Sahit Prizreni

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Sahit Prizreni (* 23. Februar 1983 in Kukës, Albanien) war ein albanisch-australischer Ringer und ist ein albanischer Sportfunktionär.

Schnelle Fakten Weltmeisterschaften, Bronze ...
Sahit Prizreni
Nationalität: Albanien Albanien (1992–2012)
Australien Australien (2015–2016)
Verein: SK Tirana
Geburtsdatum: 23. Februar 1983
Geburtsort: Kukës, Albanien
Stil: Freistilringen
Gewichtsklasse: bis 65 kg
Medaillen
Weltmeisterschaften 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 0 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Weltmeisterschaften
Bronze 2007 Baku -60 kg
Europameisterschaften
Silber 2011 Dortmund -60 kg
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Werdegang

Sahit Prizreni begann als Jugendlicher 1992 mit dem Ringen. Er wurde dazu Mitglied des SK Tirana. Er wurde von Sylejman Shala trainiert und startete nur im freien Stil. Bei einer Größe von 1,67 Metern startete er dabei im Federgewicht, der Gewichtsklasse bis 60 kg Körpergewicht. In den Jahren 2005 bis 2007 hielt sich Sahit Prizreni in den Vereinigten Staaten auf und war dort Mitglied des New York Athletic Clubs (NYAC). Im Jahre 2008 war er Fahnenträger der albanischen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Peking. Ab der Saison 2009/10 trat er für den SV Germania Weingarten in der deutschen Bundesliga.

Die internationale Karriere von Sahit Prizreni begann im Jahre 1999 mit der Teilnahme an den Junioren-Weltmeisterschaften (Cadets) in Łódź. In der Gewichtsklasse bis 50 kg Körpergewicht vermochte er sich dort aber nur auf dem 16. Rang zu platzieren. Wesentlich besser lief es für ihn schon bei der Junioren-Europameisterschaft (Cadets) 2000 in Bratislava, wo er im Bantamgewicht auf den 4. Platz kam. Der erste Medaillengewinn bei einer internationalen Meisterschaft gelang ihm dann bei der Junioren-Europameisterschaft (Juniors) 2002 in Tirana. Er belegte dort hinter Mawlet Batirow aus Russland und Bessarion Gotschaschwili aus Georgien den 3. Platz.

Im Jahre 2003 startete er bei der Weltmeisterschaft in New York im Federgewicht. Er siegte dort über Gergő Wöller aus Ungarn und verlor gegen Arif Abdullayev aus Aserbaidschan, womit er dem damaligen Reglement entsprechend, ausschied und nur den 23. Platz belegte. 2004 qualifizierte er sich für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen. Auch in Athen war ihm das Ringerglück nicht sonderlich hold, denn er verlor dort gegen Bezik Aslanasvili aus Griechenland und Massoud Moustafa Jokar aus dem Iran und landete auf dem 17. Platz.

Sahit Prizreni nahm dann erst nach seinem USA-Aufenthalt im Jahre 2007 wieder an einer internationalen Meisterschaft teil. Er startete bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Baku und zeigte sich stark verbessert. Er kam dort zu Siegen über Mike Zadick aus den Vereinigten Staaten, Armen Karapetjan aus Armenien und Murad Ramasanow aus Mazedonien. Im Halbfinale unterlag er gegen Anatoli Guidea aus Bulgarien, blieb aber im Kampf um die Bronzemedaille gegen He Qin aus China siegreich.

Bei der Europameisterschaft 2008 in Tampere siegte er im Federgewicht über Aleksandrs Truskins aus Lettland, verlor aber dann erneut gegen Anatoli Guidea und erreichte den 9. Platz. Durch seinen Medaillengewinn bei der Weltmeisterschaft 2007 war Sahit Prizreni automatisch für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking qualifiziert. In Peking schied er aber schon in der ersten Runde mit einer Niederlage gegen Basar Basargurujew aus Kirgisistan aus, weil dieser im weiteren Verlauf des Turnieres nicht den Endkampf erreichte. Er landete schließlich auf dem 16. Platz.

Im Jahre 2009 startete Sahit Prizreni nur bei den Mittelmeer-Spielen in Pescara und belegte dort im Leichtgewicht den 5. Platz. 2010 nahm er an der Weltmeisterschaft in Moskau teil. Er kam dort zu einem Sieg über den Inger Yogeshwar Dutt, unterlag aber in seinem nächsten Kampf dem Kubaner Alejandro Valdes Tobier, womit er ausschied und nur den 18. Platz belegte.

2011 kämpfte er sich bei der Europameisterschaft in Dortmund im Federgewicht mit Siegen über Vincenzo Rizziotto, Italien, Manfred Ewald, Deutschland und Wasil Fedorischin aus der Ukraine in das Finale vor. In diesem unterlag er allerdings gegen Opan Sat aus Russland ziemlich klar nach Punkten (0:2 Runden, 1:7 Punkte). Er gewann damit eine EM-Silbermedaille. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Istanbul unterlag er bereits in der 1. Runde gegen Andrei Perpeliță aus Moldawien knapp nach Punkten (1:2 Runden, 4:5 Punkte). Da Perpeliță das Finale nicht erreichte, war damit für ihn die Weltmeisterschaft bereits beendet und er landete auf dem 28. Platz.

