Satz von Gelfond-Schneider

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Der Satz von Gelfond-Schneider (englisch Gelfond-Schneider theorem) ist ein bedeutender Satz aus dem mathematischen Teilgebiet der Zahlentheorie. Mithilfe dieses Satzes konnte zum ersten Mal eine umfangreiche Klasse von transzendenten Zahlen erzeugt werden.[H 1][H 2][H 3]

Der Satz wurde im Jahre 1934 von dem russischen Mathematiker Alexander Gelfond und unabhängig davon und nur wenig später von Theodor Schneider gefunden und bewiesen. Der Satz liefert die Lösung des siebten Hilbertschen Problems.

Aussage des Satzes

Der Satz von Gelfond-Schneider besagt:

Es seien und zwei komplexe Zahlen, die zudem algebraisch seien, wobei gelten soll und darüber hinaus sei.
Dann ist
transzendent.[E 1]

Er lässt sich auch so formulieren, dass für Logarithmen zweier algebraischer Zahlen aus der linearen Unabhängigkeit über den rationalen Zahlen die lineare Unabhängigkeit über den algebraischen Zahlen folgt. In dieser Formulierung ist der Satz von Gelfond-Schneider in den 1960er Jahren von Alan Baker erheblich erweitert worden.

Der Satz von Baker lautet:

Wenn endlich viele algebraische Zahlen vorliegen, so dass über den rationalen Zahlen linear unabhängig sind, dann sind auch linear unabhängig über den algebraischen Zahlen.

Anwendungen

Aus dem Satz von Gelfond-Schneider folgt unmittelbar die Transzendenz der folgenden Zahlen:

  • Die Gelfond-Schneider-Konstante sowie deren Quadratwurzel
  • Die Gelfond-Konstante , da ist.[E 2]
  • Die Zahl , die wegen eine reelle Zahl ist.
  • Die reelle Zahl ist transzendent, denn sonst erhält man durch Einsetzen von , , da b notwendigerweise irrational ist[E 3], einen Widerspruch.

Mit dem Satz von Baker ergibt sich darüber hinaus die Transzendenz gewisser Zahlen, für die der Transzendenzbeweis aus dem Satz von Gelfond-Schneider heraus nicht zu leisten gewesen wäre. Dazu gehören beispielsweise:[1]

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

Erläuterungen

Hinweise

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