Satz von Rademacher

mathematischer Satz From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Satz von Rademacher, benannt nach dem deutschen Mathematiker Hans Rademacher, ist ein Satz der Analysis über Lipschitz-stetige Funktionen.

Aussage

Seien natürliche Zahlen, eine offene Teilmenge eines euklidischen Raumes und schließlich eine Lipschitz-stetige Funktion. Dann ist fast überall (total) differenzierbar.[1]

Das heißt, die Menge aller Punkte, in denen nicht differenzierbar ist, ist eine Lebesgue-Nullmenge.

Verallgemeinerung

Es gibt eine Verallgemeinerung für Funktionen , wobei nun einen beliebigen metrischen Raum bezeichne.

Zunächst ist jedoch nicht klar, wie sich obiger Satz auf diesen Fall übertragen lässt, denn ein metrischer Raum trägt nicht a priori auch eine lineare Struktur.

Fasst man als Funktion zwischen normierten Räumen auf und legt die Fréchet-Differenzierbarkeit zu Grunde, dann wird der Satz sogar falsch:

Als Gegenbeispiel dient hier klassisch die Funktion , wobei die charakteristische Funktion des Intervalls bezeichne.
Es gilt für beliebige
.
Dabei bezeichne die L1-Norm. Das heißt, ist eine Isometrie und damit erst recht Lipschitz-stetig, es lässt sich aber zeigen, dass nirgendwo Fréchet-differenzierbar ist.

Der deutsche Mathematiker Bernd Kirchheim hat nun aber den Satz von Rademacher in einem anderen Sinne verallgemeinern können:[2]

Ist eine Funktion von einem euklidischen in einen metrischen Raum Lipschitz-stetig, so ist sie fast überall metrisch differenzierbar.

Einzelnachweise

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