Salcomin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Salcomin (auch: Co(salen)) ist ein Cobalt-Komplex. Die Verbindung wurde erstmals 1933 von Paul Pfeiffer synthetisiert.[5]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Salcomin
Kristallsystem

monoklin

Raumgruppe

C2/c (Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15

Gitterparameter

a = 26,380(5) Å, b = 7,105(5) Å, c = 14,470(5) Å, β = 97,96(2)°[1]

Allgemeines
Name Salcomin
Andere Namen
  • Co(salen)
  • N,N’-Ethylenbis(salicylideniminato)­cobalt(II) (IUPAC)
Summenformel C16H14CoN2O2
Kurzbeschreibung

rotbrauner, kristalliner Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 14167-18-1
EG-Nummer 238-012-5
ECHA-InfoCard 100.034.541
PubChem 26517
ChemSpider 4583323
Wikidata Q3469655
Eigenschaften
Molare Masse 325,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[4]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315319335
P: 261305+351+338[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Etymologie

Der Name Salcomin ist ein Kunstwort, welches sich aus den Worten Salicylaldehyd, Cobalt und Ethylendiamin zusammensetzt.[2]

Darstellung

Nach Synthese des salen-Liganden durch Umsetzen von Ethylendiamin mit Salicylaldehyd in Ethanol kann die Verbindung durch anschließende Zugabe eines Cobaltsalzes wie Cobalt(II)-acetat dargestellt werden.[6][7]

Eigenschaften

Der Komplex besitzt eine quadratisch-planare Struktur. Die Verbindung ist paramagnetisch, das effektive magnetische Moment wird in Einheiten des Bohrschen Magneton mit 2,28[8] bis 2,75[9] bei Raumtemperatur angegeben.

Salcomin existiert in einer aktiven und einer inaktiven Modifikation: Die besondere Eigenschaft der aktiven Form ist, dass diese in der Lage ist, bei Raumtemperatur Sauerstoff aus der Umgebungsluft zu binden (bis zu 4,9 Gew.-% Sauerstoff) und diesen nach Erwärmen auf 50–60 °C wieder abzugeben.[5] Aus diesem Grund sollte die Verbindung unter Schutzgas gelagert werden.[4]

Beide Modifikationen liegen unter Standardbedingungen als Dimere vor. Bei der aktiven Form besteht eine lose Bindung zwischen den beiden Cobaltatomen, während in der inaktiven Form die Sauerstoffatome der Liganden an beide Cobaltatome binden.[7]

Die inaktive Form kristallisiert in der monoklinen Raumgruppe C2/c (Raumgruppen-Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15 mit den Gitterkonstanten a = 26,380(5) Å, b = 7,105(5) Å, c = 14,470(5) Å, β = 97,96(2)° und Z = 8.[1]

Verwendung

Auf Seite der Alliierten wurde im Zweiten Weltkrieg Salcomin zur Gewinnung von Sauerstoff genutzt.

Anwendung findet der Komplex auch als Initiator in der radikalischen Polymerisation bzw. auch als Kettentransferreagenz genutzt werden. In der organischen Chemie findet Salcomin Anwendung als Katalysator beispielsweise in der Oxidation von Benzylalkohol zu Benzaldehyd. Die kinetische Racematspaltung kann mit chiralen Salcomin-Derivaten durchgeführt werden.[5]

Einzelnachweise

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