Saint-Amand-Montrond

französische Gemeinde im Département Cher From Wikipedia, the free encyclopedia

Saint-Amand-Montrond [sɛ̃.t‿a.mɑ̃.mɔ̃.ʁɔ̃]  ist eine französische Stadt mit 9.899 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Cher in der Region Centre-Val de Loire und der Hauptort des Arrondissements Saint-Amand-Montrond, das von den drei Arrondissements im Département Cher das am dünnsten besiedelte ist.

Schnelle Fakten
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Kirche Saint-Amand in Saint-Amand-Montrond

Geographie

Die Stadt liegt am östlichen Ufer des Flusses Cher, der sie von der Gemeinde Orval trennt, mit der sie durch zwei Brücken über den Fluss verbunden ist. Mitten im Stadtgebiet mündet der Fluss Marmande als rechter Nebenfluss in den Cher ein. Hier zweigt auch der ehemalige Schifffahrtskanal Canal de Berry aus dem Tal des Cher ab und folgt dem der Marmande Richtung Osten.

Geschichte

Die Siedlungsgeschichte lässt sich bis in prähistorische Zeit nachweisen. Im Mittelalter lassen sich drei Ansiedlungen unterscheiden: Saint-Amand-le-Chastel, Montrond und Saint-Amand-sous-Montrond.

Als sich Frankreich im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung befand, nahmen Deutsche und die mit ihnen kollaborierende Truppe Milice française am 21. Juli 1944 die 70 in der Stadt lebenden Juden fest und brachten sie ins Gefängnis von Bourges. Wenige Tage später wurden 29 Männer und 7 Frauen nach Savigny-en-Septaine gebracht und erschossen, die Leichen in Brunnen versenkt.[1]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr19621968197519821990199920062018
Einwohner10.89011.49512.27812.45111.93711.44711.6429531
Quellen: Cassini und INSEE

Wirtschaft

Neben der Landwirtschaft gehören die Schmuckherstellung und der Buchdruck zu den Hauptwirtschaftszweigen.

Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Burgruine von Montrond, das Schloss La Férolle, die Abtei von Noirlac, der Canal de Berry und La Cité de l’or.

Jakobsweg

Saint-Amand-Montrond liegt an der südlichen Via Lemovicensis (frz. Voie limousine oder Voie de Vézelay). Dies ist der lateinische Name eines der vier Jakobswege in Frankreich. 1998 hat die UNESCO diese historischen „Wege der Jakobspilger in Frankreich“ als Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Städtepartnerschaften

Partnerstädte von Saint-Amand-Montrond sind

Persönlichkeiten

  • Jean Godin (1713–1792), Naturforscher und Kartograf, ist in Saint-Amand-Montrond geboren und gestorben.
  • Marthe Bonnard (1869–1942), Malerin, ist in Saint-Amand-Montrond geboren.
  • Henri Mazerat (1903–1986), Bischof von Fréjus-Toulon und Angers, ist in Saint-Amand-Montrond geboren.
  • Francisco Rubio (* 1953), Fußballspieler und -trainer, ist in Saint-Amand-Montrond geboren.
  • Von 1983 bis 2007 war Serge Vinçon (1949–2007) Bürgermeister der Gemeinde. Ab 2002 war Vinçon Vorsitzender des Außen- und Verteidigungsausschusses des Senats. Zudem war er Vizepräsident des Senats. Ein Flugzeug des Typs Mirage wurde ihm zu Ehren auf einem Kreisverkehr am Eingang zur Stadt aufgestellt.
  • Mitsada Saitaifah (* 1987), laotischer Fußballspieler
  • Julian Alaphilippe (* 1992), Radrennfahrer, ist in Saint-Amand-Montrond geboren.

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes du Cher. Flohic Editions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-088-4, S. 746–773.
Commons: Saint-Amand-Montrond – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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