Sankt-Georg-Ritterorden (Ungarn)
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Der Sankt-Georg-Ritterorden (ung. Szent György Lovagrend) wurde 1326 von Karl I. Robert in Visegrád gegründet[1] und Georg der Drachentöter zum Schutzpatron erkoren. Der Orden entstand nach der Zeit der Kreuzzüge und ist höfischen, nicht kirchlichen Ursprungs, aber er war und ist weltlichen und kirchlichen Zielen in gleichem Maße verpflichtet und hatte als kirchliche Ziele den Schutz der Kirche sowie die Unterstützung der Schwachen und Armen.[1] Er war der erste königliche Ritterorden der Welt[2], noch vor dem 1348 gestifteten englischen Hosenbandorden. Der Orden diente vorrangig dem Schutze des Monarchen,[1] aber auch der Abwehr der türkischen Bedrohung.

Nach dem Tod des letzten Großmeisters des Sankt-Georg-Ritterordens 1541 zog Ferdinand I. die Güter des Ordens ein.[3]
Der Orden ab der Wiedergründung
Nach 1991 wurde der Verein (= Ende des Sozialismus in Ungarn) wieder eröffnet und reorganisiert.[1]
Die Ordensziele wurden angepasst und erstmalig Frauen als vollständige Mitglieder in den Ritterorden ab 1992 aufgenommen.[1]
Der Orden hat internationale Standorte wie z. B. in Grossbritannien, Nordirland, Deutschland (Bayern, Hannover), Italien (Neapel, Lucca, Parma, Rom), den Niederlanden und Rumänien.[3]
Im Jubiläumsjahr 2026 feiert der Orden sein 700-jähriges Bestehen mit Festakten in Visegrád und Passau.
Modernes Engagement des Ordens
Besondere Verbindungen pflegt der Orden mit Bayern und insbesondere Passau, das durch das Grab der Seligen Gisela zum zweiten Standort wurde.[4]
Heute engagiert sich der Orden für Caritas, Jugendarbeit, Traditionspflege, unterstützt karitative Projekte wie Hilfslieferungen in Mittel- und Osteuropa, fördert die europäische Solidarität, fühlt sich der europäisch-christlichen Kultur nahe und restauriert historische Denkmäler in Visegrád.[1]
Gedenkspruch
Der Gedenkspruch des Sankt-Georg-Ritterordens lautet In Veritate Iustus Sum Huic Fraternali Societati oder kurz I.V.I.S.H.F.S, dt. „In Wahrheit bin ich rechtschaffen gegenüber diesem brüderlichen Bund“.[4]
Aufnahme und Eid
Die Aufnahme erfolgt mit dem Ritterschlag in Visegrád oder Passau am Grab der Seligen Gisela, der Königin von Ungarn. In ihrem ritterlichen Eid verpflichten sich die Aspiranten zum Einhalten der Regeln, einem tugendhaften Leben und der Hilfe für die Bedürftigen und Armen.[5]