Sanyi (Miaoli)
Gemeinde in Taiwan
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Sanyi (chinesisch 三義鄉, Pinyin Sānyì Xiāng) ist eine Landgemeinde (鄉, Xiāng) im Landkreis Miaoli in der Republik China (Taiwan).
| Sanyi 三義鄉 | ||
|---|---|---|
Lage Sanyis im Landkreis Miaoli | ||
| Staat: | ||
| Landkreis: | Miaoli | |
| Koordinaten: | 24° 22′ N, 120° 46′ O | |
| Fläche: | 69,3424 km² | |
| Einwohner: | 14.537 (August 2025[1]) | |
| Bevölkerungsdichte: | 210 Einwohner je km² | |
| Zeitzone: | UTC+8 (Chungyuan-Zeit) | |
| Telefonvorwahl: | (+886) (0)37 | |
| Postleitzahl: | 367 | |
| ISO 3166-2: | TW-MIA | |
| Gemeindeart: | Landgemeinde (鄉, Xiāng) | |
| Gliederung: | 7 Dörfer (村, Cūn) | |
| Webpräsenz: | ||
Lage
Sanyi liegt am südlichen Rand des Landkreises Miaoli. Die Form des Gebiets ähnelt einem Viereck mit den Seitenlängen 4 bis 5 km × 8 bis 9 km. Die angrenzenden Gemeinden sind Zhuolan im Südosten, Dahu im Osten, Tongluo im Norden, Tongxiao im Nordwesten, Yuanli im Westen sowie der Bezirk Houli der Stadt Taichung im Süden. Der Fluss Da’anxi (大安溪) bildet die Südgrenze.
Der nördliche Teil Sanyis besteht überwiegend aus Hügelland. Im Süden ist das Terrain durch die Flussebene des Da’anxi geprägt.[2]
Die Jahresmitteltemperatur in Sanyi beträgt etwa 22 °C. Die höchsten Temperaturen (im Mittel 28 °C) werden im Juli gemessen, die niedrigsten (im Mittel 15 °C) im Januar. Nicht selten treten Temperaturen unter 10 °C auf. Der Jahresniederschlag liegt zwischen 1500 und 2000 mm. Der Niederschlag fällt, bedingt durch den vorherrschenden Südwestmonsun, vor allem in den Sommermonaten (Monate März bis September) mit Maximum im April, während die zweite Jahreshälfte relativ trocken ausfällt.[3]
Geschichte
Das Gebiet von Sanyi war ursprünglich ein Jagdrevier der Atayal, eines der indigenen Völker Taiwans. Während des Königreichs Tungning gehörte das Gebiet zum Landkreis Tianxing (天興縣). Nach der Übernahme Taiwans durch das Kaiserreich China der Qing-Dynastie 1683 war das Gebiet Teil des Landkreises Zhuluo (諸羅縣) und ab 1723 Teil des neu eingerichteten Landkreises Changhua (彰化縣). Ab 1845 wanderten Han-Chinesen in größerem Umfang ein.
Während der japanischen Herrschaft über Taiwan (1895–1945) wurde hier im Jahr 1920 das Dorf Sancha (三叉庄, Sānchā Zhuāng) gebildet, das zur neu eingerichteten Präfektur Shinchiku gehörte. Nach der Übertragung Taiwans an die Republik China im Jahr 1945 wurde der Ort zur Landgemeinde Sancha (三叉鄉, Sānchā Xiāng) umgewandelt. Diese gehörte zunächst zum Landkreis Hsinchu, dann ab 1950 zum neu gebildeten Landkreis Miaoli.[4] Am 12. November 1953 wurde Sancha (三叉) in Sanyi (三義) umbenannt.[5]
Bevölkerung
Die Mehrheit der Bewohner (80 bis 90 %) gehört der Hakka-Volksgruppe an.[6][7] Angehörige indigener Völker machen einen Anteil von etwa 1,2 % aus (174 Personen Ende 2019).[8] Die Bevölkerungszahl sinkt seit längerem aufgrund von Abwanderung bzw. Überalterung. Im Jahr 1995 wurden noch 18.298 Einwohner gezählt,[9] im Jahr 2025 waren es unter 15.000.
| Gliederung Sanyis |
Verwaltungsgliederung
Sanyi ist in 7 Dörfer (村, Cūn) untergliedert:[2]
1 Shuanghu (双湖村)
2 Guangsheng (廣盛村)
3 Shuangtan (双潭村)
4 Shengxing (勝興村)
5 Xihu (西湖村)
6 Longteng (龍騰村)
7 Liyutan (鯉魚潭村)
Wirtschaft
Zwischen 1981 und 1983 errichtete der taiwanische Automobilhersteller Yulon Motor im Dorf Xihu eine Fabrikationsanlage im 1980 erschlossenen Gewerbegebiet Sanyi (三義工業區). Diese Anlage ist bis heute der größte Industriebetrieb in Sanyi.[10] Auch Landwirtschaft ist von Bedeutung. Vor allem im Dorf Liyutan in der Flussebene des Da’anxi findet Reisanbau statt. Im nördlichen Hügel- und Bergland wird Obstbau betrieben. Kultiviert werden vor allem Birnen, Pflaumen und Kakis. An Spezialkulturen gibt es Teegärten.[11]
Verkehr

Die wichtigste Straßenverbindung ist die Autobahn Nationalstraße 1, die im Westen Sanyis in südsüdwestlicher Richtung verläuft. Die Nationalstraße wird im Norden durch die Kreisstraße 130 gequert, die gewunden in Ost-West-Richtung verläuft. Parallel zum Ufer des Da’anxi verläuft die Kreisstraße 140. Durch Sanyi führt die Taichung-Linie der Taiwanischen Eisenbahn, die hier einen Haltebahnhof hat.
Besonderheiten, Tourismus
Ein Anziehungspunkt für Touristen und Eisenbahnliebhaber ist die Ruine der Longteng-Brücke (龍騰斷橋, auch Yutengping-Brücke, 魚藤坪斷橋,
), einer zur japanischen Kolonialzeit erbauten Eisenbahnbrücke, die bei einem großen Erdbeben 1935 zerstört wurde. Weitere Schäden fügte das Jiji-Erdbeben 1999 hinzu. Derzeit stehen noch einige bis zu 50 Meter hohe Brückenpfeiler. Die Ruine steht unter Denkmalschutz.[12] Eine weitere Eisenbahnbrücke ist die 1998 in Betrieb genommene Liyutan-Bogenbrücke (鯉魚潭拱橋,
).
Am 22. August 1981 stürzte eine Boeing 737-200 auf dem Far-Eastern-Air-Transport-Flug 103 von Taipeh nach Kaohsiung im Ortsteil Shuanghu ab. Bei dem Unfall kamen alle 110 Insassen ums Leben. Eine kleine Gedenkstätte (遠航空難紀念碑
) erinnert an das Unglück.
Sanyi gehört dem internationalen Cittàslow-Netzwerk an.[13]
- Überreste der Longteng-Brücke
- Liyutan-Bogenbrücke
