San Leonardo (Venedig)
Gebäude in Venedig, ehemalige Kirche
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San Leonardo ist eine 1807 geschlossene Pfarrkirche in der Altstadt von Venedig am gleichnamigen Campo im Sestiere Cannaregio. Sie reicht mindestens bis ins 14. Jahrhundert zurück, der unsicheren Überlieferung nach bis ins frühe 11. Jahrhundert. Das heutige Gebäude entstand ganz überwiegend im 18. Jahrhundert. Heute wird das Gebäude, das sich in kommunalem Besitz befindet, für Kulturveranstaltungen genutzt.

Geschichte
Einigen Chronisten zufolge reicht die Kirche bis in das Jahr 1025 zurück, als die Familie Crituazio sie gründete. Daher hatte sie das Recht, einen Pfarrer zu bestimmen.
Eine Renovierung wurde mit der Weihe am 4. Mai 1343 durch die „Prelati Marco Morello; dell'Ordine de' Carmelitani Vescovo Domoceno, e Francesco Vescovo Urense“, wie Flaminio Corner schreibt,[1] auch formal abgeschlossen. Bei dieser Gelegenheit erhielt die Kirche Indulgenzen durch „Andrea Dotto Patriarca Gradese, e da Niccolò Morosini Vescovo di Castello“, also durch den Patriarchen von Grado (gemeint ist wohl Andrea da Padova, im Amt 1337–1355) und den Bischof von Castello (Nicolò I. Morosini, 1336–1367). Die Kirche hatte nur einen Pfarrer.
Ab 1395 wurde sie zur Stiftskirche, die von einem Kapitel geleitet wurde, das allerdings aus nur zwei Klerikern bestand. Der Rat der Zehn genehmigte die Gründung einer dem Heiligen Leonhard von Limoges gewidmeten Bruderschaft, mit deren Beiträgen ein zweiter Priester (zur Unterstützung des Pfarrers) unterhalten werden sollte. Wie eine Reihe anderer Kirchen, so erhielt auch San Leonardo für die Zeitgenossen wichtige Reliquien aus den römischen Katakomben. Allerdings gelang es nicht mehr, zwei Kleriker zu unterhalten, so dass der Pfarrer keine Unterstützung mehr erhielt. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts war Biaggio Catena Pfarrer an der Kirche, der allerdings 1407 wegen Meineids verurteilt wurde. Er verlor seine Würde und wurde vom Rat der Zehn aus der Stadt verbannt. Er ging nach Rom, wo man ihm glaubte, dass er für einen anderen gefehlt hatte, und so wurde er Bischof von „Trabisonda“ (Trapezunt).[2]
Den Umbau des 18. Jahrhunderts leitete der Architekt Bernardino Maccaruzzi († 1798), der den Innenraum in das spätere einschiffige Kirchenschiff umgestaltete. Die Ausrichtung des Vorgängergebäudes behielt er bei, d. h. die linke Seite blieb dem Platz zugewandt. Sie war bis auf die Höhe des Presbyteriums von einer Reihe einstöckiger Häuschen verdeckt. Die Arbeiten wurde 1794 abgeschlossen.
Die Kirche wurde 1807 unter Napoleon aufgelöst, ihrer Ausstattung beraubt und als Kohlelager genutzt. Ihr Gemeindegebiet wurde auf die Pfarreien San Marcuola und San Geremia aufgeteilt.
Die Kommune Venedig ließ die Kirche restaurieren und in einen Mehrzwecksaal umwandeln.
Literatur
- Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, S. 51.
- Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 260 f. (Digitalisat)
Weblinks
- ciexa de San Lunardo, auf veneziamuseo.it