Santa Maria del Pianto
religiöses Gebäude in Venedig
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Santa Maria del Pianto, auch Santa Maria dei Sette Dolori, ist ein Kirchengebäude nebst einem ehemaligen Kapuzinerinnenkloster an den Fondamenta Nove im Norden des venezianischen Sestiere Castello, das zwischen 1647 und 1687 nach Plänen von Francesco Contin errichtet wurde. 1810 geschlossen, fanden dort von 1851 bis 1970 wieder Gottesdienste statt, dann wieder ab 2026. Den einstigen Bewohnerinnen der Kirche entsprechend erstreckt sich ostwärts des Gebäudes die Calle de le Capucine. Westlich dehnt sich der Komplex des kommunalen Krankenhauses bis zur Basilika San Zanipolo, östlich befinden sich, durch den Rio di Santa Giustina getrennt, zwei Gasometer in der Gemeinde San Francesco della Vigna.



Geschichte
Die Kirche entstand in den Jahren 1647 bis 1687, wie man im 19. Jahrhundert glaubte, nach Plänen des Baumeisters Baldassare Longhena. Ihr Campanile ist nur 2 m hoch.[1]
Wie Flaminio Corner berichtet,[2] hatte Maria Benedetta De Rossi, Äbtissin des Klosters Santa Maria delle Grazie auf der Insel Burano, im Jahr 1630 eine Vision, nach der wegen der um diese Zeit wütenden Pest ein kleines Kloster nebst Kirche errichtet werden solle. Die Nonnen sollten durch Gebete versuchen, „den Zorn Gottes zu besänftigen“. Doch erst, als sie während des Krieges um Kreta denselben Traum hatte, schrieb sie am 23. Mai 1646 direkt an den Dogen Francesco Molin und hatte damit Erfolg.
Mit dem Projekt wurde Francesco Contin beauftragt, Provveditore sopra i Monasteri, also der Leiter der Aufsicht über die (Frauen-)Klöster. Wegen der Ähnlichkeit mit dem Entwurf der Kirche Santa Maria della Salute wurde das Projekt bis ins frühe 20. Jahrhundert Longhena zugeschrieben.[3] Allerdings wurde Contin vom Senat 1649 dafür gerügt, dass er die Fundamente zu breit geplant hatte, was die Kosten in die Höhe getrieben hätte. Den Grundstein für das nun kleinere Gebäude legte am 13. November 1647 der Patriarch von Venedig Gianfrancesco Morosini (1644–1678).
Inzwischen hatte Maria Innocenza Contarini das Amt der Äbtissin übernommen, Maria Benedetta De Rossi war verstorben. Die Arbeiten an der Kirche wurden im April 1658 abgeschlossen. Papst Alexander VII. hatte am 21. November 1657 den Bau ausdrücklich genehmigt. Die Weihe erfolgte erst lange nach dem Ende des Krieges im Jahr 1669, nämlich durch den Patriarchen Alvise Sagredo (1678–1688) am 7. Mai 1687.
Auf Veranlassung Napoleons wurde die Kirche 1810 geschlossen und später ihrer Kunstwerke beraubt. Abate Antonio de Martiis erwarb den Komplex im Jahr 1814, um das Klostergebäude als Schule zu nutzen; einen Teil der Gebäude vermietete er als Wohnraum. Die Kirche wurde in zwei Stockwerke unterteilt, wobei der obere Teil zu einem Theater und der untere zu einer Töpferei umgebaut wurde.
1841 wurde der Komplex von Abate Daniele Canal (1791–1883) zurückgekauft.[4] Nach der Restaurierung wurde die Kirche 1851 wieder eröffnet, dann jedoch, nach dem Abzug der letzten Nonnen, 1970 geschlossen. Während das Kloster kommerziell genutzt wurde, kam es bald zu Unklarheiten, ob die Kirche überhaupt jemals profaniert worden sei. Nach einer Restaurierung wurde die Kirche am 28. März 2026 wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt.[5]
Literatur
- Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 118, S. 78.
- Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 149–151. (Digitalisat)
- Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil I, Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1787, S. 121 f. (n. 41: „S. Maria del Pianto, Le Cappuccine sulle Fundamente nuove“). (Digitalisat)