Zwischenzeitlich Australier geworden, vertrat er an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro seine neue Heimat.[1] Er schied im Freistil Leichtgewicht aber bereits in der ersten Runde aus.

Funktionär

Sahit Prizreni wurde 2020 Präsident des Albanischen Ringer-Verbands.[2] In dieser Funktion verfolgte er die gleiche Strategie, die er selber als Sportler angewandt hatte: Es gelang ihm, namhafte russische Athleten, die wegen des Ukraine-Kriegs nicht an internationalen Wettkämpfen antreten durften, anzuwerben.[3] Zelimkhan Abakarov, Islam Dudaev und Chermen Valiev errangen für Albanien Medaillen an diversen Wettkämpfen, so Dudaev die erste Goldmedaille an den Ringer-Europameisterschaften 2024 und Valiev die erste albanische Olympiamedaille in Paris 2024.

Internationale Erfolge

JahrPlatzWettbewerbGewichtsklasse
199916.Junioren-WM (Cadets) in Łódźbis 50 kg KGSieger: Sushil Kumar, Indien vor Batras Tidijew, Russland
20004.Junioren-EM (Juniors) in BratislavaFliegenhinter Wjatscheslaw Tschernow, Russland, Bessarion Gotschaschwili, Georgien und Juri Golub, Ukraine
20015.Mittelmeer-Spiele in TunisBantamhinter Tevfik Odabaşı, Türkei, Themistoklis Iakovidis, Griechenland, Ali Mohamed Hassan Abu Taleb, Ägypten und Mohamed Amine Benhammadi, Algerien
20023.Junioren-EM (Juniors) in TiranaFliegenhinter Mawlet Batirow, Russland und Bessarion Gotschaschwili, vor Florin Buga, Rumänien und Thomas Sedlmeier, Deutschland
200323.WM in New YorkFedermit einem Sieg über Gergő Wöller, Ungarn und einer Niederlage gegen Arif Abdullayev, Aserbaidschan
200410.Olympia-Qualif.-Turnier in BratislavaFederSieger: Kamal Ustarchanow, Russland vor Anatoli Guidea, Bulgarien und Wassyl Fedoryschyn, Ukraine
20048.Olympia-Qualif.-Turnier in SofiaFederSieger: Kenji Inoue, Japan vor Ibrahim Abdulrahman, Katar und Gergő Wöller
200417.OS in AthenFedernach Niederlagen gegen Bezik Aslanasvili, Griechenland und Massoud Moustafa Jokar, Iran
20054.Sunkist-Kids-Intern.-Open in Tempe (Arizona)Federhinter Saeed Azarbayjani, Kanada, Travis Lee, USA und Shinya Odate, Japan
20051.„Dave-Schultz“-Memorial in Colorado SpringsFedervor Michael Lightner und Zach Roberson, bde. USA und Yogeshwar Dutt, Indien
20063.Sunkist-Kids-Intern.-Open in Tempe (Arizona)Federhinter Chris Fleeger und Zach Roberson, bde. USA, vor Shawn Bunch, USA und Sengedordschiin Süchbaatar, Mongolei
20072.„Dave-Schultz“-Memorial in Colorado SpringsFederhinter Travis Lee, vor Kendall Cross und Angel Cejudo, alle USA
20073.WM in BakuFedermit Siegen über Mike Zadick, USA, Armen Karapetjan, Armenien und Murad Ramasanow, Mazedonien, einer Niederlage gegen Anatoli Guidea und einem Sie über He Qin, China
20089.EM in TampereFedermit einem Sieg über Aleksandrs Truskins, Lettland und einer Niederlage gegen Anatoli Guidea
200816.OS in PekingFedernach einer Niederlage gegen Basar Basargurujew, Kirgisistan
20095.Mittelmeer-Spiele in PescaraLeichthinter Ilcham Muhammed, Türkei, Mazen Kadmani, Syrien, Mohamed Ali Belayech, Tunesien und Anastasios Akritidis, Griechenland
201018.WM in MoskauFedernach einem Sieg über Yogeshwar Dutt, Indien und einer Niederlage gegen Alejandro Valdes Tobier, Kuba
20112.EM in DortmundFedernach Siegen über Vincenzo Rizzotto, Italien, Marcel Ewald, Deutschland und Wasil Fedorischin, Ukraine und einer Niederlage gegen Opan Sat, Russland
201116.Turnier in SassariLeichtSieger: Gheorghe Bucur, Rumänien vor Didier Païs, Frankreich
201128.WM in IstanbulFedernach einer Niederlage gegen Andrei Perpeliță, Moldawien
201619.OS in Rio de JaneiroLeichtfür Australien: Niederlage in der ersten Runde gegen Yeerlanbieke Katai, China

Erläuterungen

  • alle Wettbewerbe im freien Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft
  • Fliegengewicht, bis 2002 bis 54 kg, Bantamgewicht, bis 2002 bis 58 kg, Federgewicht, seit 2003 bis 60 kg und Leichtgewicht, seit 2003 bis 66 kg Körpergewicht

Quellen

  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig,
  • Fachzeitschrift Der Ringer,
  • Website des US-amerikanischen Ringerverbandes

Einzelnachweise

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