Santo Stefano (Murano)

Kirchengebäude in Murano, Venedig, Italien From Wikipedia, the free encyclopedia

Santo Stefano war eine Kirche, die für die Glasmacher der Insel eine wichtige Rolle übernahm, und ist ein dazugehöriges Oratorium auf der venezianischen Insel Murano, genauer auf der südlichen Insel Santo Stefano. Heute gehört es zur Gemeinde San Pietro Martire, deren Kirche über die gleichnamige Brücke, den Ponte San Pietro Martire, Richtung Westen zu erreichen ist. Das Oratorium am Campo Santo Stefano reicht möglicherweise bis ins 11. Jahrhundert zurück.

Das Oratorium S. Stefano, 2016
Die nach Westen blickende Apsis des Oratoriums

Geschichte

Ein Oratorium bestand wohl bereits im 11. Jahrhundert. Von 1294 bis 1325 errichteten Augustiner eine Kirche. Am 1. Mai 1374 wurde das stark vergrößerte Gebäude geweiht und es erhielt den heutigen Namen. 1315 und 1337 vermachten der Glasmacher Bartolomeo Tataro und seine Witwe einen Teil ihres Besitzes S. Stefano.[1]

Zunächst Pfarrkirche wurde die Gemeinde bald zusätzlich zum Pfarrer mit zwei Priestern, einem Diakon und einem Subdiakon ausgestattet.[2] Am 31. Dezember 1645 richtete der Bischof von Torcello, Marcantonio Martinengo, eine Congregazione della dottrina Christiana ein, die die Einhaltung der katholischen Lehre in den Kirchen überwachen sollte. Sie bestand mindestens bis 1690. Ab 1704 bestand dort eine Scuola di S. Lucia mit Genehmigung des Podestà von Murano. So entstand ein Zentrum der gegenreformatorischen Bemühungen und der Ausbildung des Klerus.

In der Kirche wurden in einem offiziellen Zeremoniell am Namenstag des Heiligen bis zum Ende der Republik jährlich die besten Glasmacher ausgezeichnet. 1532 wurde die Kirche umgebaut, im 16. Jahrhundert wurde ein Kloster von Hieronymiten errichtet. Die Fassade wurde 1722 erneuert.

1810 wurde die Kirche während der französischen Herrschaft geschlossen, 1835 weitgehend abgerissen. Das verbliebene Oratorium wurde von dem Pfarrer Giovanni Nichetti am 26. Dezember 1848 wieder für den Kult geöffnet.

Literatur

Anmerkungen

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