Sara Mesa
spanische Schriftstellerin
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Sara Mesa (* 1976 in Madrid) ist eine spanische Schriftstellerin und Journalistin.

Leben
Sara Mesa zog als Kind mit ihren Eltern nach Sevilla, wo sie heute noch lebt.[1] Sie studierte an der dortigen Universität Journalismus und spanische Literatur.[2][3]
Werk
Sara Mesa begann ihre schriftstellerische Karriere mit Gedichten; ihr Gedichtband Este jilguero agenda wurde 2007 mit dem Premio Nacional de Poesía der Fundación Cultural Miguel Hernández ausgezeichnet.[4] Später wechselte sie zum Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten. Sie sieht keinen großen Unterschied zwischen den beiden Genres. In beiden Formen des Erzählens lässt sie sich auf den Prozess des Entdeckens ein.[5]
Mesa befasst sich mit dem Abweichen von Normen, Vereinzelung, Obsessionen und mit der Scheinheiligkeit der Gesellschaft. Sie thematisiert immer wieder das Gefühlsleben von Kindern und Jugendlichen.[6] Ihr literarischer Stil zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, faszinierende, beunruhigende, ja sogar furchterregende Atmosphären zu schaffen, ohne sich dabei vom Vertrauten zu entfernen. Dies gelingt ihr, indem sie nachforscht, in Handlungen, Szenarien und Emotionen eindringt und ihren Figuren eine tiefe psychologische Dimension verleiht.[7]
Im Roman Liebe wird nicht nur von städtischen Ausbruchsfantasien erzählt, sondern vor allem auch über weibliches Begehren. Mesa schreibt mit virtuosem Understatement und thematisiert die Vielfalt von Sprache.[8] Das Buch wurde unter anderem von El País zum besten Buch des Jahres gekürt und 2021 mit dem Preis des unabhängigen Buchhandels in Spanien (Premio de las Librerías) ausgezeichnet.[9]
Die Familie, Sara Mesas Erkundung der Innenwelt einer Familie, ist unerbittlich in seiner Beschreibung der unterschiedlichen Versuche, der Tyrannei des Vaters zu entkommen. Alle spielen Theater, verstellen sich, verschweigen, erfinden kleine Lügen.[10]
Werke von Sara Mesa wurden ins Englische, Italienische, Niederländische, Französische, Deutsche, Griechische, Portugiesische, Serbische, Dänische, Arabische und Norwegische übersetzt.
Werke (Auswahl)
- Este jilguero agenda, Editorial Juan Pastor, 2007
- La sobriedad del galápago. Diputación Provincial de Badajoz, 2008
- No es fácil ser verde. Everest, 2009
- El trepanador de cerebros. Tropo Editores, 2010
- Un incendio invisible. Fundación José Manuel Lara, 2011
- Cuatro por cuatro. Editorial Anagrama, 2012
- Cicatriz. Editorial Anagrama, 2015
- Mala letra. Editorial Anagrama, 2016
- Cara de pan. Editorial Anagrama, 2018
- Quasi. Übersetzung Peter Kultzen. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2020. ISBN 978-3-8031-2854-6.
- Un amor. Editorial Anagrama, 2018
- Eine Liebe. Übersetzung Peter Kultzen. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2022. ISBN 978-3-8031-3351-9.
- La familia. Editorial Anagrama, 2022
- Die Familie. Übersetzung Peter Kultzen. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2025. ISBN 978-3-8031-3374-8
- Oposición. Editorial Anagrama, 2025
Auszeichnungen
- 2007 Premio Nacional de Poesía der Fundación Cultural Miguel Hernández für den Gedichtband Este jilguero agenda[4]
- 2011 Premio Málaga de Novela für Un incendio invisible[11]
- 2012 Finalistin des Premio Herralde de Novela für Cuatro por Cuatro[12]
- 2015 Premio Ojo Crítico de Narrativa für Cicatriz[13]
- 2017 Premio Literario Arzobispo Juan de San Clemente für Cicatriz
- 2021 Premios de los libreros in der Kategorie Fiktion für die Erzählung Un amor[14]
Literatur
- Rudolf von Bitter: Der Park und die Macht. Rezension. Süddeutsche Zeitung, 20. Juli 2020, Seite 11.
- Meike Feßmann: Obsession und Irrtum. Rezension. Süddeutsche Zeitung, 19. Oktober 2022, Seite 11.
Weblinks
- Literatur von und über Sara Mesa im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek