Sascha Flatz

österreichischer Rechtsanwalt und Strafverteidiger mit Sitz in Wien From Wikipedia, the free encyclopedia

Sascha Flatz (* 1978 in Saarlouis, Deutschland) ist ein österreichischer Rechtsanwalt und Strafverteidiger mit Sitz in Wien. Er erlangte über seine juristische Tätigkeit hinaus Bekanntheit durch die Vertretung in medial stark beachteten Strafprozessen sowie durch seine hohe Reichweite als „TikTok-Anwalt“[1] in sozialen Netzwerken.[2]

Sascha Flatz
Rechtsanwalt Mag. Sascha Flatz, 2025

Leben und Ausbildung

Sascha Flatz wuchs im Saarland auf. Vor seiner juristischen Laufbahn absolvierte er Ausbildungen zum Koch und Restaurantfachmann sowie zum Versicherungsfachmann in Feldkirch. Nach dem Entschluss, die Matura auf dem zweiten Bildungsweg nachzuholen, zog er für das Studium der Rechtswissenschaften nach Wien. Er schloss das Studium an der Universität Wien 2008 ab (Mag. iur.). Seine Rechtsanwaltsprüfung im Jahr 2012 absolvierte er mit sehr gutem Erfolg, wobei er im Fach Strafrecht eine Auszeichnung erhielt.[3][4]

Berufliche Laufbahn

Nach Stationen als Rechtsanwaltsanwärter in renommierten Wiener Kanzleien gründete Flatz im Jahr 2014 seine eigene Kanzlei im ersten Wiener Gemeindebezirk. Er ist spezialisiert auf Strafrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Medizinrecht sowie Ehe- und Familienrecht. Flatz ist Mitglied der Rechtsanwaltskammer Wien und der Vereinigung Österreichischer StrafverteidigerInnen.

Aufsehenerregende Fälle und Mandate

Flatz tritt regelmäßig in Verfahren auf, die ein hohes mediales Echo auslösen. Er vertritt dabei sowohl Beschuldigte in komplexen Strafsachen als auch Opfer schwerer Gewaltverbrechen.

Flatz erlangte besondere, erste mediale Aufmerksamkeit als Opferanwalt in einem Prozess um einen mutmaßlichen schweren Missbrauch eines minderjährigen Mädchens durch eine Gruppe von Jugendlichen („Burschen-Gang“).[5] Er setzte sich in diesem Verfahren massiv für die Rechte des Opfers und eine Verschärfung der Opferschutzbestimmungen ein.[6] Weiters verteidigte er den ehemaligen Bürgermeister von Vösendorf, Hannes Koza, in einem politisch und medial stark verfolgten Verfahren wegen des Vorwurfs eines vorgetäuschten Angriffs.[7] Flatz konnte in dem Prozess eine Bewährungsstrafe von 9 Monaten (März 2024) erreichen. Auch trat Flatz als Verteidiger in Prozessen im Umfeld des Wiener Terroranschlags auf, unter anderem für einen mutmaßlichen Kontaktmann des Attentäters, der als geistige Ziehvater des Attentats verdächtigt wurde.[8] Zu seinen Mandaten zählen auch ungewöhnliche Verfahren wie der Freispruch in der sogenannten „Eiernockerl-Causa“ (NS-Wiederbetätigungsvorwurf) sowie die Vertretung in der ATV-Serie Dorfverbrechen („Toxische Landliebe“).[9][10]

Mediale Präsenz und „TikTok-Anwalt“

Unter dem Nutzernamen „rechtsanwalt_flatz“ betreibt Flatz einen der reichweitenstärksten juristischen Social-Media-Auftritte Österreichs.[11] Über seine verschiedenen Profile (TikTok, Instagram, Facebook) erreicht er insgesamt über 150.000 Follower (Stand März 2026). Sein Ziel ist es, juristische Themen und Ratschläge, oft begleitet von seinem Labrador „Dr. Pablo“, verständlich für ein jüngeres Publikum aufzubereiten.[12]

Seit Oktober 2023 verfasst er die wöchentliche Kolumne „Recht einfach“ für die Kronen Zeitung, bei der er Leserfragen zu aktuellen Rechtsthemen beantwortet.[13]

Einzelnachweise

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