Satou Sabally

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Isatou „Satou“ Sabally (* 25. April 1998 in New York City, New York) ist eine deutsche Basketballspielerin, die in der Women’s National Basketball Association (WNBA) für die Phoenix Mercury spielt. Im September 2025 führte sie die Mercury ins Finale der WNBA.[1]

Schnelle Fakten Informationen über die Spielerin, Vereinsinformationen ...
Basketballspieler
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Satou Sabally
Informationen über die Spielerin
Voller Name Isatou Sabally
Spitzname Unicorn
Geburtstag 25. April 1998 (27 Jahre)
Geburtsort New York City, New York, Vereinigte Staaten
Größe 194 cm
Position Flügel
College Oregon
WNBA Draft 2020, 2. Pick, Dallas Wings
Vereinsinformationen
Verein Phoenix Mercury
Liga WNBA
Trikotnummer 0
Vereine als Aktive
2012–2015 DeutschlandDeutschland TuS Lichterfelde
2015–2017 DeutschlandDeutschland Eisvögel USC Freiburg
2017–2020 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Oregon Ducks (NCAA)
2020–2023 Turkei Fenerbahçe İstanbul
202300000 China Volksrepublik Shandong Six Stars
2025–0000 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Phantom BC (Unrivaled)
WNBA-Teams als Aktive
2020–2025 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dallas Wings
2025–0000 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Phoenix Mercury
Nationalmannschaft1
201400000 DeutschlandDeutschland Deutschland (U-16)
201800000 DeutschlandDeutschland Deutschland (U-20)
2018–0000 DeutschlandDeutschland Deutschland 10 Spiele
1Stand: 27. Juli 2024
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Laufbahn

Satou Sabally wurde als zweites von sieben Kindern eines gambischen Vaters und einer deutschen Mutter in New York City geboren.[2] Mit drei Jahren zog ihre Familie nach Berlin, wo sie ihre Basketballkarriere beim Deutschen Basketball Club (DBC) Berlin begann.[3] Ihre jüngere Schwester Nyara ist ebenfalls Basketballspielerin und wurde 2022 im WNBA-Draft von New York Liberty in der ersten Runde ausgewählt.[4]

Nach ihrem Wechsel zum TuS Lichterfelde spielte sie bereits mit 14 Jahren in der ersten Mannschaft in der 2. Bundesliga. Mit 16 war sie bereits Stammspielerin und in der Saison 2014/2015 avancierte sie mit den Team-Höchstwerten von durchschnittlich 17,1 Punkten und 7,4 Rebounds pro Spiel zur Führungsspielerin.[5] In der Weiblichen Nachwuchs-Bundesliga (WNBL) war Satou Sabally in der Hauptrunde der Saison 2014/2015 mit durchschnittlich 34,5 Punkten pro Spiel die erfolgreichste Werferin.[6] Zur Saison 2015/2016 unterschrieb sie einen Vertrag beim Erstligisten Eisvögel USC Freiburg.[7] In der Saison 2016/17 erzielte sie in der Bundesliga im Schnitt 10,1 Punkte je Begegnung für die Eisvögel und verdoppelte damit ihren Wert der Vorsaison.

2017 wechselte Sabally an die University of Oregon in die Vereinigten Staaten.[8] Ein Jahr später stieß auch ihre jüngere Schwester Nyara zum Oregon-Kader.[9] Im Spieljahr 2019/20 war sie mit 16,2 Punkten pro Begegnung drittbeste Korbschützin der Hochschulmannschaft und stand bei ihren 29 Einsätzen stets in der Anfangsaufstellung.[10] Sie gewann mit ihrer Mannschaft jedes Jahr die Meisterschaft der Pacific-12 Conference. Sabally wurde 2020 mit dem „Cheryl Miller Award“ als beste Flügelspielerin des Landes ausgezeichnet[11] und wurde in die Mannschaften der WBCA First-Team All-America und All-Pac-12 gewählt.

Im Februar 2020 gab sie bekannt, auf das vierte und letzte Jahr an der University of Oregon zu verzichten, um sich für das im April 2020 stattfindende Draftverfahren der WNBA anzumelden.[12] In mehreren Vorschauen wurde die Berlinerin als Anwärterin auf den dritten Draftplatz erachtet,[13][14] am Ende wurde sie beim WNBA Draft 2020 an zweiter Stelle nach ihrer College-Kollegin Sabrina Ionescu von den Dallas Wings ausgewählt.[15] Dies stellt die höchste Position eines deutschen Spielers sowohl im WNBA- als auch im NBA-Draft dar. An 22. Stelle wurde ihre Nationalmannschaftskollegin Luisa Geiselsöder ebenfalls von Dallas ausgewählt.[16] Im Mai 2020 wurde sie von Fenerbahçe İstanbul verpflichtet, um dort außerhalb der WNBA-Saison zu spielen.[17] Mit Fenerbahçe gewann sie 2021 den Meistertitel in der Türkei, nachdem man in sämtlichen 34 Saisonspielen siegreich geblieben war.[18] In der Saison 2021/22 wurde sie mit den Istanbulerinnen Zweite in der EuroLeague und im Mai 2022 zum zweiten Mal türkische Meisterin.[19]

