Sanitz
Gemeinde in Deutschland
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Sanitz ist eine amtsfreie Gemeinde im Nordosten des Landkreises Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie bildet für ihre Umgebung ein Grundzentrum.[2]
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 54° 5′ N, 12° 23′ O | |
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Rostock | |
| Höhe: | 45 m ü. NHN | |
| Fläche: | 82,4 km² | |
| Einwohner: | 6494 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 79 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 18190 | |
| Vorwahl: | 038209 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 72 091 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rostocker Str. 19 18190 Sanitz | |
| Website: | www.sanitz.de | |
| Bürgermeister: | Enrico Bendlin (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Sanitz im Landkreis Rostock | ||
Geografie
Geografische Lage
Sanitz liegt 17 km östlich von Rostock.
Gemeindegliederung
Zur Gemeinde gehören folgende Ortsteile:[3]
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Geschichte
Sanitz
Sanitz wurde als „Zaniz“ (= „Hasenort“, slawisch) im Jahr 1256 erstmals als Kirchdorf urkundlich erwähnt (als Nachweis der Zuweisung der Dorfkirche Dänschenburg als Sanitzer Tochterkirche).Eine erste urkundliche Erwähnung rührt aus dem Jahre 1248 als ein gewisser Bruder Henrykus de Seynitz (gemeint ist Heinrich aus Sanitz) als Zeuge in einer Urkunde des Fürsten Heinrich Borwin von Rostock namentlich erwähnt wird. Eine erste urkundliche Erwähnung fand die Kirche Sanitz im Zusammenhang mit einem Vertrag vom 2. Juni 1291, in dem Heinrich von Werle dem Bischof von Schwerin gegenüber seinem Mündel Nikolaus von Rostock das Patronatsrecht sicherte, das seitdem vom Landesherrn gehalten wurde. Als Vasallen waren im 14. Jahrhundert verschiedene Familien verzeichnet, so der Rostocker Bernhard Kopmann, Ritter Siegfried von Plön, Reimar von Wedel, der Rostocker Ratsherr Dietrich Horn, sein Sohn, der Bürgermeister Dippold Horn. Im Zuge der Christianisierung Mitte des 11. Jahrhunderts gelangte das Dorf in den Besitz des Klosters Doberan, zu dem es bis zur Reformation gehörte. Nach der Säkularisation wurde es 1552 als herzogliche Domäne dem Amt Ribnitz unterstellt und in den folgenden Jahrhunderten an verschiedene Familien verpachtet. Das Pfarrhaus – ein sanierter Fachwerkbau – stammt von 1780, die alte Schmiede wurde 1798 als alte Erbschmiede erwähnt. 1879 wurde das Dorf dem Amt Toitenwinkel unterstellt.1895 wurde Sanitz Eisenbahnknotenpunkt der Friedrich Franz Eisenbahn, die vom Rostocker Lloyd-Bahnhof über Sanitz nach Triebsees in Vorpommern und eine weitere Linie nach Tessin führte. Mit der verkehrstechnische Erschließung begann ab 1900 der wirtschaftliche Aufschwung des Ortes.
Von 1952 bis 1994 gehörte Sanitz zum Kreis Rostock-Land (bis 1990 im DDR-Bezirk Rostock, danach im Land Mecklenburg-Vorpommern). 1994 wurde die Gemeinde in den Landkreis Bad Doberan eingegliedert. Seit der Kreisgebietsreform 2011 liegt Sanitz im Landkreis Rostock und ist eine amtsfreie Gemeinde, bestehend aus den Orten Groß Freienholz, Groß Lüsewitz, Gubkow, Hohen Gubkow, Horst, Klein Freienholz, Klein Wehnendorf, Neu Kokendorf, Neu Wendorf, Niekrenz, Oberhof, Reppelin, Sanitz, Teutendorf, Vietow, Wendfeld und Wendorf.
Herausragende Persönlichkeiten sind der in Teutendorf geborene Komponist Friedrich von Flotow und der Arzt, Ingenieur und Maschinenbau-Unternehmer Dr. Ernst Alban, der Anfang des 17. Jahrhunderts auf Gut Klein Wehnendorf die erste Mecklenburgische Maschinenbauanstalt eröffnete.
Ortsteile
Groß Freienholz, war vormals mit einem staatlichen Forsthof, 22 ha groß, ausgestattet, deren Leitung ein Oberförster als Nutznießer innehatte. Hinzu kam auf dem Gemeindegebiet ein privater landwirtschaftlicher Betrieb mit 36 ha.
