San Zan Novo
Kirchengebäude in Italien
From Wikipedia, the free encyclopedia
San Zan Novo, auch San Zaninovo oder Zuanenovo, San Zuane in olio (italianisiert: San Giovanni (Nuovo) in olio), ist eine Kirche im Südwesten des venezianischen Sestiere Castello, genauer am Campo San Zaninovo, die den Namen des Evangelisten Johannes trägt. Zugleich erinnert der Namenszusatz in olio (‚in Öl‘) daran, dass der Evangelist das Martyrium in kochendem Öl erlitten haben soll. Der Namensteil novo (‚neu‘) soll nach Francesco Sansovino auf die Tatsache zurückgehen, dass es bei ihrer Erbauung bereits eine Kirche dieses Namens gab. Ihre Hauptfassade weist auf den namensgebenden Platz (Campo), an dessen gegenüberliegender Seite der Palazzo Querini steht, auch Casa Querini genannt.


Geschichte
Die Kirche geht der Legende nach auf die Familie Trevisan zurück, die sie demnach im Jahr 968 erbauen ließ, aber auch die Familien Michiel und Nani wurden als Gründer genannt.[1] Im frühen 14. Jahrhundert renoviert, wurde sie 1463 erneut geweiht, ohne dass die Hintergründe deutlich würden. 1520 erfolgte nach Entwürfen von Bernardino Conte womöglich ein Umbau (nach Levi durch Antonio Scarpagnini[2]). In dieser Kirche zelebrierte Antonio Vivaldi am 23. März 1703 seine erste Messe.
Die Kirche wurde 1762 beinahe neu erbaut, aber die Fassade, die Matteo Lucchesi im palladianischen Stil entwarf, blieb unvollendet. Rechts des Gebäudes dient eine Zelle mit drei Bögen und drei Glocken als Campanile. Am 2. April 1788, so Cicogna, vermeldete die Gazetta Urbana, habe der berühmte Steinmetz Domenico Fadiga den Hauptaltar vollendet.
Die 1807 vom napoleonischen Königreich Italien erlassenen Aufhebungen kirchlicher Einrichtungen betrafen die Kirche insofern, als sie am 28. Juni 1808 den Status als Pfarrkirche verlor und für gut zwei Jahre zur succursale für den Markusdom wurde. Am 15. Oktober 1810 wurde sie San Zaccaria unterstellt.
Ausstattung
Die Fassade der Kirche ist mit einem von einem Giebel überragten Portal versehen, flankiert von zwei hohen Seitenfenstern. Oberhalb des Portals befindet sich eine Lünette.
Die einschiffige Kirche ist mit korinthischen Säulen ausgestattet, die eine gewölbte Decke tragen. An den Seiten des Kirchenschiffs befinden sich je zwei Seitenkapellen, während das Presbyterium ein Tonnengewölbe über einem quadratischen Grundriss trägt.
Der Hauptaltar ist mit dem Altarretabel Johannes der Evangelist ausgestattet. An den Seiten des Altars befinden sich zwei Gemälde von Fabio Canal, nämlich das Opfer Abrahams und das Opfer des Melchisedek. Am Altar der zweiten Seitenkapelle rechts befindet sich ein polychromes Holzkruzifix, das etwa im 14. Jahrhundert entstand.
Literatur
- Herbert Rosendorfer: Kirchenführer Venedig, Edition Leipzig, 2008, 2. Aufl., E. A. Seemann, 2013, S. 92 f.
- Emmanuele Antonio Cicogna: Delle Inscrizioni Veneziane, Bd. 5, Giuseppe Picotti, Venedig 1842, S. 177–215 (51 Inschriften). (digitalisiert beim Münchener Digitalisierungszentrum)
- Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 48 f. (Digitalisat)