Sandstraße (Rheinland)
rechtsrheinische Altstraße und historische Handelsstraße zwischen dem Bergischen Land und dem Rheinland
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Die Sandstraße war eine rechtsrheinische Altstraße und historische Handelsstraße zwischen dem Bergischen Land und dem Rheinland. Ihr Name geht auf den Sandabbau in den Leichlinger Sandbergen zurück.[1]
Verlauf
Der Weg knüpfte an den mittelalterlichen Mauspfad an und begann ursprünglich in Mülheim am Rhein (heute Köln). Von dort zog er sich nach Nordosten über Leverkusen-Opladen und Leichlingen nach Solingen-Aufderhöhe. In Opladen wurde dabei der Mauspfad gekreuzt. Von Aufderhöhe verlief die Trasse weiter über Löhdorf und Mangenberg nach Solingen (Schlagbaum), wobei dieser Abschnitt nicht mehr als Sandstraße, sondern als Löhdorf-Mangenberger Straße bezeichnet wurde.[2.1]
Zwischen Leichlingen und Solingen entspricht die Trasse der Sandstraße noch dem Verlauf der heutigen Landesstraße 288 (von Unterschmitte über Stockberg und Rupelrath). In Trompete kreuzte sich die Sandstraße mit dem Communicationsweg zwischen Reusrath und Leichlingen (heute Landesstraße 294). In Opladen verweist der Straßenname Sandstraße noch auf die ursprüngliche Trasse, der seit etwa 1830 nachgewiesen ist.[3]
Geschichte
Die Sandstraße war als Teil der sogenannten alten Kölner Straße[1] schon im Mittelalter eine bedeutsame rechtsrheinische Wegeverbindung. Über sie verlief der Warenverkehr aus der Klingenstadt Solingen zum Handelsplatz Köln, ehe im 18. Jahrhundert mit dem Neuen Rheinweg eine Verbindung zum Rheinhafen in Hitdorf entstand.[2.1] Von der Bedeutung der Straße zeugen auch mehrere Namen von Orten, die an der Straße entstanden sind. Dazu zählen etwa Wüstenstraße, Straßen und Bungenstraße.[2.2] In der Karte Topographia Ducatus Montani von Erich Philipp Ploennies aus dem Jahr 1715 ist der Verlauf der Straße bereits eingezeichnet.[4] Um die vorbeireisenden Menschen bewirten und ihre Pferde versorgen zu können, entstanden auch Gastwirtschaften und Fuhrwerksraststätten entlang der Strecke, die sich teils zu eigenen Ortslagen entwickelten, wie zum Beispiel Am Adler in Leichlingen.[5]

Zu ihrem heutigen Namen kam die Straße allerdings erst durch den Sandabbau in den Leichlinger Sandbergen ab etwa 1800. Die dortigen Sandvorkommen wurden spätestens ab dem 17. Jahrhundert in Stollen, später im offenen Tagebau abgebaut und über die Sandstraße mit Pferdewagen abtransportiert. Der Sandabbau war für Leichlingen ein bedeutsamer Wirtschaftszweig, der erst mit dem Versiegen der Sandquellen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sein Ende fand. Ein verbliebener Rest der Sandberge am Stockberg wurde zum Naturdenkmal erklärt.[1]
Bereits im 18. Jahrhundert wurde der Trassenverlauf der Straße leicht verändert und zwischen Leichlingen und Opladen nach Westen verlegt, so dass Orte wie Schnugsheide nicht mehr tangiert wurden. Die Bezeichnung Sandstraße wurde im 19. Jahrhundert als offizieller Straßenname in Opladen und Solingen eingeführt. Entsprechend ist die Straße auch in der Karte vom Kreise Solingen aus dem Jahr 1875 des Landmessers C. Larsch als Sandstraße verzeichnet.[6] Die Sandstraße in Solingen wurde allerdings 1935 in Opladener Straße umbenannt.[7]
Bei Einführung der Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 1961 wurde die Sandstraße zwischen Opladen und Aufderhöhe als Landesstraße 288 (L 288) ausgewiesen. Aufgrund einer Neutrassierung entlang der Autobahn 3 in den 1990er Jahren entspricht ihr Verlauf jedoch nur noch teilweise dem historischen Handelsweg.
Literatur
- Heinz Rosenthal: Solingen. Geschichte einer Stadt. Band 1: Von den Anfängen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts. Braun, Duisburg 1969, DNB 457973358.