Groß Lüsewitz, war früher ein Gutsdorf,[4] bis in das 15. Jahrhundert in den Händen der alten Familie von Tulendorf. Über einen Vergleich nach 1513 u. a. mit Christina von Tulendorf gelangt der Ort an den Rat Dietrich von Bevernest. 1674 erwirbt es der Hauptmann Hans Rudolph von Grabow, es folgt der Landrat Bogislaw Ernst von Petersdorff, 1732 in Rechtsnachfolge ein Oberst und späteren Generalmajor von Zülow. Damals gehören Klein Lüsewitz und Groß Lüsewitz einem Gutsherrn.[5] Bis 1809 gehört ein Teil des Besitzes der briefadeligen Familie von Boeckmann[6] und es folgt die Familie Biermann,[7] die 1889 den Homagial-Eid auf den Landesherrn ablegen.[8] Ende 19. Jahrhundert wird auf dem Gut ein neues Schloss Groß Lüsewitz errichtet. Die letzten Eigentümer, Gutsgröße 943 ha, vor der Bodenreform 1945 stellt die Familie Thyssen, hier Nachfahren des Joseph Thyssen, den Sohn Hans Thyssen (1890–1943), respektive dem Enkel Hans Eberhard Thyssen (1919–2019). Heute steht das Ensemble unter Denkmalschutz.[9]
Gubkow: Dorf mit vormaligen Lehngut, 953 ha, sowie Nebengut in Neu Kokendorf, gehörte in den 1920er Jahren der Mecklenburgischen Landgesellschaft GmbH mit Sitz in Schwerin.
Hohen-Gubkow: wird in alten Schriften als Ort mit einem Lehngut und einem dazugehörigen Torfmoor geführt, in bürgerlichen Besitz.[10]
Horst: War 1804 eingepfarrt in Sanitz.[11] 1924 gehörte ein kleines Gut in Horst dem Landwirt Friedrich Fischer.[12] 1988 fanden Untersuchungen im Horster Torfmoor statt.[13]

Wehnendorf: "1509 erteilten die Herzöge Heinrich und Albert von Mecklenburg dem Lorenz Preen zu Bandelstorf die Erlaubnis, seine Ehefrau Jutta mit den Dörfern Wehnendorf, Vietow, Niekrenz und dem halben Teil zu Gresenhorst zu bezüchtigen".[14][15]. Gutsbesitzer waren u. a. die Familien Otto von Preen (ab 1621), du Puits (ab 1695), von Hammerstein (ab 1798), von Qualen (ab 1800), von Lowtzow (ab 1801), Schütz (ab 1804) und Stever (1814–1936/38) (siehe u. a. auch bei Niekrenz und Vietow). Letztmalig wurde Wehnendorf 1958 in den Ortsverzeichnissen genannt. Das letzte Gebäude, heute Behrendhof, gehört mit der Hausnummer 1 an der Niekrenzer Dorfstraße (gem. Google Maps und als Behrendhof als Straße ausgeschildert) zu Niekrenz. Die anderen Gebäude nahe der Straße L191 wurden abgerissen.
Klein Wehnendorf: "1804 kaufte Johan Christian Janentzky aus Rostock eine Fläche des Guts Wenendorf für 9.000 Taler. Dieser errichtete auf seiner gekauften Fläche ein neues Gut, das den Namen Klein Wehnendorf erhielt und ab 1805 im Staatskalender neben dem bisherigen Gut Wehnendorf geführt wurde."[16]
Neu Wendorf wurde offiziell (vorher Wendorf) seit 1810 so benannt. Das Gutshaus Neu Wendorf wurde 1805 gebaut.
Niekrenz:

Der Ortsname wird von Kühnel[17] auf das verneinte altslawische kur- (= Gesang) zurückgeführt und demzufolge als "Ort des Nekureta", also "Ort des Nichtsängers", übersetzt.
