Sanrománit
Mineral aus der Gruppe der Carbonate
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Sanrománit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Carbonate und Nitrate“ (ehemals Carbonate, Nitrate und Borate). Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Na2CaPb3[CO3]5[4] und ist damit chemisch gesehen ein Natrium-Calcium-Blei-Carbonat.
| Sanrománit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
2006-009[1] |
| IMA-Symbol |
Srm[2] |
| Chemische Formel | Na2CaPb3[CO3]5 |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Carbonate und Nitrate(ehemals Carbonate, Nitrate und Borate) |
| System-Nummer nach Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
V/B.07-055 5.AC.30 14.04.04.04 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | hexagonal |
| Kristallklasse; Symbol | dihexagonal-pyramidal; 6mm |
| Raumgruppe (Nr.) | P63mc[3] (Nr. 186) |
| Gitterparameter | a = 10,570(1) Å; c = 6,651(1) Å[3] |
| Formeleinheiten | Z = 2[3] |
| Häufige Kristallflächen | {1010} and {1121}[3] |
| Zwillingsbildung | nach (1120) |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 4[4] |
| Dichte (g/cm3) | berechnet: 5,20[3] |
| Spaltbarkeit | nicht beobachtet |
| Bruch; Tenazität | spröde |
| Farbe | farblos, grünlichgelb |
| Strichfarbe | weiß |
| Transparenz | durchsichtig |
| Glanz | Glasglanz |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nω = 1,80 nε = 1,80[3] |
| Doppelbrechung | δ = 0,018[3] |
| Optischer Charakter | einachsig negativ |
| Weitere Eigenschaften | |
| Chemisches Verhalten | leicht löslich in konzentrierter Salzsäure |
Sanrománit ist durchsichtig und entwickelt nadelige Kristalle mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen, die meist in radialstrahligen, artischockenähnlichen Aggregaten angeordnet sind. Die feinen Kristallnadeln selbst sind farblos, allerdings erscheinen Aggregatformen in grünlichgelber Farbe.
Besondere Eigenschaften
Das Mineral ist leicht löslich in konzentrierter Salzsäure. In konzentrierter Salpetersäure und Schwefelsäure zersetzt es sich langsam.[3]
Etymologie und Geschichte
Erstmals entdeckt wurde Sanrománit im Mai 2003 von Arturo Molina in der Mina Santa Rosa, die etwa 15 Kilometer südöstlich von Iquique im Grubenbezirk Santa Rosa-Huantajaya in der chilenischen Región de Tarapacá liegt. Wissenschaftlich beschrieben wurde das Mineral 2007 durch Jochen Schlüter, Thomas Malcherek und Dieter Pohl, die es nach dem chilenischen Naturforscher Francisco J. San Román (1834–1902) benannten.
Das Typmaterial des Minerals wird in der Sammlung des Mineralogischen Museums Hamburg in Deutschland aufbewahrt.
Klassifikation
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Sanrománit noch nicht aufgeführt.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer V/B.07-055. Dies entspricht der Klasse der „Nitrate, Carbonate und Borate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Carbonate [CO3]2−, ohne fremde Anionen“, wo Sanrománit zusammen mit Burbankit, Calcioburbankit, Carbocernait, Khanneshit, Petersenit-(Ce), Rémondit-(Ce) und Rémondit-(La) die „Burbankitreihe“ mit der Systemnummer V/B.07 bildet.[4]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[5] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Sanrománit in die Klasse der „Carbonate und Nitrate“ und dort in die Abteilung „Carbonate ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Alkali- und Erdalkali-Carbonate“ zu finden, wo es zusammen mit Burbankit, Calcioburbankit und Khanneshit die „Burbankitgruppe“ mit der Systemnummer 5.AC.30 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Sanrománit die System- und Mineralnummer 14.04.04.04. Das entspricht der Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Carbonate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Carbonate mit zusammengesetzter Formel A2+B2+2(CO3)4“ in der „Burbankitgruppe (Hexagonal)“, in der auch Burbankit, Calcioburbankit und Khanneshit eingeordnet sind.
Bildung und Fundorte

Sanrománit konnte bisher nur an seiner Typlokalität Mina Santa Rosa in Chile entdeckt werden, wo er sich in der Oxidationszone dieser polymetallischen Gang-Lagerstätte bildete und dort in Paragenese mit Anhydrit, Calcit, Chalkonatronit, Juangodoyit, Malachit und verschiedenen Natriumhydrogencarbonaten wie unter anderem Trona und Nahcolith gefunden wurde.
Kristallstruktur
Sanrománit kristallisiert hexagonal in der Raumgruppe P63mc (Raumgruppen-Nr. 186) mit den Gitterparametern a = 10,570(1) Å und c = 6,651(1) Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.[3]
Siehe auch
Literatur
- Jochen Schlüter, Thomas Malcherek, Dieter Pohl: Sanromanite, Na2CaPb3(CO3)5, from the Santa Rosa mine, Atacama desert, Chile, a new mineral of the burbankite group. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie – Abhandlungen. Band 183 Heft 2 (2007), S. 117–121 doi:10.1127/0077-7757/2007/0068
