Sandrennnattern

Gattung der Familie Lamprophiidae From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Sandrennnattern (Psammophis) sind eine Gattung von Schlangen aus der Familie Psammophiidae, die in Afrika und Asien verbreitet ist.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Sandrennnattern

Olivenfarbige Sandrennnatter
(Psammophis mossambicus)

Systematik
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
ohne Rang: Toxicofera
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Elapoidea
Familie: Psammophiidae
Gattung: Sandrennnattern
Wissenschaftlicher Name
Psammophis
Fitzinger, 1826
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Merkmale

Die Sandrennnattern haben einen zylindrischen, schlanken Körper[1] mit langem Schwanz. Die Subcaudalia sind in zwei Reihen angeordnet. Dorsal ist die Beschuppung an der Körpermitte in 11 bis 19 Reihen angeordnet. Die Ventralia (Bauchschuppen) sind rund. Der Kopf setzt sich vom Nacken ab. Die Augen sind mittelgroß bis groß mit runden Pupillen. Die Sandnattern haben zehn bis dreizehn Oberkieferzähne, wovon ein bis zwei mittlere deutlich größer ausfallen mit einem Zwischenraum davor und dahinter. Die hintersten beiden Zähne sind ebenfalls größer und zudem gerillt. Sie befinden sich unterhalb des hinteren Augenrands. Die vorderen Unterkieferzähne sind lang und die hinteren klein.[2] Die kleinste Art der Gattung ist Psammophis angolensis mit einer Gesamtlänge von durchschnittlich 25 bis 30 cm und maximal etwa 50 cm.[3]

Lebensweise

Sandrennnattern sind nur schwach giftig und Bisse bei Menschen sind selten.[4] Schlangen aus der Familie Psammophiidae sind typischerweise tagaktiv, terrestrisch und bewegen sich schnell fort. Sie jagen aktiv ihre Beute.[5] Zur Beute der meisten Arten zählen vor allem Echsen, einige Arten wie Psammophis notostictus ernähren sich aber auch zu ähnlichen Anteilen von kleinen Säugetieren.[1] Sandrennnattern sind ovipar (eierlegend).[6]

Verbreitung und Gefährdung

Die meisten Arten der Gattung sind in Afrika verbreitet. Weitere finden sich auch in Asien, darunter Psammophis turpanensis in China, Psammophis longifrons in Indien und Psammophis lineolatus in Zentralasien, Pakistan, der Mongolei und Nordwest-China.[7][8] In Europa wurde lediglich eine fossile Art (Psammophis odysseus) gefunden. Diese bewohnte die Iberische Halbinsel während des Miozäns.[9]

Die IUCN stuft die Art Psammophis zambiensis als potentiell gefährdet (near threatened) ein. Die Art ist im Norden und Nordwesten Sambias sowie in der angrenzenden, ehemaligen Provinz Katanga der Demokratischen Republik Kongo verbreitet. 30 weitere Arten der Gattung wurden als nicht gefährdet (least concern) eingestuft. Noch ohne Einstufung sind die Arten P. afroccidentalis und P. turpanensis (Stand 2022).[10]

Systematik

Psammophis angolensis ist die kleinste Art der Gattung
Psammophis brevirostris verlässt ein Erdloch
Östliche Sandrennnatter (P. orientalis)
Gelbbauch-Sandrennnatter (P. subtaeniatus)

Die Gattung wurde 1826 wissenschaftlich erstbeschrieben.[11] Die Typusart ist Coluber sibilans. Der Gattungsname setzt sich aus den griechischen Wörtern „psammos“ („Sand“) und „ophis“ („Schlange“) zusammen. Psammophis bedeutet somit „Sandschlange“.[12] Die ehemalige Gattung Dromophis wurde 2008 mit Psammophis synonymisiert. Sie umfasste die Arten D. lineatus und D. praeornatus.[5]

Innerhalb der Gattung der Sandrennnattern werden nach der Reptile Database 33 rezente Arten unterschieden (Stand Dezember 2022):[7]

Darüber hinaus wurde eine fossile Art beschrieben:

  • Psammophis odysseus Georgalis, Szyndlar, 2022[9]

Literatur

  • Donald G. Broadley: A review of the species of Psammophis Boie found south of Latitude 12° S (Serpentes: Psammophiinae). In: African Journal of Herpetology. Band 51, Nr. 2, 2002, S. 83–119, doi:10.1080/21564574.2002.9635466 (englisch).
  • Arthur Loveridge: Revision of the African snakes of the genera Dromophis and Psammophis. In: Bulletin of the Museum of Comparative Zoology. Band 87, Nr. 1, 1940, S. 170 (biodiversitylibrary.org).
  • Richard Shine, William R. Branch, Jonathan K. Webb, Peter S. Harlow, Terri Shine: Sexual Dimorphism, Reproductive Biology, and Dietary Habits of Psammophiine Snakes (Colubridae) from Southern Africa. In: Copeia. Band 4, 1. Dezember 2006, S. 650–664, doi:10.1643/0045-8511(2006)6[650:SDRBAD]2.0.CO;2.
  • Jean-François Trape, Pierre-André Crochet, Donald G. Broadley, Patricia Sourouille, Youssouph Mané, Marius Burger, Wolfgang Böhme, Mostafa Saleh, Anna Karan, Benedetto Lanza & Oleg Mediannikov: On the Psammophis sibilans group (Serpentes, Lamprophiidae, Psammophiinae) north of 12°S, with the description of a new species from West Africa. In: Bonn zoological Bulletin. Band 68, Nr. 1, 2019, S. 61–91, doi:10.20363/BZB-2019.68.1.061 (englisch).
Commons: Psammophis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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