2023 wurde Satou Sabally als erste deutsche Spielerin mit dem WNBA Most Improved Player Award ausgezeichnet.[20] Ebenfalls 2023 wechselte Sabally nach China zu den Shandong Six Stars, für die sie von Oktober bis Dezember 2023 aktiv war.[21] In den darauffolgenden Jahren schilderte sie wiederholt die hohe Belastung durch parallele Einsätze in der WNBA, bei Fenerbahçe und im Nationalteam und dass sie diese Phasen teils trotz Schmerzen absolvierte; erst als sie international kürzertrat, gelang ihr der Durchbruch in der Liga.[1]

Satou Sabally war Teil der ersten Saison der 3x3-Basketballliga Unrivaled und spielt dort für Phantom BC.[22]

Anfang 2025 wechselte Sabally von Dallas zu den Phoenix Mercury.[23] Aufgrund ihrer starken Leistungen zu Beginn der Saison 2025 wurde sie am 30. Juni 2025 zum dritten Mal nach 2021 und 2023 ins WNBA All-Star Team gewählt.[24] Ende September 2025 führte sie Phoenix mit einer Glanzleistung ins WNBA-Finale; ihr Auftritt gegen Minnesota wurde als Beleg für ihre Kombination aus Größe, Kraft, Beweglichkeit und Vielseitigkeit hervorgehoben.[1] Bereits 2024 hatte sie nach späterem Saisoneinstieg infolge der auskurierten Olympia-Verletzung die besten Statistiken ihrer WNBA-Karriere aufgelegt und parallel ihren Wechsel geplant, um um den Titel spielen zu können.[1] In Phoenix betonte sie verbesserte professionelle Rahmenbedingungen – von physiotherapeutischer Betreuung bis hin zur Ernährung – und kritisierte rückblickend, dass sich Spielerinnen in Dallas am Spieltag um ihr Essen selbst kümmern mussten.[1] In Berichten wurde in diesem Zusammenhang erneut der häufig gezogene Vergleich mit Dirk Nowitzki aufgegriffen, da Sabally wie er Größe und Kraft mit Wendigkeit und Vielseitigkeit verbindet.[1] Auch Sue Bird erklärte in ihrem Podcast, Saballys endgültiger Durchbruch sei keine Überraschung gewesen und nur eine Frage der Zeit.[1] Mit dem Finaleinzug rückte zugleich der boomende deutsche Basketball in den Fokus der US-Öffentlichkeit; Sabally betonte, sie repräsentiere „internationale Gewässer“ – als Berlinerin mit afrikanischen Wurzeln und mit dem erklärten Ziel, Titel zu gewinnen.[1]

Nationalmannschaft

In den Auswahlmannschaften des Deutschen-Basketball-Bundes war die Berlinerin stets Leistungsträgerin. Die Jugendnationalspielerin war bei der B-Europameisterschaft 2014 maßgeblich am Gewinn der U-16-B-Europameisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die A-Gruppe beteiligt. Im Finale gegen England erzielte sie mit 34 Punkten die Hälfte aller deutschen Punkte und trug so maßgeblich zum 68:54-Sieg Deutschlands bei.[25] Mit 20,1 Punkten pro Spiel war sie die beste Korbschützin dieser B-Europameisterschaft.[26] 2018 gelang ihr der Sprung in die Damen-Nationalmannschaft.[27]

Mit der Nationalmannschaft erreichte sie die Teilnahme an Olympia 2024 in Paris. Trotz einer Schulterverletzung an ihrem linken Wurfarm erzielte sie beim entscheidenden 75:73-Sieg gegen Brasilien in der Qualifikation 20 Punkte, fast alle mit ihrer schwächeren rechten Hand.[28] Beim olympischen Turnier spielte sie nach eigener Darstellung trotz anhaltender Schmerzen weiter, bevor sie die Verletzung anschließend auskurierte.[1]

Bei den Olympischen Spielen 2024 überstand Deutschland die Gruppenphase und Sabally wurde als eine der zehn besten Spielerinnen des Turniers in die zweite Olympiaauswahl berufen.

Sonstiges

2026 war Satou Sabally die deutsche Stimme der "Roarball"-Spielerin Kouyate im Animationsfilm G.O.A.T. – Bock auf große Sprünge.[29]

Siehe auch

Commons: Satou Sabally – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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