Samuel Hammerschlag

österreichischer Religionslehrer und Bibliothekar From Wikipedia, the free encyclopedia

Samuel Hammerschlag (* 4. Januar 1826 in Česka Lipa, deutsch: Böhmisch-Leipa; † 7. November 1904 in Wien)[1] war ein tschechisch-österreichischer Religionslehrer und Bibliothekar.

Grabstätte Hammerschlag auf dem Zentralfriedhof Wien, 2019

Samuel Hammerschlag unterrichtete die israelitische Gymnasialjugend am Leopoldstädter Communal-Real- und Obergymnasium in Wien (heute: Sigmund-Freud-Gymnasium). Sigmund Freud war in der sechsten bis achten Klasse einer seiner Schüler. In der österreichischen Tageszeitung Neue Freie Presse (heute: Die Presse), veröffentlichte Freud am 11. November 1904 einen Nachruf auf seinen Lehrer und schrieb, dass Hammerschlag zu den Persönlichkeiten gehörte, „denen es möglich war, unverwischbare Eindrücke in der Entwicklung seiner Schüler zu hinterlassen.“[2] Die Verbundenheit zwischen Lehrer und Schüler muss groß gewesen sein. Samuel Hammerschlag unterstützte Freud großzügig, als dieser ein verarmter junger Doktor war. Freud wiederum bewahrte Hammerschlag gegenüber stets Zuneigung und Hochachtung und benannte später seine jüngste Tochter nach Hammerschlags Tochter Anna.

1857 stellte die Israelitischen Kultusgemeinde Wien Samuel Hammerschlag als leitenden Bibliothekar ein. In dieser Zeit wurde die Bibliothek öffentlich zugänglich gemacht und ein Katalog erstellt. Hammerschlags Nachfolger ab 1903 war Bernhard Münz.[3]

Samuel Hammerschlag war mit Betty Hammerschlag, geb. Josephson (1827–1916) verheiratet. Beide wurden auf dem Wiener Zentralfriedhof in der israelitischen Abteilung beigesetzt.

Literatur

  • Patricia Steines: Hunderttausend Steine. Grabstellen großer Österreicher jüdischer Konfession auf dem Wiener Zentralfriedhof, Tor I und Tor IV. Falter-Verlag, Wien 1993, ISBN 978-3-85439-093-0, S. 106.

Einzelnachweise

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