Saxon VS

Gemeinde im Kanton Wallis, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Saxon ist eine politische Gemeinde und eine Burgergemeinde des Bezirks Martigny im französischsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz.

VS ist das Kürzel für den Kanton Wallis in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Saxonf zu vermeiden.
Schnelle Fakten Lage der Gemeinde ...
Saxon
Wappen von Saxon
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Wallis Wallis (VS)
Bezirk: Martigny
BFS-Nr.: 6141i1f3f4
Postleitzahl: 1907
UN/LOCODE: CH SXN
Koordinaten: 579630 / 110981
Höhe: 533 m ü. M.
Höhenbereich: 458–2474 m ü. M.[1]
Fläche: 23,22 km²[2]
Einwohner: 7424 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 320 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
37,4 %
(31. Dezember 2023)[4]
Website: www.saxon.ch
Saxon
Saxon
Lage der Gemeinde
Karte von Saxon
Karte von Saxon
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Geografie

Luftbild (1955)

Saxon liegt östlich von Martigny auf der Südseite des Rhonetals. Die Gemeinde besteht aus den Dörfern Saxon und Gottefrey sowie den Weilern Bonatry, Boveresse, La Luy, L’Arbarey, Le Fa, Le Pérose, Les Oies, Le Vaco, Pierre Besse, Sapainhaut und Tovassière. Nachbargemeinden von Saxon sind im Norden Saillon, im Osten Riddes, im Süden Val de Bagnes, im Westen Martigny und im Nordwesten Fully.

Geschichte

Am 7. Januar 1917 rief der sozialistische Arbeiterverein von Saxon-Fully, die Union ouvrière, die Mitglieder der befreundeten Vereine in Monthey, Vouvry und Martigny zur Gründungsveranstaltung der Fédération ouvrière du Valais zusammen.[5]

Ein Arbeitskampf in der Konservenfabrik Conserves de Saxon erreichte im September 1917 eine Lohnerhöhung von 10 % für die Arbeiter.[5]

1970 gründeten die Aprikosen- und Weinbauern, sowie die Viehalter und Waldbesitzer von Saxon und Umgebung die Association de défense contre les émanations nocives des usines (Verein zum Schutz gegen den schädlichen Ausstoss der Fabriken), um sich gegen die von der Aluminiumindustrie (Alusuisse, Aluminium S. A.) verursachte Umweltverschmutzung durch Fluor zu wehren. 1975 kam es nach einem fast völligen Ernteausfall bei Aprikosen zum in den Zeitungen ausgetragenen «Fluorkrieg»,[6] dessen weiterer Brennpunkt das aargauische Möhlin war. Der Kanton Wallis setzte auf eine Verzögerungstaktik. Im Mai 1978 sprengten Aktivisten in Saxon einen Hochspannungsmast.[6] Im Oktober 1978 gab die Politik der Industrie schliesslich Ausstossobergrenzen vor.

Bevölkerung

Weitere Informationen Bevölkerungsentwicklung ...
Bevölkerungsentwicklung
Jahr180218501900195020002010201220142016 2018 2020
Einwohner4639521636242133124557490352485645 5902 6278
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Politik

Die Exekutive von Saxon, der Conseil communal, besteht aus sieben Mitgliedern. Die parteipolitische Zusammensetzung für die Legislaturperiode 2021–2024 ist folgendermassen: MSI-CLI (Mouvement social-indépendant - Centre libéral-indépendant) 3, FDP 3, CVP 1. Gemeindepräsident ist Christian Roth (MSI-CLI).[7][8]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in der Gemeinde Saxon: FDP 23,8 %, SVP 23,0 %, SP 21,9 %, CVP 17,6 %, Grüne 9,7 %.[9]

Wirtschaft

Aprikosen

Saxon gehört zu den grössten Obstanbaugemeinden im Kanton. Bekannt ist Saxon insbesondere für seine Aprikosen. Alle zwei Jahre findet in Saxon das nationale Aprikosenfestival statt.[10]

Weinbau

Mit einer Anbaufläche von rund 150 Hektaren ist Saxon eine der grössten Weinbaugemeinden im Kanton Wallis und mit Abstand die grösste auf der linken Rhoneseite.[11]

Verkehr

Der Bahnhof von Saxon liegt an der Bahnlinie von Brig nach Monthey. Zudem liegt der Ort an der Buslinie Sion–Martigny.

Saxon liegt an der Autobahn A9 mit eigener Auffahrt und an der Hauptstrasse 9. Die Kantonsstrasse 74 führt von Saxon über den Col du Lein zum Col des Planches und ermöglicht den Übergang nach Sembrancher und ins Val de Bagnes.[12]

Sehenswürdigkeiten

Auf einem Hügel über dem Dorf sind die Ruinen des Schlosses Saxon. Die Herren des Orts sind seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts bekannt. Sie verkauften ihn um 1266 den Savoyern. Graf Philipp liess 1279 neue Befestigungen aufführen, von denen nur der runde Donjon erhalten ist. 1475 wurde Saxon zerstört und das Städtchen, das das Schloss umgab, verlassen.

Unterhalb des Donjons steht die Kapelle St-Maurice, die bereits 1153 als Filiale von Saint-Pierre-de-Clages erwähnt wurde. Der Bau setzt sich aus einem romanischen Schiff und einem spätgotischen Chor, der gegen 1530–1540 neu errichtet wurde, zusammen.

Im 19. Jahrhundert kam Saxon grosse Bedeutung als Thermalbadestation zu. Davon zeugt das ehemalige Kasino, das sich bei der Kantonsstrasse befindet.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Saxon – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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