Salvatore Martinelli
Historiker und Museumsleiter
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Salvatore Martinelli (* 19. Januar 1989) ist ein Historiker und seit 2024 Direktor des Deutschen Harmonikamuseums[1] sowie Stadtarchivar von Trossingen.[2]
Leben und Wirken
Martinelli absolvierte zunächst eine Ausbildung als Instrumentenhändler und studierte dann Geschichte an der Universität Kassel sowie an der Universität Florenz und an der Universität Neapel Federico II. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Chicago, Rom und Montreal.[3][4][5] Er erhielt Stipendien vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, vom Deutschen Historischen Institut in Rom[6] und von der Gerda Henkel Stiftung.[7] Er absolvierte Bachelor-Abschlüsse in Geschichte und Politikwissenschaft und den Master in Geschichte an der Universität Kassel.[3] Ab 2020 promovierte Martinelli an der Bibliotheca Hertziana in der Abteilung „Stadt und Raum in der Vormoderne“ unter der Leitung von Tanja Michalsky. Unter der Betreuung von Ingrid Baumgärtner schloss er seine Dissertation im Frühjahr 2025 erfolgreich ab.[5]
In seiner Dissertation mit dem Arbeitstitel Die kosmologische figura des Antonino Saliba untersucht Martinelli die 1582 in Neapel erschienene kosmologische Weltkarte des maltesischen Gelehrten Antonino Saliba, die auf mittelalterlichem Weltwissen basiert und als einzigartiges Zeugnis gilt. Ziel der Arbeit ist die kritische Edition der von Saliba selbst als figura bezeichneten Weltdarstellung, basierend auf einer Transkription und Übersetzung des italienischen Karten- und Begleittextes ins Deutsche. Auf dieser Grundlage wird der diagrammatische Aufbau der figura systematisch analysiert. Die Arbeit stellt die Karte in den kulturellen und wissenschaftlichen Kontext des süditalienischen Raums zwischen 1550 und 1600, um die zugrundeliegenden Wissenstraditionen zu erschließen, die in den enzyklopädischen Bildsignaturen verdichtet wurden. Besonderes Augenmerk gilt der Doppelfunktion des Werks als kosmologisches Diagramm und künstliches Gedächtnis, wodurch die Verbindung zwischen ars memorativa und Formen bildhaften Denkens präzise herausgearbeitet wird.[3]
Zu seiner Forschung hat Martinelli zudem mehrere Artikel veröffentlicht, darunter Die Geheimnisse der Meteorologie erhellen: Antonino Salibas ‚Nuova Figura‘ als Wetterkartierung in der Zeitschrift Mediävistik im Aufriß[8] sowie Antonino Saliba – Maltesischer Polyhistor, Kartograph, Astronom und Philosoph des 16. Jahrhunderts, ein Überblicksartikel über Leben, Werk und Weltbild Salibas.[9]
Im Juli 2024 übernahm Martinelli als Direktor die Leitung des Deutschen Harmonikamuseums in Trossingen. Unter seiner Leitung wurden Sonderausstellungen wie „33 Jahre Deutsches Harmonikamuseum“[10] und „Christian Messner und die Anfänge der Harmonikaindustrie“[11] realisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Digitalisierung. Mit dem Projekt „Virtual Hohner“[12] wurde die virtuelle Rekonstruktion des historischen Hohner-Areals initiiert, wodurch die industrielle und kulturelle Geschichte Trossingens für ein breites Publikum zugänglich gemacht wird.
Neben seiner Tätigkeit als Museumsdirektor ist Martinelli stellvertretender Vorsitzender des Geschichtsvereins für den Landkreis Tuttlingen e.V.[13] wo er sich für die Förderung der Erforschung, Bewahrung und Vermittlung regionaler Geschichte einsetzt.