutschsprachigen Schweiz. So wurde drei Jahre später, am 10. Juni 1964, eine offizielle Versuchsreihe lanciert. Die erste Sendung «Das Parlament[8]» berichtete in schulmeisterlicher Manier über Kontinuität und Veränderungen in der Schweizer Demokratie. Der Moderator Hans May war zugleich Lehrer. Er sass hinter einem grossen Pult und dozierte in die Kamera.

Die erste Schweizer Schulfernsehsendung wurde somit noch vor der Einführung des Farbfernsehens und der Schaltung des ersten Werbespots ausgestrahlt. In dieser Pionierzeit mussten die hochdidaktischen Sendungen des Schulfernsehens klassenweise, oft im Singsaal, angeschaut werden.

Institutionalisierung

Die im Jahr 1964 lancierte Versuchsreihe wurde fortgeführt, bis 1981 eine Zusammenarbeit zwischen der SRG und der Konferenz der Schweizerischen Erziehungsdirektoren (EDK) zustande kam, basierend auf einer Leistungsvereinbarung zwischen den Institutionen. Offiziell war das Schulfernsehen dann erstmals 1985 auf Sendung.

Anfang der 1980er-Jahre wurde die VHS-Kassette eingeführt. Sie bedeutete einen entscheidenden Schritt für die Nutzung des Schulfernsehens. Erst so konnten die Lehrpersonen TV-Beiträge aufnehmen und dann zeigen, wann sie wollten - unabhängig von der TV-Ausstrahlung. Dies ermöglichte es ihnen auch, Beiträge zu pausieren oder zurückzuspulen. Ab Mitte der 1990er-Jahre löste die DVD allmählich die VHS-Kassetten ab.

Ab 1981 begleitete das Fachmagazin «Achtung Sendung» die Beiträge des Schulfernsehens und lieferte Unterrichtsmaterial. Sieben Mal jährlich erschien diese Printpublikation. Entwickelt wurde sie vom damaligen Redaktionsleiter Felix Brugger in Kooperation mit der Interkantonalen Lehrmittelzentrale (ILZ). Die Zeitschrift beinhaltete eine Programmvorschau, mit der Lehrpersonen das Angebot des Schulfernsehens leichter verfolgen und aufzeichnen konnten. Zudem beinhaltete diese auch Inhaltszusammenfassungen mit Zeitangaben, Lernziele für die Schülerinnen und Schüler und Unterrichtsmaterial in Form von Lektionsskizzen und Arbeitsblättern. Ende 2007 wurde das Fachmagazin «Achtung Sendung» eingestellt.

Mit schulfernsehen.ch wagte sich das Schulfernsehen am 1. Oktober 2000 erstmals ins Internet. Auf der Webseite standen einzelne Videos online zur Verfügung – und die DVDs wichen allmählich dem Video on Demand (VoD). Seit 2002 wurden auf der Webseite auch unterstützende Zusatzmaterialien wie Inhaltsangaben, Lektionsskizzen oder Beobachtungsblätter für Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler angeboten.

Sendenamen

Bis zum 18. Mai 2007 lief die Sendung unter dem Titel «Schulfernsehen». Ab dem 21. Mai 2007 hiess die Sendung dann «SF Wissen mySchool[9]» und ab dem 30. August 2010 «SF mySchool». Die vorletzte Namensänderung erfolgte im Dezember 2012 hin zu «SRF mySchool[10]», die letzte Namensänderung dann im September 2021 hin zu «SRF school».

Regelmässige Sendungen

«SRF Kids News»

Die Welt für Kinder einfach erklärt: Die wöchentlichen Nachrichten berichten einfach und verständlich über nationale und internationale Ereignisse, zeigen Reportagen mit Kinderreportern/-innen und Schulklassen und erklären komplexe Inhalte in animierten Videos. Die Sendung wird von Anna Zöllig, Angela Haas und Sandro Morof moderiert. Jeden Donnerstag erscheint eine neue Folge auf Play SRF, auf dem YouTube-Kanal von SRF Kids und wird auf SRF 1 im linearen TV ausgestrahlt. Für den Einsatz im Unterricht stellt SRF school Quiz und Unterrichtsmaterial zur Verfügung.[11][12]

«SRF Kids - Clip und klar!»

In den Erklärvideos der Videoreihe «SRF Kids - Clip und klar!»[13] beantworten die Moderatoren Raphi Labhart und Reena Thelly Fragen aus allen Bereichen, die in der Primarstufe behandelt werden. Die kurzen Videos orientieren sich am Lehrplan 21 und stellen den Spass am Wissen in den Vordergrund. Sie sind auf srf.ch/school, auf Play SRF und auf dem YouTube-Kanal von SRF Kids zu sehen.

Weitere Sendungen nach Themengebieten

Medien und Informatik

  • «SRF Media school» bietet Dossiers rund um Medienkompetenz. Wie entlarve ich Fake News? Was ist eine Recherche? Videos und vertiefende Aufgaben fördern das kritische Danken.[14]
  • «SRF school Medienworkshop»: Im dreitägigen Medien-Workshop besucht das SRF-Team die Schulklassen vor Ort. Die Schülerinnen und Schüler erfahren Journalismus hautnah und produzieren selber Videos für die «SRF Kids News».[15]
  • «Hate Speech - Hass im Internet»: Hassrede im Netz kann Menschen physisch und psychisch verletzen. Wie vorgehen bei Hate Speech?[16]
  • «Lernfilm Festival»: Wettbewerb mit Lernfilmen - produziert von Schülerinnen und Schülern.[17]

Berufswelt

  • «Berufsbilder»: Von der Automatikerin bis zum Zimmermann: Lernende geben Einblicke und Informationen zu verschiedenen Berufsausbildungen[18] in der Schweiz.[19]
  • «Wenn die Berufswahl ansteht»: Alles rund um die berufliche Orientierung: Welche Lehre passt zu mir? Was ist das duale Berufsbildungssystem? Und wie läuft der Bewerbungsprozess ab?[20]
  • «Duales Berufsbildungssystem»: Die Kombination von betrieblicher und schulischer Ausbildung eröffnet Jugendlichen vielfältige Berufswege und Chancen.

