Sandro Mezzadra
italienischer Philosoph
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Sandro Mezzadra (* 1963) ist ein italienischer Philosoph mit dem Schwerpunkt auf politischer Theorie in Verbindung mit Geschichte.[1]
Leben
Mezzadra machte 1985 seinen Abschluss in Philosophie an der Universität Genua, 1989 folgte ein Abschluss in der Politikwissenschaft an der Universität Bologna. Er promovierte 1993 an der Universität Turin. Seit 1999 ist er an der Universität Bologna wissenschaftlich tätig und durchlief verschiedene akademische Positionen. Seit 2020 ist er ist dort Full Professor. Als Adjunct Professor ist er seit 2024 an den Universitäten Western Sydney University und der Lingnan University in Hongkong tätig.
Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Migration, Grenzen und Grenzregime, Logistik und deren Rolle in den gegenwärtigen globalen kapitalistischen Verhältnissen. Dabei verfolgt er einen disziplinenübergreifenden Ansatz, der bspw. auch Fragen von Raum und Geografie umfasst.
Mehrere seiner Bücher und Artikel verfasste er gemeinsam mit Brett Neilson. Raul Zelik bezeichnet ihn als die „wichtigste lebende Stimme des Operaismus“.[2]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- als Mitherausgeber: Die Krise denken. Finanzmärkte, soziale Kämpfe und neue politische Szenarien, Unrast, Münster 2010.
- mit Mario Neumann: Jenseits von Interesse und Identität. Klasse, Linkspopulismus und das Erbe von 1968, Laika Verlag, Hamburg 2017.
- In the Marxian Workshops. Producing Subjects, Rowman and Littlefield, London 2018.
- mit Brett Neilson: The Politics of Operations. Excavating Contemporary Capitalism, Durham, Duke University Press, NC and London 2019.
- mit Brett Neilson: The Rest and the West. Capital and Power in a Multipolar World, Verspo, London – New York 2024.
- deutschsprachige Ausgabe: Der Rest und der Westen. Kapital und Macht in einer multipolaren Welt. Aus dem Englischen von Christian Frings, Dietz Verlag, Berlin 2025.
Weblinks
- Internetauftritt an der Universität Bologna
- State, Counter-power and Post-fascism: from Poulantzas to the Present – Interview with Álvaro García Linera and Sandro Mezzadra auf historicalmaterialism.org
- »Wir brauchen eine neue Imperialismustheorie«. Der italienische Politikwissenschaftler Sandro Mezzadra über Faschismus und einen neuen Internationalismus jenseits der Nationen, Interview mit Raul Zelik, veröffentlicht am 7. Februar 2025 auf nd-aktuell.de.