Bis zum 1. Januar 1339 gehörte mindestens die Hälfte des Ortes Heinrich und Dietrich Michelstorf. Diese verkauften diese Hälfte an die Witwe und die Söhne von Gottschalk Preen.[18]
Nach längeren Streitigkeiten, Urkundenfälschungen, einem vermutlichen Totschlag und Streitigkeiten zwischen den v. Moltke und Jakob v. Lewezow werden 1703 letztmalig mehrere Grundherren in [19] aufgeführt. Danach wurde nur noch Oberst de Puits als Besitzer von Hof und Dorf Niekrenz genannt.[20][21]
1798 verkaufte der de Puits an den Justizrat Hans Detloff v. Hammerstein, der es ein Jahr später an Heinrich Carl v. Lowtzow auf Thelkow verkaufte.
1813 ersteigerte der Rostocker Theodor Stever Niekrenz.

Am 29. Juli 1842 brach auf dem Hof Niekrenz ein Feuer aus, dem zahlreich Gebäude zum Opfer fielen. „Der Brand des Regierungsgebäudes in Schwerin am 1. Dezember 1865 sorgte für eine dritte Überlieferungslücke zur Geschichte von Niekrenz, denn die Lehnakten zu diesem Gut wurden durch das Feuer vernichtet und konnten nur teilweise durch die Akten der Gutsarchivs rekonstruiert werden.“[22]
1933 war Niekrenz völlig überschuldet und in einem Umschuldungsverfahren wurden größere Flächen für Siedlungszwecke herausgelöst. Die Mecklenburgische Landesgesellschaft gab diese 177 Hektar Flächen an insgesamt 24 Häuser und Büdner in Gubkow, Lieblingshof und Sanitz weiter[23]. Das Restgut hatte noch eine Größe von 418 Hektar (in etwa die Bewirtschaftungsfläche des heutigen landwirtschaftlichen Betriebes, wobei ein Teil der Flächen gepachtet sind) im Besitz von Friedrich Franz Stever.
1945 wurde diese Fläche während der Bodenreform enteignet. Nach der Wiedervereinigung erhielten, mit Ausnahme der Stevers, die ursprünglichen Eigentümer ihre Grundstücke zurück übertragen.
Oberhof: hier gab es einen großen landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Thormann, mit 93 ha. Des Weiteren bestanden mindestens drei Büdnereien, die in den 1930er Jahren Landflächen zum Bau der Eisenbahnstrecke von Sanitz nach Tessin abgeben mussten, ebenso galt dies für Teile des Gemeindelandes.[24]
Reppelin: die Ortschaft wurde 1256 als „Slauicali Repelin“, also „Slawisch Repelin“, ersterwähnt.[25] Das Dorf mit altem Gut[26] entwickelte sich stetig. Das Gut selbst gehörte zunächst verschiedenen uradeligen Familien. Dann folgte weit vor 1824 der Domainenrat Diederich (Dietrich) Frisch,[27] seine Vorfahren stammten aus Franken. 1819 erhielt er mit seiner Frau Anna Regina Wiese aus Rostock den bayrischen Adel und als meckl.- schwerin. Lehnsvasall 1820 die Anerkennung des Adels für Mecklenburg,[28] als von Frisch.[29] Dies galt auch für seine beiden Adoptivsöhne, seinen Neffen Ewald von Frisch sowie Leopold von Frisch, Söhne des Martin Leopold Amadeus von Frisch und der Christiane Charlotte Zingel. Das Erbe ging an Ewald von Frisch. 1832 gelangt das Gut in bürgerliche Hände, Familie Nahmmacher, dann an den Gutspächter Julius Koch, 1870 an Familie Düsing, 1896 wird es freies (allod) Eigentum des LandwirtesCarl Hubert Flügel. 1927 kam es mit der Erwerbung des ritterlichen Besitzes durch die Kultur- und Siedlungsgesellschaft zu einer Neuaufteilung in der Gemeinde, mit Siedlern aus Baden und Württemberg, sowie u. a. aus Hessen.[30]
Teutendorf: Gutsbesitzer waren u. a. die Familien von Koppelow (ab 1692), von Flotow (ab 1793), von Qualen (ab 1802), von Zepelin (ab 1803), von Flotow (ab 1811), Paetow (ab 1894) und Floto (1903–1945). Das klassizistische Gutshaus stammt von um 1800. Der Opernkomponist Friedrich von Flotow ist hier 1812 geboren. Nach 1945 nutzte die LPG das Gebäude, das die Familie von Flotow nach 1990 wieder erwarb und 2000 sanierte.
Vietow: Gutsbesitzer waren u. a. die Familien Depuits,[31] auch de Puits (ab 1695), Freiherr von Hammerstein (ab 1798), von Qualen (ab 1800), von Sperling (ab 1813) und Grafen von Bassewitz (-Behr) (1838–1945).