Wirtschaft und Politik

  • «Schweizer Politik – kurz erklärt» Bundesrat, Parteien, Parlament und Wahlrecht. Die direkte Demokratie einfach erklärt.[21]
  • «Wirtschaft und Gesellschaft». Welche Versicherung schliesse ich ab? Was ist Leasing? Wenn junge Menschen ins Arbeitsleben eintreten, tauchen viele Fragen auf.[22]
  • «Jung und überschuldet»: 24 Jahre jung und 30 000 Franken Schulden. Eine junge Erwachsene erzählt von ihrem Kampf gegen die Überschuldung.
  • «Die Politik unserer Nachbarn»: Wie man in unseren Nachbarländern bis an die politische Spitze gelangt.
  • «Swiss Made»: Rivella, Pralinen oder Zahnbürsten – so werden Schweizer Produkte hergestellt.

Geschichte und Geografie

  • «Römer in der Schweiz»: Wie lebten Legionäre? Wie haben Menschen zur Zeit der Römer gelebt? Und wo gibt es heute noch Spuren aus dieser Zeit?[23]
  • «Bergwelt Schweiz»: Eine Reise durch die Schweizer Alpen: von den Folgen des Klimawandels, über den Massentourismus bis zum Bergbauerntum.
  • «Helveticus»: Animiert, witzig und lehrreich: Mythen und Fakten der Schweizer Geschichte neu erzählt.
  • «GrossGeschichte»: Kinder fragen, Grosseltern erzählen von historischen Ereignissen ihrer Zeit.[24]
  • «Wetter und Klima in der Schweiz»: Wie entstehen Hagel, Gewitter oder auch schönes Wetter? Und wie unterscheidet sich das Wetter vom Klima?[25]

Gesellschaft, Ethik & Religion

  • «Gemeinsam gegen Rassismus» - Rassismus und Diskriminierung in der Schweiz: Was können wir dagegen tun?
  • «Ayham - Mein neues Leben»: Um dem Krieg zu entfliehen muss Ayham Syrien verlassen. In der Schweiz beginnt für den Jungen ein neues Leben.
  • «Ab wann darf ich...?» Die Rechte der Kinder in der Schweiz einfach erklärt.[26]
  • «Die Selbstversorger»: Fünf Menschen erzählen, wie es ist, von und mit der selbst hergestellten Energie zu leben.
  • «Filosofix»: In animierten Kurzfilmen fragt «Filosofix» nach dem Sinn, der Logik und der Moral unseres Lebens.

Physik, Chemie & Biologie

  • «Waldwelt Schweiz» - Ein Drittel der Schweiz ist mit Wald bedeckt. Er ist Erholungsraum, Arbeitsplatz, Sauerstofflieferant und Zuhause vieler Tiere.[27]
  • «Einfach Physik!»: Was passiert, wenn man mit einem Laserstrahl auf einen aufgeblasenen Ballon zielt? Antworten liefert «Einfach Physik!».
  • «Fische»: Auf Tauchstation in Schweizer Gewässern, wo es den Fischen gar nicht so gut geht, wie man meinen könnte.

Sprachen

  • «Awa und Ben»: Eine Hörgeschichte in einfachem Deutsch.[28]
  • «Helveticus»: Le dessin animé «Helveticus» illustre les mythes et les faits historiques suisses en français.[29]

Gestalten und Musik

  • «Bauen und Wohnen»: Die Materialien, aus dem Häuser gebaut sind, haben verschiedene Eigenschaften mit Vor- und Nachteilen.[30]
  • «Lernen im Makerspace»: Wie Kinder ihre Ideen als Projekt in der Werkstatt umsetzen.[31]
  • «Lektion Dada - Anti-Kunst macht Schule»: So wie die Dadaisten Literatur, Tanz und Handwerk neu kombinierten, bietet Dada im Unterricht überraschende Zugänge.
  • «Der Opernführer»: Liebe, Sex und Crime. Klingt wie ein Hollywood-Streifen, ist aber Oper. Der Opernführer erklärt.
  • «Mare Nostrum - Ein Konzert. Eine Reise.»: Wenn 3 Generationen aus 11 Nationen und 3 Weltreligionen auf die Kraft der mediterranen Musik treffen.

Sport

  • «#SayHi»: Die jährliche Tanzaktion zum Mitmachen bringt Schulklassen in Bewegung und setzt ein Zeichen gegen Mobbing.[32]
  • «Achtung, fertig, fit!»: Zusammen mit bekannten Schweizer Sportlerinnen und Sportlern holt Moderatorin Reena Thelly jeden Sportmuffel vom Sofa.[33]
  • «Jonas - Flying High»: Geduld, hartes Training und eine grosse Portion Mut: Das braucht Jonas, um mit seinem Snowboard abzuheben.
  • «Mein Körper, mein Werk»: Wenn der Körperkult für Jugendliche zum alles bestimmenden Mantra wird, birgt das auch Gefahren.
  • «Einzelsport»: Einzelsportlerinnen wie Kaitlyn McGregor schätzen die Unabhängigkeit. Aber ganz ohne Team geht es dann doch nicht.

Einzelnachweise

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