Sasha Stone
russischer Fotograf
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Sasha Stone (* 16. Dezember 1895 in St. Petersburg, Russisches Kaiserreich als Alexander Sergejewitsch Steinsapir; † 6. August 1940 in Perpignan) war ein Fotograf.
Leben
Alexander Steinsapir emigrierte zuerst nach Polen, dann in die USA und studierte schließlich Bildhauerei in Paris und Berlin, wo er sich im Umfeld der Dadaisten bewegte. Ab 1924 machte er in Berlin mit seinem Fotoatelier Atelier Stone Karriere als Fotograf und Collageur. Eine enge Freundschaft verband ihn mit Walter Benjamin, für dessen Buch Einbahnstraße er den Umschlag gestaltete.[1] Stone arbeitete auch für Erwin Piscators Experimentierbühne.
Im Jahr 1931 zog er mit seiner Frau Cami, einer gebürtigen Belgierin, nach Brüssel, wo er ein Fotoatelier betrieb. Im Jahr 1939 heiratete er die Niederländerin Lydia Edens. Beim deutschen Einmarsch 1940 floh er nach Südfrankreich mit dem Ziel, nach Amerika zu entkommen. Wegen bürokratischer Hemmnisse blieb er in Villelongue-de-la-Salanque hängen und starb nach einer schweren Erkrankung im Krankenhaus von Perpignan.
Werk
- Berlin in Bildern, Aufnahmen von Sasha Stone, herausgegeben von Adolf Behne. Verlag Dr. H. Epstein, Wien und Leipzig 1929. Auszüge online
- Femmes: 20 planches de Sasha Stone. Paris: Arts et Métiers, 1933
Bilder
- Albert Steinrück, Schauspieler der Stummfilmzeit, um 1927
- Einbahnstraße von Walter Benjamin, Erstausgabe von 1928
- Die Jackson Girls machen Urlaub auf einem Bauernhof, 1928
- Porträt seiner Frau, der Fotografin Cami Stone, 1929
- Clown, 1931
- Femmes (1933)
Literatur
- Birgit Hammers: Vom Dokument zur Legende – Zur Autorschaft der Fotografien des Barcelona Pavillons. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte. 72, 2009, S. 545–556.
- Birgit Hammers: Der vergessene Fotograf. Sasha Stone und die Borinage. In: Fotogeschichte, Bd. 32 (2012), Heft 123, S. 37–50.
- Birgit Hammers: „Sasha Stone sieht noch mehr“. Ein Fotograf zwischen Kunst und Kommerz (= Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte. Band 109). Michael Imhof, Petersberg 2014, ISBN 978-3-7319-0001-6.
- Diethart Kerbs, Peter Maaswinkel: Sasha Stone. Randbemerkungen zum Lebensweg und Lebensende eines staatenlosen Fotografen. In: Fotogeschichte. 10, 1990, S. 37–53.
- Eckhardt Köhn (Hrsg.): Sasha Stone. Fotografien 1925–1939. Nishen, Berlin 1990, ISBN 3-88940-052-3.
- Patrick Rössler: 1928: Wie das Neue Sehen in die Illustrierten kam. „Maxl Knips“, Sasha Stone, Das illustrierte Blatt und die Bildermagazine der Weimarer Republik. In: Fotogeschichte. 31, 2011, Heft 121, S. 45–60.
Weblinks
- Literatur von und über Sasha Stone im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Birgit Hammers: Sasha Stone sieht noch mehr – Ein Fotograf zwischen Kunst und Kommerz
- Sasha Stone, der Vergessene. In: Der Spiegel. Nr. 12, 1990 (online – 19. März 1990).