Santa Maria Elisabetta
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Santa Maria Elisabetta ist eine Kirche auf dem Lido di Venezia, einem Teil des Ostrandes der Lagune von Venedig. Das Bauwerk befindet sich auf dem Nordteil der Lido-Insel neben dem Hotel Riviera und blickt mit der Eingangspforte westwärts über die Riviera di Santa Maria Elisabetta Richtung Lagune, wo sich mehrere Anlegestellen für die Vaporetti befinden. Die südwestlich der Kirche beginnende Granviale di Santa Maria Elisabetta, eine Hauptverkehrsstraße, durchquert die Insel Richtung Adria und zu den dort befindlichen Stränden. Der Vorgängerbau, ein Oratorium, entstand spätestens im 16. Jahrhundert, erst ab 1627 entstand eine eigene Pfarrkirche für die Gemeinde auf dem Lido. Die letzte Restaurierung erfolgte 1968.



Geschichte
1565 erscheint in einer Quelle erstmals ein Oratorium auf dem Lido, das Sacellum S. Mariae Visitationis, der Ausgangspunkt des Gebäudes, das 1620 erweitert wurde. Um diese Zeit gehörte der zentrale Bereich des Lido zur entfernten Pfarrei San Pietro di Castello. Dorthin fuhren die Inselbewohner zu den Messen und zum Empfang der Sakramente.
Der Patriarch Giovanni Tiepolo entschied am 21. Januar 1626, eine Pfarrkirche zuzulassen, um die Gemeindemitglieder von den aufwändigen und mitunter gefahrvollen Bootsfahrten zu entlasten. Mit der Zustimmung des Senats vom 10. September 1627 konnte der Bau beginnen.
Das Patronatsrecht sollte dabei den Familienoberhäuptern des Lido zukommen. Diese Oberhäupter versammelten sich in einer Vicinia und wählten ihren eigenen Pfarrer, mit der Verpflichtung, ihn und die Kirche zu versorgen. Der Patriarch und das Kapitel von San Pietro erhielten das Recht der Investitur des von den Oberhäuptern gewählten Pfarrers. Außerdem erhielt das Kapitel als Kompensation für den Verlust seiner Rechte jedes Jahr zu Sankt Peter 10 Dukaten. Die Gründung der Pfarrei fand am 10. September 1627 mit Zustimmung des Dogen Giovanni I. Corner statt, erster Pfarrer war Zaccaria Fagiola, ein Bewohner des Lido.
Erneut wurde das Bauwerk am 7. Juli 1671 von Pietro Martire Rusca (1615–1674), dem Bischof von Caorle, geweiht. In der Kirche, so Cesare Augusto Levi, gebe es nichts, was sich zu erinnern lohne.[1]
Anfang des 20. Jahrhunderts war die Kirche zu klein geworden, um dem Bedarf der wachsenden Bevölkerung des Lido zu entsprechen. Die Kommune Venedig, an die der Lido 1883 gekommen war, stellte Mittel für seine Erweiterung bereit, die jedoch anderweitig eingesetzt wurden. Nach weiteren Vorhaben zur vollständigen Sanierung der Kirche und des Pfarrhauses veranlasste die Denkmalaufsicht 1968 eine erhaltende Restaurierung.
Literatur
- Giorgio und Patrizia Pecorai (Hrsg.): La chiesa di S. Maria Elisabetta. Storia in breve, in: Lido di Venezia oggi e nella storia, Atiesse, Venedig 2007, S. 162.
- Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 101, S. 72 f.
- Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 49. (Digitalisat)