Wendfeld: Geht als Gründung auf den einen Hof zurück, zwischen 1814 und in amtlichen Schriften 1817, ursprünglich kirchlicher Besitz. Erster Besitzer mehrerer zusammengefasster Flächen ist die Familie von Flotow, über sieben Generationen.[32] Der Hof ist freier Besitz, erlangt aber keine vollständige Anerkennung eines Lehn- oder Rittergutes und wurde in den 1920er Jahren unter dem Amt Rostock geführt. Die Größe ist mit 370 ha beziffert, Eigentümer damals Albrecht Münster-Schultz, Pächter Hans Schulz. Der Eigentümer ist noch 1937 und 1944 nachgewiesen.[33][34] Münster-Schultz war auch lange im Fernost-Geschäft eingebunden.[35]
Eingemeindungen
Burgwall


Bereits 1883 wurde der jungslawische Burgwall „Katswall“ 500 m südlich des Ortes Groß Lüsewitz entdeckt. Nach neueren Einschätzungen handelt es sich bei dem Bodendenkmal möglicherweise doch nur um eine einfache slawische Siedlung auf einer natürlichen Anhöhe.[37] W. Kasbohm nahm die Burg 1954 auf und führte Sondagen durch.
Bevölkerung
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[38], ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Der starke Anstieg der Einwohnerzahl im Jahr 2000 ist auf die Eingemeindung von drei Orten im Jahr 1997 zurückzuführen.
Politik
Gemeindevertretung
Die Gemeindevertretung von Sanitz besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 19 Mitgliedern.[39] Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 68,5 % zu folgendem Ergebnis:[40]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019[41] | Sitze 2019 | Stimmenanteil 2024 | Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| CDU | 52,4 % | 10 | 44,9 % | 9 | |
| AfD | – | – | 17,2 % | 1 | |
| SPD | 11,3 % | 2 | 16,0 % | 3 | |
| Die Linke | 23,8 % | 4 | 12,1 % | 2 | |
| Einzelbewerber Gunnar Möller | 4,0 % | 1 | 2,8 % | 1 | |
| Einzelbewerber Niels Amborski | – | – | 2,3 % | 1 | |
| FDP | – | – | 2,1 % | – | |
| Einzelbewerber Martin Borgwardt | – | – | 2,0 % | – | |
| Einzelbewerber Daniel Amborski | – | – | 0,7 % | – | |
| Einzelbewerber Jan Charborski | 3,4 % | – | – | – | |
| Einzelbewerber Andreas Möller | 3,1 % | – | – | – | |
| Einzelbewerber Lutz Hamann | 2,1 % | – | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 17 | 100 % | 17 |
Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD drei Sitze. Da sie nur einen Kandidaten aufgestellt hatte, bleiben in der Gemeindevertretung zwei Sitze unbesetzt.[42]
Bürgermeister
- 1990–1994 Joachim Hünecke (FDP)
- 1994–1998 Wolfgang Bäumler
- 1998–2019: Joachim Hünecke (FDP)
- seit 2019: Enrico Bendlin (CDU)
Bendlin wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 17. Februar 2019 mit 53,2 % der gültigen Stimmen gewählt.[43] Bei der Bürgermeisterwahl am 25. Januar 2026 wurde er mit 75,2 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[44] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[45]
Wappen
Das Wappen wurde am 1. November 1995 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 92 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Grün ein liegender, mit der Krümme nach vorn und aufwärts gerichteter goldener Abtstab, begleitet: oben von drei (2:1) silbernen Apfelblüten mit goldenen Staubgefäßen, unten von einem sitzenden goldenen Hasen.“
Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch gestaltet.

Flagge
Die Flagge der Gemeinde ist gleichmäßig längsgestreift von Grün, Silber (Weiß) und Grün. In der Mitte des Flaggentuches liegt, auf jeweils die Hälfte der Höhe der grünen Streifen übergreifend, das Gemeindewappen, umgeben von einem silbernen (weißen) Bord, dessen Stärke ein Zwanzigstel der Höhe des Flaggentuches beträgt. Die Höhe des Flaggentuches verhält sich zur Länge wie 3:5.
Partnergemeinde
Sanitz hat in Polen mit der Landgemeinde Świdwin (Schivelbein) in der Woiwodschaft Westpommern eine Partnergemeinde.
