Sakanoue no Tamuramaro

japanischer Samurai From Wikipedia, the free encyclopedia

Sakanoue no Tamuramaro (japanisch 坂上 田村麻呂; * 758; † 17. Juni 811) war ein japanischer Hofadeliger, Feldherr und einer der ersten, die den Titel Sei-i Taishōgun (征夷大将軍, „Großgeneral zur Unterwerfung der Barbaren“) trugen. Er gilt als früher Repräsentant des shōgunalen Amtes und diente den Tennō (japanisch 天皇 „Himmlischer Herrscher“) Kanmu, Heizei und Saga in der frühen Heian-Zeit.[1]

Sakanoue no Tamuramaro in einem Pfeilregen

Herkunft

Tamuramaro entstammte dem Sakanoue-Clan (坂上氏), einer Nebenlinie des Yamatonoaya-Clans, deren Ursprünge nach dem Nihon Shoki und Kojiki auf Einwanderer aus Korea oder China (Baekje / Gaya-Konföderation) zurückgeführt werden. [2] Sein Vater war Sakanoue no Karitamaro.

Textausschnitt aus Jinnō Shōtōki (神皇正統記) von Kitabatake Chikafusa, Kapitel „白石の事“ – Erwähnung von 坂上田村麻呂 (Sakanoue no Tamuramaro)

Militärische Laufbahn

Der japanische Historiker Kitabatake dokumentierte in seinem Werk Jinnō Shōtōki Sakanoue no Tamuramaros Laufbahn.[3]

Im Jahr 797 ernannte Kaiser Kammu (alternativ auch Kanmu) ihn zum Sei-i Taishōgun und übertrug ihm die Aufgabe, die Emishi im Norden der Hauptinsel Honshū zu unterwerfen (蝦夷征伐, Emishi Seibatsu). Er folgte damit Ōtomo no Otomaro, dem ersten Träger dieses Titels.[4] Tamuramaro führte mehrere Feldzüge und integrierte die nördlichen Gebiete in den kaiserlichen Machtbereich. Nach dem Tod Kanmus diente er weiterhin unter den Kaisern Heizei und Saga als Großrat (大納言 Dainagon) und Kriegsminister (兵部卿 Hyōbu-kyō).

Kulturelles Wirken

Panorama Kiyomizu-dera Tempel

Tamuramaro unterstützte in den späten 770er und 780er Jahren den Ausbau des Kiyomizu-dera-Tempels in Kyōto.[5]

Legenden und Volksüberlieferung

53 Stationen des Tōkaidō Farbholzschnitt von Utagawa Kuniyoshi Darstellung (von links): der Dämon des Berges Suzuka, Suzuka Gozen und Sakanoue no Tamuramaro, den sie anführt, um den Dämon Ōtakemaru zu töten.

In späteren Legenden wurde Tamuramaro als Bishamonten-Avatar und Dämonenbezwinger verehrt. Der Überlieferung zufolge sollen die berühmten Tanabata-Feste und Umzüge der Präfektur Aomori – die auch in der Stadt Sendai (Präfektur Miyagi) gefeiert werden und jährlich über drei Millionen Besucher anziehen – auf die Erinnerung an die Feldzüge von Sakanoue no Tamuramaro gegen die damals im Norden lebenden Stämme zurückgehen.

Neputa Festival in Hirosaki, Aomori


Tanabu Festival in der Provinz Aomori

Diese jährlichen Matsuri werden als Neputa-Fest (jap. ねぷた祭り) in Hirosaki bezeichnet. Sie sind bekannt für ihre riesigen, bunt bemalten und von innen beleuchteten Papierfiguren, die in Prozessionen durch die Straßen getragen werden, während die Zuschauer die Träger anfeuern. Diese Laternen sollen auf Tamuramaros Strategie während seines Feldzuges im frühen 9. Jahrhundert zurückgehen: Er habe angeordnet, große Leuchtlaternen auf Hügeln zu platzieren, um die neugierigen Emishi anzulocken und gefangen zu nehmen.
Zudem wird ihm im Azuma Kagami[6] eine Episode zugeschrieben, in der er gemeinsam mit Fujiwara no Toshihito Emishi-Räuber besiegt.[7]

Literatur

  • Louis Frédéric: Japan Encyclopedia. Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge (MA) 2002, ISBN 9780674017535. (englisch)
  • Paul L. Swanson, Clark Chilson (Hrsg.): Nanzan Guide to Japanese Religions. University of Hawaii Press, Honolulu 2005, ISBN 9780824830021. (englisch)
Commons: Sakanoue no Tamuramaro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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