San Francesco di Paola (Venedig)
Kirchengebäude in Venedig, Italien
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Die Kirche San Francesco di Paola liegt an der Via Garibaldi, bzw. der Calle di S. Francesco di Paola im Osten von Venedigs östlichem Sestiere Castello. Patron der Kirche ist der hl. Franz von Paola. Das Bauwerk, seinerzeit als Hospiz begonnen, reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Errichtet wurde die Kirche erst Ende des 16. Jahrhunderts.


Geschichte
Bartolomeo I. Querini, Bischof von Castello von etwa 1274 bis 1292, sah in seinem Testament vom 15. Februar 1291 vor, aus dem Vermögen des verstorbenen Bruders Tommaso ein Haus in der Pfarrei der Kathedrale zu erwerben. Darin sollte ein Hospiz entstehen, in dem zwölf bis fünfzehn Kranke aus der Gemeinde unterkommen sollten. Für deren Unterhalt wies er entsprechende Ländereien zu. Zudem übertrug er den Nachkommen seines verstorbenen Vaters Romeo das ewige Patronatsrecht, eine Prärogative, die ihnen 1292 durch eine Urkunde des Domkapitels von Bartolommeo II. Querini bestätigt wurde. Der Prior des Hospizes erhielt zudem die Erlaubnis, ein Oratorium zu errichten. Die bescheidenen Einkünfte des Hospizes erhöhte Tommaso Querini († 1304) aus der Gemeinde Santa Maria Formosa, der ihm ein Drittel seines Vermögens vermachte.[1]
Eine Kirche, die das inzwischen baufällige und schließlich abgerissene Oratorium ersetzte, wurde 1588 fertiggestellt. Errichtet wurde sie von Tommaso Querini, geweiht in Gegenwart des Dogen Pasquale Cicogna und des Patriarchen von Venedig Giovanni Trevisan. Die Errichtung einer klösterlichen Gemeinde stieß auf Widerstand, da ganz in der Nähe, nur durch einen Kanal getrennt, bereits das Kloster San Domenico di Castello bestand. Doch schließlich weihte Giovanni Perpignano das Kloster, Bischof von Canea (Chania auf Kreta) unter dem doppelten Patrozinium des Apostels Bartholomäus und des Franz von Paola. Wie bei einer Reihe anderer Kirchen, so erhielt auch diese Reliquien aus den römischen Katakomben.
Literatur
- Herbert Rosendorfer: Kirchenführer Venedig, Edition Leipzig, 2008, 2. Aufl., E. A. Seemann, 2013, S. 151 f.
- Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, S. 36.
- Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 76 f. (Digitalisat)
- Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil I, Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1787, S. 55 f. (Digitalisat)