Sehenswürdigkeiten
- Dorfkirche Sanitz aus dem 13. Jahrhundert als romanisch/gotische Feldsteinkirche
- Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert
- Gutshaus Teutendorf, klassizistisch, von um 1800
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Größter Arbeitgeber in Sanitz ist die Bundeswehr mit der Flugabwehrraketengruppe 21.
In Groß Lüsewitz befindet sich das Institut für Züchtungsforschung landwirtschaftlicher Kulturen des Julius Kühn-Instituts (JKI), des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen.
Verkehr
Durch Sanitz führt die Bundesstraße 110 zwischen Rostock und Demmin. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Sanitz an der A 20 (Rostock–Dreieck Uckermark).
Der Bahnhof Sanitz liegt an der Bahnstrecke Rostock–Tessin. Er wird von der Regionalbahnlinie RB 11 (Wismar–Rostock–Tessin) im Stundentakt bedient.
Bildung
In der Gemeinde gibt es eine Grundschule, eine Regionalschule sowie ein Gymnasium.
Soziales
In Sanitz gibt es eine Ortsgruppe des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder.
Sport
Die Sportanlagen beherbergen verschiedene Vereine des Breitensports. Hervorzuheben sind die Fußballvereine TSV Eintracht Sanitz/Groß Lüsewitz und Union Sanitz 03, der Leichtathletikverein LAV Ribnitz-Damgarten/Sanitz sowie der Volleyballclub Sanitz.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter
Groß Lüsewitz
- Louis von Arnim (1861–1914), preußischer Offizier, Oberst
Teutendorf
- Friedrich von Flotow (1812–1883), Komponist
- Georg Sick (1861–1937), preußischer Oberst
Sanitz
- Friedrich Mie (1865–1911), Althistoriker
- Ingo Colbow (1960–2021), Radio-Featureautor und Regisseur
- Helga Radtke (* 1962), Leichtathletin
Wehnendorf (heute Wüstung)
- Otto von Preen (1579–1634), Jurist und Hofbeamter
Mit Sanitz oder heutigen Ortsteilen verbundene Persönlichkeiten
- Ernst Alban (1791–1856), Arzt und Erfinder, gründete 1829 in Klein Wehnendorf die erste Mecklenburgische Maschinenbauanstalt
- Gotthilf Ludwig Möckel (1838–1915), Architekt des Schlosses Groß Lüsewitz
- Karl Pinkpank (1884–1947), Imker, Lehrer in Sanitz
- Erich Auer (1902–1978), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, lebte in Groß Lüsewitz
- Rudolf Schick (1905–1969), Agrarwissenschaftler, Direktor des Instituts für Pflanzenzüchtung Groß Lüsewitz
- Gerhard Schmitt (1909–2000), Pastor in Sanitz
- Peter Schuhmann (* 1937), Pflanzenbauwissenschaftler am Institut für Kartoffelforschung Groß Lüsewitz
- Siegfried Wittenburg (* 1952), Fotograf und Autor, lebt in Sanitz
- Christian Zehe (* 1967), Reiter im Reit- und Fahrverein Groß Lüsewitz
Literatur
- Rüdiger Klein: Sanitzer Geschichte(n). Hrsg. Verein Sanitzer Gemeinschaft e. V. 2020. 3. Erweiterte Auflage, Sanitz 2025 mit historischem Teil zum 777. Geburtstag von Sanitz
- Rainer Held: „Garnisonsort Sanitz – Geschichten aus 28 Jahren NVA“. 2021
- Ronald Hentze, Rüdiger Klein: Dr. Alban und die erste Maschinenbauanstalt Mecklenburgs. Hrsg.: Gemeinde Sanitz, 2016
- Karl-Heinz Steinbruch: Sanitzer Geschichte 1248–1998. Sanitz 1998
- Heike Wiemann: Und der Rock in ehrbarer Farbe ... Zur Kirchen- und Schulgeschichte von Sanitz, Thulendorf und den umliegenden Orten. Sanitz 2007
Sekundärliteratur
- Christiane Tichy: Hans Lembke und Rudolf Schick. Zwei Saatzüchter im Wandel (1919–1969). BoD, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7392-2167-0.
Weblinks
- Literatur über Sanitz in der Landesbibliographie MV (Achtung: alle heutigen Ortsteile sind separat verzeichnet!)
